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"Mann im Transporter... " - Polizei: "Teilen ungeprüfter Posts oft kontraproduktiv"


Foto: epiximages / stock.adobe.com

CELLE. Es ist oft ein weißer #Transporter, der manchmal zeitgleich in mehreren Orten gewesen sei. Einige sind wirklich in Sorge, andere suchen offenbar nur Aufmerksamkeit, wollen sich wichtig tun oder bewusst #Angst verbreiten. Vor allem in sozialen #Netzwerken kursieren immer wieder Meldungen, dass Kinder von verdächtig erscheinenden Personen angesprochen wurden. Die Schreiber können darauf vertrauen, dass ihre Posts meist unreflektiert geteilt werden und so Ängste bei Eltern und Kindern schüren. "Besorgte Eltern sind sehr empfänglich für solche Meldungen - wer wäre das nicht, wenn er sich Sicherheit für sein #Kind wünscht - und teilen und verbreiten sie, damit auch andere davon erfahren", so Christian Riebandt von der #Polizei Celle. "Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern, Lehrer oder Erzieher sofort an die Polizei wenden, wenn sie den Verdacht haben, dass ein Kind von einem Fremden in verdächtiger Weise angesprochen wurde. Die Polizei wird in solchen Fällen aktiv und geht den Hinweisen nach", so Riebandt weiter. So auch in den in der vergangenen Woche auf CELLEHEUTE gemeldeten mutmaßlich "echten Fälle" in Wienhausen und Hambühren.


"Die meisten gemeldeten Fälle sind harmlos"

So habe eine Zeugin die Polizei gerufen, als sie sah, wie ein ihr bekanntes siebenjähriges Kind weinend mit einem Unbekannten zu einer Bushaltestelle ging. Was zunächst nach einer bedrohlichen Situation aussah, stellte sich als Missverständnis heraus. "Der Mann sprach einfach nicht gut genug Deutsch, um ihr erklären zu können, dass er der Vater eines Kindes war, mit dem die Siebenjährige sich für den gemeinsamen Schulweg verabredet hatte und das sie verpasst hatte. Er habe sie zur Bushaltestelle bringen wollen. Der Sachverhalt konnte schnell geklärt werden und stellte sich als harmlos heraus", stellt Riebandt beispielhaft klar.


"Ungeprüfte Verbreitung solcher Meldungen schüren nur Ängste, auch bei Kindern"

Nicht alle Verdachtsmomente würden sich bestätigen. Die Polizei habe großes Verständnis für die Sorgen der Eltern und gehe jedem Hinweis mit großer Sorgfalt nach. Aus langjähriger Erfahrung wissen die Ordnungshüter aber auch, dass sich die geäußerten Verdachtsmomente glücklicherweise in den allermeisten Fällen als harmlos herausstellen. Ohne konkrete Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten oder eine konkrete Gefährdung von Kindern sei die Verbreitung solcher Meldungen jedoch eher kontraproduktiv, da sie Ängste und Unsicherheiten schüren - auch bei Ihren Kindern. "Auch aufgrund der weit verbreiteten Nutzung von Facebook, WhatsApp & Co. im Zusammenhang mit der verdächtigen Ansprache von Kindern gibt es sowohl bei Eltern als auch in Schulen und Kindergärten eine Unruhe, die sich täglich potenzieren und auf angrenzende Bereiche übergreifen kann. Viele Eltern sind daher in solchen Situationen sehr verunsichert", stellt der Polizist fest.


"Die meisten Übergriffe auf Kinder im sozialen oder familiären Umfeld"

Durch die vielen Gespräche mit den Kindern in den Schulen, mit den Eltern, aber auch untereinander seien die Schülerinnen und Schüler sehr sensibilisiert und erleben alltägliche Situationen als vermeintlich gefährlich. "Eine traurige Tatsache ist jedoch, dass die meisten Übergriffe auf Kinder im sozialen oder familiären Umfeld stattfinden. Der fremde Täter von außen ist selten - kommt aber vor. Man denkt an die Einzelfälle, die in den Medien sehr präsent sind, und natürlich entsteht der Gedanke, dass das eigene Kind nicht sicher ist. Was man tun kann Statt möglicherweise falsche Informationen zu verbreiten, kann man dieser Situation auch von der anderen Seite begegnen: Vorbeugen, das Kind stark machen", empfiehlt Riebandt. Nur wer aufgeklärt ist, kann im Ernstfall selbstbewusst handeln.



TIPPS FÜR KINDER UND ANGEHÖRIGE Wichtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern immer wieder über die wichtigsten Verhaltensregeln sprechen, wenn sie alleine unterwegs sind - zum Beispiel auch auf dem Schulweg. Und vor allem: Kinder sollten keine Scheu haben, im Zweifelsfall selbst die Polizei zu rufen. 110 - diese Nummer kennen schon die Kleinsten.


Riebandt: "Drohen Sie nicht mit der Polizei, wenn Ihr Kind nicht hört - es soll zu uns kommen und mit uns reden, wenn es Angst hat. Das ist gerade in dieser Situation wichtig. Wir haben die wichtigsten Tipps für Ihre Kinder noch einmal zusammengefasst:"


- Geh mit Freunden oder Klassenkameraden! 
- Immer den gleichen Weg nehmen! Denn da kennst du dich aus. 
- Sag laut und deutlich, wenn du etwas nicht willst. Auch zu Erwachsenen kannst du sagen: "Lass mich in Ruhe! 
- Geh auf keinen Fall zu nah an ein Auto heran. Sag dem Fahrer: "Ich darf nicht mit Fremden sprechen, fragen Sie bitte einen Erwachsenen! 
- Wenn du dich bedroht fühlst, darfst du laut schreien und zu anderen Menschen laufen, um Hilfe zu holen. 
- Weglaufen ist nicht feige. 
- Im Notfall darfst du IMMER den Notruf wählen! Die Polizei hat die Nummer 110, du kannst sie mit dem Handy anrufen. 
- Wenn dir auf dem Schulweg etwas merkwürdig vorkommt, erzähle es deinen Eltern oder deiner Lehrerin bzw. deinem Lehrer - am besten sofort! 



Und für Eltern haben wir noch ein paar Tipps:



- Sprechen Sie mit Ihrem Kind klare Verhaltensregeln ab, haben Sie ein offenes Ohr für Unsicherheiten oder Ängste. Machen Sie ihm klar, dass es "Nein" sagen darf, wenn ihm ein fremder Erwachsener zu nahe kommt. Kinder haben Rechte. Nein sagen gehört dazu. 
- Gehen Sie mit Ihrem Kind den Schulweg ab. Zeigen Sie ihm vielleicht Geschäfte, in die es im Notfall laufen kann (SchutzCelle - Hilfe für Kinder). 
- Vereinbaren Sie mit anderen Eltern genau, wer Ihr Kind von der Schule oder vom Kindergarten abholen darf. Ihr Kind sollte wissen, dass es ausnahmslos nur mit diesem - möglichst kleinen - Personenkreis gehen oder fahren darf. 


Weitere Informationen erhalten Sie beim Präventionsteam der Polizeiinspektion Celle unter der Telefonnummer 05141/277-107. Kriminalhauptkommissar Christian Riebandt ist Ihr Ansprechpartner in Sachen Kindersicherheit.

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