Landpartie douze points – Eurolieder begeistern Lachendorfer


Landpartie Schlosstheater Fehmi Göklü Euro Lieder
Fehmi Göklü und Miriam Busse auf dem Olen Drallen Hoff Fotos: Anke Schlicht

LACHENDORF. Wo war der NDR? Bei der Landpartie des Celler Schlosstheaters hätte der für den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest (ESC) verantwortliche Sender, der regelmäßig ein unglückliches Händchen bei der Vorauswahl beweist, aus dem Vollen schöpfen können. Am Freitagabend hieß es weder „This is Stockholm calling“ noch „This is Dublin calling“, nein, Lachendorf was calling.


Mit einer ganzen Palette Contest-tauglicher Lieder verwandelten Fehmi Göklü und Miriam Busse den Olen Drallen Hoff in eine ESC-Bühne im Mini-Format und sorgten damit für eine gelungene Premiere der Schlosstheater-Landpartie in Lachendorf. „Ich singe Euro Lieder“ konkurrierte zwar mit dem zeitgleich stattfindenden Schützenfest und lockte dennoch eine große Zahl an Gästen auf das Open Air Gelände. „Die Auslastung liegt bei ca. 85 Prozent“, bilanzierte die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Andrea Hoffmann und fügte hinzu: „Die Landpartie liegt uns am Herzen, wir bringen damit das Schlosstheater in die Region.“ Hauptsponsor der regionalen Tournee ist seit vielen Jahren die Volksbank Südheide Isenhagener Land Altmark.


Kurz bevor die schillernden Moderatoren Dirk Böther und Tanja Kübler verkündeten „Let the ESC 2022 start“ überreichte Diana Kallweit dem Intendanten Andreas Döring einen Scheck in Höhe von 2.500 Euro. Die Leiterin der Geschäftsstelle Lachendorf nahm ebenso wie der lokale ehrenamtliche Organisator Henning Homann anschließend im Publikum Platz. Beide zeigten sich ebenso begeistert wie die übrigen Zuschauer vom Witz, der Originalität und dem musikalischen Können der beiden Protagonisten auf der Bühne, die in fliegendem Wechsel von einer Identität in die andere schlüpften, Ländergrenzen überwanden und internationales Flair Einzug halten ließ in den plattdeutschen Olen Drallen Hoff.


Die entsprechende Kulinarik steuerte der „Verein Miteinander“ bei, der mit orientalischen Spezialitäten für das leibliche Wohl sorgte und gleichzeitig die türkische Länderdelegation stellte. Suzan Yilmaz übernahm die Aufgabe des Votings und war damit nur eine von etlichen Personen aus dem Publikum, die Fehmi Göklü rekrutierte, damit am Schluss abgestimmt werden konnte. Ohne Interaktion mit den Zuschauern funktioniert das Spiel nicht, und so ging er durch die Reihen und wies Rollen zu, die am Ende die berühmte Punktevergabe vornahm.


Anders als bei der jüngsten Originalausgabe in Turin hieß es häufig „douze points“ für Germany - mit einem waschechten deutschen Schlager hatten Göklü und Busse wie mit ihrer intelligent-unterhaltsamen Show insgesamt den Nerv des Lachendorfer Publikums getroffen. Für diesen Abend der Landpartie des Schlosstheaters kann es keine andere Wertung geben als „douze points“.



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