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Kunst trifft auf Mode: Ungewöhnliche Ausstellung bei dettmer + müller eröffnet

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Frau hängt Plakat ab

CELLE. Mehrere Meter große Gemälde in leuchtenden Farben hängen an den Wänden, davor stehen elegant gekleidete Gäste, in einer Ecke sitzt eine Galeristin mit Klemmbrett – Szenen wie in einer klassischen Ausstellung. Doch die Galerie ist das Modegeschäft dettmer + müller, die Besucher sind Schaufensterpuppen. Am Wochenende wurde dort eine ganz besondere Ausstellung eröffnet, in der Mode auf Kunst trifft – mit Werken des Celler Künstlers Frank Schult.


„Ein Schaufenster ist ein 24-Stunden-Museum und macht Kunst auch denen zugänglich, die sie sonst nie gesehen hätten.“

Die Schaufenster seien ein direkterer Zugang zu den Menschen, sagt Frank Schult selbst. „Im Museum schwingt häufig noch mehr Ehrfurcht mit“, erklärt der Künstler, dessen Werke bereits mehrfach ausgestellt wurden. Eine Ausstellung im Schaufenster ist jedoch auch für ihn eine Premiere. „Ein Schaufenster ist ein 24-Stunden-Museum und macht Kunst auch denen zugänglich, die sie sonst nie gesehen hätten“, ergänzt Bianca Baron von dettmer + müller.



Drei Wochen wurde vorbereitet


Rund drei Wochen lang waren die Schaufenster des Modegeschäfts verhangen. In dieser Zeit sichteten Bianca Baron und ihre Kollegin Eva Haack die Kunstwerke, hängten sie auf und wählten passende Kleidung aus. Keine leichte Aufgabe, denn ein Großteil der Schaufenster ist nur über eine Bodenklappe und mit einer Leiter zugänglich. „Das ist in Celle ein einzigartiges System“, sagt Eva Haack. Für die teils mehrere Meter langen Gemälde musste sogar der gesamte Boden hochgeklappt werden.


Mode als Rahmen für Kunstausstellung


Die Kleidung sollte dabei nicht vom Bild ablenken, sondern einen Rahmen bilden. Einige Schaufensterpuppen wurden bewusst mit dem Rücken zum Fenster gedreht – wie Besucher, die sich in einer echten Ausstellung einem Werk zuwenden.



Symbolik und biografische Elemente


Die Mühe hat sich gelohnt. „Das war eine Wahnsinnsleistung von den Frauen“, lobt Frank Schult. In seinen Arbeiten verwebt er Symbolik, Anspielungen auf Mythologie sowie politisch oder gesellschaftskritische Themen mit biografischen Elementen. Er studierte in Leipzig Malerei und entschied sich in den 1980er-Jahren, die DDR zu verlassen.


„Du machst einen Strich und merkst: Du musst auch noch den zweiten Strich machen.“

Seine Inspiration beschreibt er als Mischung aus Erlebtem, Gedankenwelt und Instinkt – „meine Frau fragt mich das auch immer“, scherzt er. Und manchmal genüge ein einziger Impuls: „Du machst einen Strich und merkst: Du musst auch noch den zweiten Strich machen.“



Sechs Wochen, 18 Werke


Sechs Wochen lang sind nun 18 Originalwerke von Frank Schult bei dettmer + müller und Marstall Männermode ausgestellt, im Wäschehaus sind Kopien zu sehen. „Da steckt Herz und Geschichte drin. Man entdeckt jedes Mal etwas Neues“, sagt Eva Haack.



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