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Kultur, Politik und Spannung –Abenteuer in Prag mit dem Ferienpass der Stadt Celle




CELLE/PRAG. 20 Jugendliche und sechs Begleiter erlebten aufregende und emotionale Tage in der vielleicht "schönsten Hauptstadt der Welt". Mit #Prag stand zum ersten Mal die #Tschechei auf dem Programm und das auch erstmals für 17-Jährige. "Den Jugendlichen wurde ein wahres Feuerwerk an Architektur, Geschichte und kultureller Vielfalt geboten und vermittelte ihnen vor allen Dingen Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und praktisches Wissen für Reisen ins Ausland", so die Stadtverwaltung. Hier ihr Reisebericht


Die Reise beginnt schon Tage vorher. Alle Teilnehmer werden mit selbst entwickelten Tutorials und Informationen zur Fahrt versorgt. Wichtige Apps heruntergeladen. Ziel: Wie finde ich mich in einer fremden Stadt, wie finde ich mich in einem fremden Land schnell zurecht. Orientierungspunkte, Stadtpläne, U-Bahn Linien, alles wird vorher akribisch erklärt, die empfohlenen Dokumentationen werden gerne studiert.


Gedenkstätte Theresienstadt


Das erste Ziel der Fahrt, die Gedenkstätte Theresienstadt. Ursprünglich eine Festung der Habsburger im Konflikt mit Preußen, wurde sie nie als solche genutzt und diente stets als Gefängnis. Für die Nazis war sie dann Vorzeige KZ im 2. Weltkrieg. Eine perfide Propagandalüge, über die der 80-jährige Karl Rozec in unnachahmlich ruhiger und intensiver Art zu informieren weiß! Karl gelingt es, was sich viele Lehrer in Deutschland wünschen würden, er erhält von den Jugendlichen das größte Kompliment: Aufmerksamkeit!


Karl ist Pferdenarr und war schon zweimal in Celle im Landgestüt. Er begrüßt die Jugendlichen aus der „berühmten Stadt Celle“ und dann geht es 500m durch die 30 km langen Gänge der Festung. Nichts für Klaustrophobiker und angesichts der schrecklichen Geschichte, Gänsehaut und Betroffenheit bei allen. Es ist seine allerletzte Führung. Er geht in Rente.





Unterkunft mit Großstadtflair


Die Ankunft im Prager Hotel ist der erste Kulturschock. Das ist Großstadtflair. Ohne Englisch läuft hier gar nichts. Die Rezeption muss sich um hunderte Gäste beim Check-In kümmern. 21 Stockwerke, 400 Zimmer mit Platz für weit über tausend Reisende. Die Jugendlichen finden es mega cool. Nervig ist nur, dass es lediglich drei Fahrstühle gibt. Die Zimmer liegen in der 14. Etage. Das führt zu einem nicht geplanten Fitnesstraining beim Treppensteigen.


Das unerwartete Training ist eine gute Vorbereitung auf den kommenden Tag. Was die Jugendlichen nicht wissen: Es liegen gut 20km Fußweg (insgesamt sollen es gut 50 werden!) durch die Stadt an. Bevor es aber losgeht gibt es einige mahnende Worte, ausführliche Erklärungen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und Verhaltenstipps. Keine Großstadt ist gänzlich ohne Gefahr! Das Coaching soll sich noch als hilfreich erweisen.


Führung durch die Altstadt


Die Führung durch Prag übernimmt Ingo Bloeß vom Team Jugendarbeit persönlich. Durch die Altstadt geht es über die Karlsbrücke auf die Kleinseite, vorbei an zahllosen beeindruckenden und historisch bedeutsamen Bauwerken und Orten der Geschichte. Prag ist die Stadt der Bohème, der Intellektuellen, der Kulturschaffenden, der Freiheitsliebenden. Die Jugendlichen erfahren viel an diesem Tag. Auch die Rolle Karl IV. und der Gründung der ältesten Universität Deutschlands in Prag, oder seinem schändlichen Verrat an den Juden, wird nicht ausgespart.

Ein Ort erfährt besondere Aufmerksamkeit. Auf einem menschenleeren Hügel bietet sich der Blick direkt in den Garten der Deutschen Botschaft. Ingo erzählt von den dramatischen Stunden am 30. September 1989 und der Ausreiseverkündung von Hans-Dietrich Genscher an die DDR-Flüchtlinge und ihrer Horrorfahrt mit dem Zug von Prag durch die DDR in den Westen. Gänsehaut und ergriffenes Schweigen. Den Jugendlichen ist bewusst an welch einem Ort der jüngeren Geschichte sie stehen.


Auf dem Petrin, dem Aussichtsberg der Stadt, genießen viele den Blick vom Nachbau des Eiffelturms. Auch wenn er nicht annähernd die Größe des Originals erreicht, trauen sich nicht alle auf der nach allen Seiten offenen Nadelspitze nach oben. Die einmalige 360‘ Perspektive bietet auch einen Blick auf das, mit einer Kapazität von 250.000 Zuschauern, ehemals größte Fußballstadion der Welt. Dann großes Staunen in einer der eindrucksvollsten Bibliotheken Europas. Eine Million Bücher beherbergt das Kloster Strahov. Die Deckengemälde lassen alle Staunen und man kann sogar einer Restauratorin bei ihrer kunstvollen Arbeit zusehen.



Das Finale des ersten Tages findet auf der mächtigsten Burg- und Schlossanlage weltweit, dem Hradschin, statt. Der Blick vom Veitsdom ist, nach schwindelerregenden Aufstieg, atemberaubend, dann geht es auf eigene Faust durch die Straßen und Geschäfte der Stadt. Und einige gönnen sich noch den abendlichen Blick vom Rathausturm auf das strahlend schöne Prag! Spätestens jetzt sieht man, warum viele diese Stadt für die schönste der Welt halten. Es ist eine Bohemian Rhapsody der Sinne!


Besuch im Zoo


Am nächsten Tag wartet der Prager Zoo auf die Jugendlichen. Wer hier einen normalen Zoo erwartet wird äußerst positiv überrascht. Er steht nicht umsonst unter den Top Five in der Welt. Nicht nur die Größe überwältigt. Er ist um und auf einem Berg gebaut, Seilbahn inklusive. Gelegenheit für viele niedliche Fotos, dann ein kurzer Schrecken. Teile der Gruppe hatten sich schon in die Stadt aufgemacht. Das perfekt mit Handy vernetzte Team erhält eine Sprachnachricht. Ein Unbekannter hat in der U-Bahn versucht ein Handy zu rauben. Aber die Jugendlichen reagieren perfekt. Das Coaching macht sich bezahlt. Es bleibt bei einem kurzen aber lehrreichen Aufreger.

Prag ist Filmmetropole. Mission Impossible, Casino Royal, Die Musketiere oder das unvergessliche Meisterwerk „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wurden in Prag und Tschechien gedreht. Demzufolge gibt es jede Menge Fachleute für Tricktechnik und Kulissen, was dazu führt, dass Prag die coolsten Escape Rooms Europas hat. Die Gruppe hat mit Questerland gleich alle fünf Räume des bekannten Anbieters gemietet. Nach zwei Durchgängen sind alle happy und entsprechend aufgedreht. Und es geht gleich weiter.


Foto Challenge zum Abschluss


Kaiserwetter. Prag zeigt sich von seiner besten Seite und in leuchtenden Farben. Der Nachmittag bietet einen letzten Höhepunkt: eine Foto Challenge. Mit dem Handy geht es zu versteckten Highlights an denen es gilt kreative Aufnahmen zu machen. Ein Wahnsinnsspaß. Nicht nur, dass man auf diese Weise mit wildfremden Menschen ins Gespräch kommt, oder die mit 50cm schmalste Gasse Prags, immerhin mit eigener Ampel, oder die John Lennon Wall sieht, es wird auch die wahre Geschichte des Prager Fenstersturz erzählt, und dieser endete nicht auf einem Misthaufen.

Was am Ende bleibt sind unvergessliche Erinnerungen und ein weiteres Stück Ferienpassgeschichte. Die Jugendlichen haben Dinge gelernt, die ihnen auf zukünftigen Reisen eine große Hilfe sein werden. Lernen fürs Leben! Und das mit unfassbar viel Spaß!


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