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„Krachend gescheitert“ – Keine Allermahd im Sommer


Verkrautete Aller Foto: Peter Müller

CELLE. In diesem Sommer werden aufgrund der Allerverkrautung keine Ruderregatten stattfinden. Ob die Benefizveranstaltung „Rudern gegen Krebs“ im September durchgeführt werden wird, entscheidet sich heute Abend. Die Verwaltung hatte auf eine Ausnahmegenehmigung des Umweltministeriums gesetzt, Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge sich sogar an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil gewandt und gebeten, in der Angelegenheit zu intervenieren, und im Sommer mähen zu dürfen. Ohne Erfolg.


Der negative Bescheid war allerdings vorhersehbar, hätte die Landesregierung doch gegen geltendes Recht verstoßen, wäre sie dem Celler Ersuchen nachgekommen. Die Mittelaller zwischen Pfennigbrücke und Ziegeninsel ist Teil des Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebietes und steht unter Naturschutz, erst ab September darf gemäht werden. Die Hoheit der Genehmigung hierfür liegt keineswegs in Hannover und auch nicht bei der Einrichtung, die für die Gewässerunterhaltung zuständig ist, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), sondern bei der Unteren Naturschutzbehörde im Neuen Rathaus. Diese hat keine Ausnahme zugelassen.


Die Angelegenheit fällt in das Ressort von Dezernatsleiterin Elena Kuhls, sie wird zwar mit den Worten zitiert, seit Jahresbeginn an dem Thema zu arbeiten und die zuständigen Stellen in Hannover zu sensibilisieren, bis in die Reihen der hiesigen Politik scheinen ihre Bemühungen jedoch nicht vorgedrungen zu sein. Entweder es fehlte an Transparenz oder der CDU-Ratsherr und Landtagsabgeordnete Alexander Wille hat sich einfangen lassen von der scheinbar einfachen Erklärung, die das Neue Rathaus propagierte, so auch in der jüngsten Ratssitzung, der auferlegte Naturschutz und die fehlende Bereitschaft des grünen Umweltministeriums seien verantwortlich dafür, dass der Celler Traditionssport nicht mehr so durchgeführt werden kann, wie es die Sportler und die Stadtgesellschaft bisher gewohnt waren.


Wille stellte Ende Mai eine Kleine Anfrage an die Landesregierung, die der in Celle vorherrschenden Argumentation des Neuen Rathauses folgte: „Bewertet die Landesregierung das Vorgehen des NLWKN, derzeit eine weitere Allermahd bzw. Entkrautung der Aller nicht zu genehmigen, als rechtskonform?“ oder „Kann die Landesregierung den Rudervereinen und der Stadtbevölkerung eine Genehmigung für eine Allermahd in diesem Jahr in Aussicht stellen?“ Die Anfrage lässt erkennen, dass der CDU-Ratsherr wie viele andere erst spät mit dem Problem konfrontiert wurden, obwohl es intern lange bekannt war. Die Celler Rudersportler hatten sich frühzeitig an das Neue Rathaus gewandt.


„Viel zu viel Zeit wurde vertan, Zeit, die man gut für die Planung alternativer Benefizveranstaltungen zugunsten des Onkologischen Forums hätte nutzen können“, sagt der Vorsitzende der grünen Stadtratsfraktion Stephan Ohl. Als „krachend gescheitert“ bezeichnet er die Strategie des Oberbürgermeisters, allein auf eine Ausnahmegenehmigung aus Hannover zu setzen. „Es wäre an der Zeit, endlich eine wissenschaftliche Begleitung in Auftrag zu geben, um eine nachhaltige Lösung gegen die Verkrautung der Aller zu ermitteln“, fordert das grüne Ratsmitglied, der auch Gespräche mit dem NLWKN geführt hat.


Sein Statement: „Rudern ist weiterhin möglich, auch ohne Mahd“, deckt sich mit Aussagen der Landesregierung in Beantwortung der Kleinen Anfrage: „Die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Nutzung der Aller, z.B. für die Ausübung des Rudersports und die Durchführung der Ruderregatten, besteht gegenwärtig bereits, sofern sich diese im geltenden Rechtsrahmen, u.a. des Naturschutz- und Wasserrechts bewegt.“

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