Komplexer Entscheidungsprozess zur Hinrich-Wolff-Schule Bergen


Sanierung oder Neubau an anderer Stelle: Die Hinrich-Wolff-Grundschule beschäftigt die Politik in Bergen. Foto: Susanne Zaulick/Archiv

BERGEN. Auf die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung kommt in den nächsten Wochen einiges an Arbeit zu. Es geht darum, die Entscheidung für oder gegen einen Neubau der Hinrich-Wolff-Schule vorzubereiten. Alternative wäre die Sanierung des Gebäudes aus den 30er Jahren inklusive Erweiterungsanbau.


Um Grundlagen für eine Kosten-Nutzen-Bewertung zu erarbeiten, hat die Stadt die DKC Kommunalberatung GmbH aus Köln mit ins Boot geholt. Deren Geschäftsführer Michael Schultze-Rhonhof erläuterte am Donnerstagabend im Stadtentwicklungs-Ausschuss, das Prozedere. „Es sollen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ‚weiche‘ Faktoren betrachtet werden“, stimmte der Architekt auf die Themen ein, die nun den Ausschuss in der kommenden Zeit intensiv beschäftigen werden: Städtebauliche, organisatorische und gebäudespezifische Kriterien können in die nun zu erstellende Nutzwertanalyse ebenso einfließen, wie das pädagogische Konzept und der Faktor Nachhaltigkeit. Auch die Schulwegsicherheit und Verkehrsplanung sollen hier Berücksichtigung finden.


Dabei wird vorab von der Politik festgelegt, in welcher Gewichtung diese Gesichtspunkte in die Entscheidung einfließen. Das sollen die Ausschussmitglieder nun erarbeiten. „Das ist ein komplexer Prozess. Die Kriterien spiegeln die unterschiedlichen Sichtweisen wieder, die man auf das Projekt haben kann“, so Schultze-Rhonhoff. Es sei aber sinnvoll, die beiden Blöcke „Geld“ und „Qualität“ zunächst einmal völlig unabhängig voneinander zu betrachten: „Es macht keinen Sinn, in Kenntnis der Kosten, den Nutzen zu bewerten.“


Wenn am Ende sowohl der Realisierungskostenvergleich, der ausschließlich die finanziellen Aspekte betrachtet, ebenso wie die Nutzwertanalyse fertig gestellt sein werden, kommt es zur abschließenden Kosten-Nutzen-Bewertung. Im Allgemeinen würden dann die wirtschaftlichen Aspekte mit 60 Prozent gewichtet, die „weichen“ Faktoren mit 40 Prozent, so Schultze-Rhonhof.


Derzeit stehen sechs verschiedene Planungsvarianten im Raum, die nicht nur das Gebäude der Hinrich-Wolff-Schule einbeziehen, sondern auch das Rathaus, das städtische Gebäude „Am Museum 3“ sowie das angemietete Objekt in der Harburger Straße, in dem Teile der Verwaltung untergebracht sind. Würde ein Schulneubau in der Berliner Straße/Heisterkamp Süd erfolgen, gäbe es die Möglichkeit, die „alte“ Hinrich-Wolff-Schule zu verkaufen, oder sie – zum Beispiel – als Verwaltungsgebäude zu sanieren. Diese letzte Option wurde von der DKC bereits geprüft und hinsichtlich der Anzahl an einrichtbaren Arbeitsplätzen als „den Anforderungen genügend“ eingestuft. Um den gesamten Gebäudekomplex barrierefrei zu gestalten, müssten allerdings zwei Aufzüge eingebaut werden. Ob das Gebäude „Am Museum 3“ saniert oder verkauft wird, hängt ebenso wie die weitere Anmietung des Objektes in der Harburger Straße davon ab, inwieweit die Verwaltung auf diese Räumlichkeiten in Zukunft angewiesen ist. Im alten Rathaus reicht der Platz nicht aus und dieses Gebäude ist ebenfalls sanierungsbedüftig.


Sowohl aus den Reihen der Ausschussmitglieder wie auch von Seiten der Bürgermeisterin wurde im Ausschuss deutlich gemacht, dass man nun zügig eine Entscheidung herbeiführen will. Um hier voranzukommen, wird sich der Ausschuss im Juni auch als Arbeitskreis treffen. Die Schulleiterin der Hinrich-Wolff-Schule, Katja Tank, soll bei den Treffen dabei sein. Die Nutzwertanalyse selbst, wird dann in der Stadtverwaltung, mit Unterstützung durch die DKC und mit den jetzt erarbeiteten Vorgaben aus der Politik, erstellt.







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