„Keinen Bock auf leere Versprechen“: Wildpark-Chef Wamser will Landrat werden
- Stefan Kübler
- vor 1 Tag
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MÜDEN/ÖRTZE. Normalerweise kümmert er sich um Elche, Rentiere und Waschbären. In den vergangenen Tagen ist Thomas Wamser, Wildpark-Chef in Müden, jedoch verstärkt mit dem Fahrrad im Ort unterwegs gewesen, um Unterschriften für ein ganz spezielles Vorhaben zu sammeln. Der Geschäftsführer möchte Landrat werden. Seine Kandidatur zur Kommunalwahl am 13. September hat er bereits offiziell angemeldet. Jetzt muss er 300 Unterschriften zur Unterstützung einreichen, damit er auch zugelassen wird.
Idee kam beim Streit um Zoogenehmigung
Die Idee zur Kandidatur sei im vergangenen Jahr entstanden. Damals habe er mit dem Wildpark mitten in den Gesprächen rund um die strittige Zoogenehmigung gesteckt. Dieser ganze Vorgang sei sehr frustrierend gewesen. Von der Schwerfälligkeit der Bürokratie und dem Umgang miteinander sei er enttäuscht gewesen. „Dann werde ich halt selber Landrat, habe ich gesagt“, so Thomas Wamser im Gespräch mit CelleHeute. Diesen Plan versucht er nun in die Tat umzusetzen.
Mehr „Service am Gast“ beim Landkreis etablieren
Der Wildpark-Chef möchte neue Strukturen schaffen und die Landkreisverwaltung moderner, digitaler und freundlicher gestalten. „Service am Gast“ nennt er das und meint damit einen besseren Umgang und mehr Verbindlichkeit, beispielsweise bei der Kommunikation, der Einhaltung von Terminen und dem Setzen von Prioritäten. Wo es gesetzlich möglich ist, möchte er Vorgänge verkürzen. „Ich gehe unternehmerisch an die Sache heran“, so Thomas Wamser. „Ich wollte immer, dass die richtigen Mitarbeiter auf den richtigen Stühlen sitzen.“ Und weiter: „Beim Landkreis sitzen 1000 Mitarbeitende, die bringen alle etwas mit.“
Tätigkeit als Geschäftsführer würde ruhen
Der Streit zwischen dem Landkreis Celle und dem Wildpark Müden bezüglich der mittlerweile erteilten Zoogenehmigung hallt noch nach. Thomas Wamser macht aber deutlich, dass es ihm bei der Kandidatur nicht darum geht, den Wildpark zu fördern. „Es ist ja nichts Unrechtes passiert. Mir geht es nur um die Art und Weise, wie miteinander umgegangen wurde“, sagt er. Die Kandidatur zum Landrat sei ein neues Projekt, dem er sich mit aller Ernsthaftigkeit widmen werde. „Ich habe keinen Bock auf leere Versprechen.“ Er räumt ein, dass er ohne die Auseinandersetzung mit dem Landkreis wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen wäre, Landrat werden zu wollen. Interessenskonflikte sieht er jedoch nicht. Sollte er gewählt werden, werde er seine Geschäftsführertätigkeit ruhen lassen.
„Es soll um die Sache gehen.“
Thomas Wamser will bewusst als parteiloser Einzelkandidat zur Landratswahl 2026 antreten. „Es soll um die Sache gehen“, sagt er. Sein Vater sei Ratsmitglied in der Eifel gewesen und habe oft erzählt, das gute Ideen nur aus Parteizwang oft nicht umgesetzt worden seien. Das habe ihn geprägt. Beim Stimmenfang von Tür zu Tür erhalte er für seine Kandidatur viel Zuspruch. Einfach irgendwo zu klingeln, koste Überwindung, aber die Gespräche, die daraus entstehen, würden Spaß machen. Auch in den kommenden Tagen will Thomas Wamser weiter Unterschriften sammeln. Am 6. Juli muss er die Liste beim Wahlleiter abgeben.














