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Kaiser-Panorama Celle: Das war dann mal weg!

8. Mai
2 Min. Lesezeit
Vereinsmitglieder Juliane und Peter Janzen bei Verladung der Panorama-Teile, Foto: Verein
Vereinsmitglieder Juliane und Peter Janzen bei Verladung der Panorama-Teile, Foto: Verein

CELLE/MINDEN. Celle/Minden. Das Kaiser-Panorama, seit Jahrzehnten Bestandteil der Celler Kulturszene und Unikat der deutschen Mediengeschichte, macht notgedrungen erneut Programm außerhalb Celles. Für die nächste Museumssaison wird die Zeitmaschine, die dreidimensionale Rückblicke erlaubt und bisher zehntausende von Besuchern in ihren Bann zog, im Preußenmuseum Minden zu sehen sein.


„Nach dem Ausstellungserfolg im Essener Folkwang-Museum, der erneuten freundlichen Absage des hiesigen Museumsdirektors Stefan Daberkow, keinen Platz im Bomann-Museum zu haben und vergeblichen Anfragen beim Stadtmanagement nach geeigneten Räumen in der Altstadt blieb uns kein anderer Weg“, resümierte Vereinsvorsitzender und Impulsgeber Karsten Hälbig. Auch für 2027 liegen schon Anfragen von außerhalb vor.


Kulturtouristisch ist das bedauerlich, zumal Celle der einzige verbliebene noch aktive Standort der einst 250 Kaiser-Panorama-Filialen ist, die vor gut 100 Jahren 3-D-Bilder vom Tagesgeschehen in wöchentlich aktuellen Aufnahme-Serien darboten. Celle ist damit einer der wenigen Orte, von denen aus dreidimensionale Rückblicke in eine Zeit ermöglicht werden, von der man eine solche Technik nicht erwarten würde.


Das Original stand seit 1907 bis zur Einführung des Tonfilms 1930 am Brandplatz, geriet nach der Demontage in Vergessenheit und wurde von Karsten Hälbig Anfang der 1990er zu neuem Leben erweckt. Der Celler Förderverein für Kaiser-Panoramen ist seitdem fördernde Einrichtung für diese Technik und hält Kontakte zu Museen und Privatpersonen mit Beständen in der ganzen Welt.


Da alle Vereinsmitglieder ehrenamtlich mitarbeiten, kostet die Seh-Reise vom bequemen Caféhausstuhl aus in das wilhelminische Zeitalter nicht viel Geld. Auch neue Serien wurden angefertigt, beispielsweise von der Einweihung des Celler Rathauses 1999, von den Osthannoverschen Eisenbahnen, der Spinnhütte oder vom Kulturgeschehen in Celle.


Im Preußenmuseum sind in den kommenden Monaten andere Themen gefragt. Ab 17. Mai heißt es dort „Seine Majestät ist deutlich erkennbar“ mit Nahaufnahmen vom Kaiser, seinen Staatsbesuchern und Staatsfeierlichkeiten im alten Berlin. Es folgen weitere Aufnahmen aus dem Berlin der Jahrhundertwende, wie Volksmaler Heinrich Zille es gesehen haben konnte und von den ersten Luftfahrtversuchen auf dem Tempelhofer Felde.


Das Kaiser-Panorama ist zu den Öffnungszeiten des Preußenmuseums geöffnet und lädt herzlich zum Besuch nach Ostwestfalen ein.



Text: Verein

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