Jahreshauptversammlung des Hegerings Flotwedel


Ehrung für 25-jährige Mitgliedschaft: (von links) H. Mattthies, Reinhard Lucht, Hans Conrad, Klaus Peter Geschwentner, W. Gajek

FLOTWEDEL. Nach zwei Jahren Pandemie konnte auf Grund geänderter Coronabestimmungen die Jahreshauptversammlung des Hegerings Flotwedel stattfinden. Revierinhaber konnten freiwillig Trophäen zeigen, die besonders sehenswert sind. Auch wenn die Beteiligung nicht so groß war, wie auf der traditionell in der zweiten Hälfte des Februars stattfindenden Versammlung, freute sich der Hegeringleiter Winfried Gajek, endlich wieder eine gemeinsame Versammlung abhalten zu können. Mit dabei waren auch der Vorsitzende der Jägerschaft Celle, Heinrich Matthies, und der Ehrenhegeringleiter Manfred Wöllmann.


Matthies berichtete, dass die Herausforderungen in der Jägerschaft Celle durch die Pandemie nicht geringer geworden seien. Die Neuordnung des Niedersächsischen Jagdgesetzes enthielten "viele nicht waid- und tierschutzgerechte Änderungen". Die Afrikanische Schweinepest sei inzwischen bedrohlich nahe gerückt und verlange eine waidgerechte Reduktion der Schwarzwildbestände. Die Wildtiererfassung (WTE) kann auf 30 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Leider sei die Abgabe der Bögen keine Selbstverständlichkeit und die Hegeringleiter mussten zusätzlich tätig werden. Nach Matthies' Worten bietet nur die WTE die Möglichkeit flächendeckender Erfassung von Daten, die wissenschaftlichen Anforderungen genügen.


Zur Rettung von Kitzen wurde die Anschaffung von Drohnen gefördert. Die Drohnenteams haben durch ihren unermüdlichen Einsatz sehr viele Kitze gerettet. Die Wolfspopulation in Niedersachsen ist sehr stark angewachsen. Es stelle sich die Frage: "Wie viele Wölfe können wir akzeptieren?", so Matthies.

Der Schießpark Celler Land in Scheuen konnte trotz temporärer Schließung und Sanierungsmaßnahmen ohne große finanzielle Einbußen bestehen. Für 2022 plant die Jägerschaft mit Unterstützung der BINGO- Umweltstützung die Beschaffung von Wildwarnreflektoren und die Anschaffung eines „Entdeckermobil-Erlebnis NATUR“ zur Unterstützung der Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus stellt der Landkreis Celle 20.000 Euro für die Beschaffung von Fallen zur Verringerung der Ausbreitung invasiver, gebietsfremder Arten zur Verfügung (CELLEHEUTE berichtete).

Es folgten die Tätigkeitsberichte des Hegeringleiters und die der Obleute. Die Ehrungen für 25-jährige und für 40-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Jagdverband wurden mit viel Applaus bedacht.

Eine ganz besondere Ehrung wurde dem Schrift- und Schatzmeister Hans Jürgen Birkhoff für seinen unermüdlichen Einsatz für die Jägerschaft und dem Hegering Flotwedel zuteil: Er wurde mit der Bronzenadel des Deutschen Jagdverbandes ausgezeichnet.


Stefan Hausmann erläuterte die Jagdstrecke der zurückliegenden zwei Jahre. Eine Bewertung der einzelnen Reviere ist nicht vorgenommen worden. Ausgezeichnet wurden die Reviere, die die besten Fuchsstrecken je 100 Hektar aufwiesen. Dies waren Paulmannshavekost, Nienhagen West, Klein Eicklingen und Wienhausen.


Hans Conrad aus Nienhagen berichtete zum Schluss der Versammlung über den Einsatz mit der Drohne bei der Kitzrettung. Erfreulicherweise seien die Landwirte inzwischen so sensibilisiert, dass diese rechtzeitig das jeweilige Drohnenteam anrufen. Der Drohneneinsatz müsse sehr früh erfolgen, damit die Außentemperatur nicht höher sind als die Körpertemperatur des Kitzes, da die Kitze dann nicht mehr einwandfrei erkannt werden. Das Team wird von dem jeweiligen Jagdpächter und einem weiteren Helfer unterstützt. Problematisch werde es, wenn gleichzeitig viele Landwirte das Gras mähen wollen. Der Einsatz könne dann nicht mehr in allen Fällen gewährleistet werden. Es wird angeregt, für den Einsatz im Hegering Flotwedel weitere Drohnen anzuschaffen.


Text: Götz Grimm



Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft: (von links) H. Matthies, Christoph Thies, Heiner Cramm, W. Gajek


169 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

CELLE. Die Niederländerin Truus Wijsmuller (1896–1978) rettete vor und während des Zweiten Weltkriegs mehr als 10.000 Menschen, hauptsächlich jüdische Kinder. Zu den geretteten Kindern, die heute zwis