„In Eschede blieb die Zeit stehen“ – Gedenken an die ICE-Katastrophe


ICE-Unglück Eschede Gedenken 2022
Fotos: Anke Schlicht

ESCHEDE. Still und in sich gekehrt sitzen Menschen auf den Steinen inmitten der 101 Bäume. Jeder einzelne steht für ein Opfer der ICE-Katastrophe, die sich am 3. Juni 1998 an dieser Stelle in Eschede ereignete. Die Hinterbliebenen und damaligen Helfer nutzen die Zeit vor dem Beginn der offiziellen Gedenkstunde am heutigen Vormittag für ihr ganz persönliches Gedenken und Erinnern. Einige legen Blumen nieder vor dem Gedenkstein, der alle Namen der Opfer aufführt nach den vorangestellten Zeilen: „Der Lebensweg dieser 101 Menschen endete in der Zugkatastrophe von Eschede. Auf unergründliche Weise kreuzten und vollendeten sich hier ihre Schicksale.“


„In Eschede blieb die Zeit stehen“, lautete ein Satz der Rede des Sprechers der Hinterbliebenen Heinrich Löwen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Seine Ansprache verlas der Ombudsmann Prof. Udo Steiner. Auf ausdrücklichen Wunsch des Sprechers der Hinterbliebenen erinnerte erstmal eine Zugchefin an den Tag des Grauens. „Der ICE 884 fuhr in Fulda auf dem Bahnsteig an mir vorbei“, leitete Angelique Koch ihre offiziellen Worte ein, am Ende stand ein selbst verfasstes Gedicht.


Die Escheder Pastorin Franziska Baden betete gemeinsam mit allen Anwesenden, darunter der Vorstandschef der Deutschen Bahn Richard Lutz, die Konzernbevollmächtigte der DB Manuela Herbort und der Escheder Bürgermeister Heinrich Lange. Er war seinerzeit als Feuerwehrmann am Unglücksort. Was empfindet er nach 24 Jahren, wenn er hierher zurückkehrt. „Ich kann das nicht in Worte fassen“, bringt er zum Ausdruck, was das Geschehen, das sich hier ereignete, am besten beschreibt.



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