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„Ich würde jederzeit wieder Bäume fällen lassen“ – Momentaufnahmen einer Stadtteiltour


Gruppenbild mit Oberbürgermeister: Christoph Engelen, Udo Hörstmann, Jörg Nigge, Hans-Gerhard Grote Fotos: Peter Müller

CELLE. Er unternehme diese #Stadtteiltouren mit dem Rad gern, sagt #Oberbürgermeister (OB) Dr. Jörg #Nigge vor dem Start der ersten Veranstaltung dieser Art im laufenden Jahr. Es geht durch die Blumlage/Altstadt, also einen bedeutenden Distrikt, dem Ortsbürgermeister Christoph Engelen (SPD) vorsteht. Die Verwaltung sei stolz, in den vergangenen Jahren habe sich viel getan. Und auf geht’s zur ersten Station, das ganz nah gelegene Hampton by Hilton-Baugebiet an der Wehlstraße.


Auf dem Weg dahin können Unterhaltungen mit einzelnen der zahlreichen Teilnehmer geführt werden. „Eigentlich hat diese Touren ja mal Oberbürgermeister Mende erfunden“, berichtet die langjährige Ortsbürgermeisterin Blumlage/Altstadt Gudrun Jahnke und ergänzt: „In seiner Amtszeit ist auch schon viel gemacht worden.“ Bei Hamptons angekommen, kommentiert Nigge mit Baulärm im Hintergrund: „Dies ist ein ganz wichtiger Bereich für den Wohnbau, fast alle Wohnungen sind schon verkauft. Ein Hotel haben wir gebraucht, Celle wird als Touristenstadt sehr positiv bewertet.“ Dann übernimmt Erhard Domrich, Fachdienstleiter Bauordnung. „Das sind doch alles höherpreisige Wohnungen, oder nicht?“, fragt eine Teilnehmerin. „Hier entstehen 113 Einheiten“, antwortet der OB. „Ja, sie sind höherpreisig, es muss sich ja auch lohnen für den Investor.“ „Sind die auch aus dem Ausland? Etwa chinesische?“ „Nein, alle aus Deutschland, überregional“, sagt Nigge. Weiß er, wie viele geförderte Einheiten hier entstehen? Nein. Noch ist er gewohnt souverän, aber als aus den Reihen der interessierten Radler die Sprache auf die abgeholzten Roteichen in der 77er Straße zugunsten der Hotelerrichtung kommt, schwindet die Souveränität zusehends. Ortsratsmitglied Gerald Sommer (Grüne) hat das Thema angestoßen, bringt zum Ausdruck, wie sehr er den Kahlschlag bedauere. „Also, wenn es für die Investition wichtig ist, dann würde ich jederzeit wieder Bäume fällen lassen“, wirft der Verwaltungschef in die Runde, er ist aufgebracht. Stadtbaurätin Elena Kuhls übernimmt. „Die Bäume werden ersetzt, das zahlt der Investor“, sagt sie beschwichtigend. Nicht alle Interessierten sind mit einer solchen Art von Dialogen einverstanden. „Ja, machen wir denn hier eine politische Veranstaltung?“, bringt sich Günter Stachetzki ein.


Nicht wirklich, irgendwas zwischen Information, Diskussion und Fahrradfahren bei schönem Wetter ist die Tour bis dahin. Also weiter zur nächsten Station, das frühere Achilles-Gelände, wo nun der Nahversorger Gestalt annehmen wird, der eigentlich mal auf dem Hampton-Gelände geplant war. Mit Blick aufs große Ganze sagt der OB: „Hier entsteht ein ganz neues Quartier“, und lässt den Begriff Stadtteilschule für die einige Meter weiter entstehende Katholische Grundschule fallen. Imke Bahr korrigiert: „Das ist eine konfessionelle Schule ohne eigenen Schulbezirk.“ Eine andere Dame stört sich auch an dem Begriff, das sei eine Konkurrenz zur Grundschule Altstädter/Blumlage. Wie es denn nur mit dem Verkehr laufen solle, „gibt es denn schon ein Konzept?“ „Nein, das erstellen wir gerade“, antwortet die Stadtbaurätin. „Werden für die Schule Bäume gefällt?“ Herr Nigge kritisiert die Fragesteller, ihre Art, wie sie Anliegen vorbringen „Ich möchte die Antwort auf die Frage hören“, geht eine Dame über die Anmerkung hinweg zurück zur Sache. Der OB zeigt sich überfordert. Frau Kuhls sagt: „Nein.“ „Wirklich gar keiner?“ „Na ja, so genau kenne ich die Pläne nicht, die haben das Gebäude nun auch nochmal gedreht. Ist alles noch in der Planung“, korrigiert sie sich. „Wir sind froh, dass überhaupt etwas passiert“, wirft Hans-Gerhard Grote, Vorsitzender des Seniorenbeirats, ein und beendet damit jede Form der Themenvertiefung von Seiten der Presse. Auch Gerald Sommer präsentiert sich weit moderater als an der Wehlstraße/Ecke 77er: „Also, Herr Nigge, das, was Sie hier machen mit dem Supermarkt, das finde ich ganz toll“.


Auch an der dritten Station lässt sich die Stimmung nicht als durchgehend harmonisch beschreiben. Eine Mutter, die Kinder auf der Blumläger Schule hat, kritisiert die Zusammenlegung der Altstädter mit der Blumläger Schule, die Klassen seien viel zu groß. Zudem vertröste man die Grundschüler stetig, wann der Umbau- und Anbau nun bezugsfertig sei. Der Oberbürgermeister zeigt sich auch hier nicht wirklich souverän, weist kritische Einwände und Verantwortlichkeiten brüsk zurück.


Weitere drei Stationen stehen auf dem Programm: Nordwall, Allerinsel, Brandplatz.

„Dort baut die allerland Sozialwohnungen“, sagt Jörg Nigge an der Stelle, wo früher die Kultkneipe Rio’s zu Hause war, ungefragt zur Presse, die nur aus CH besteht, mit Blick auf das Areal, wo er die geschichtsträchtige MTV-Halle hat abreißen lassen. Aha, okay, das wussten wir schon, nehmen dennoch zur Kenntnis und beenden die Tour, es reicht.



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