Hochkarätiger Konzertgenuss – Kammermusikring präsentiert Spielzeit 2022/23


Klaas Endler Kammermusikring Schlosstheater Spielzeit 2022/23
Künstlerischer Leiter des Celler Kammermusikrings Klaas Endler Foto: Anke Schlicht

CELLE. An Superlativen mangelt es bei der Vorstellung der Spielzeit 2022/23 des Celler Kammermusikrings (KMR) nicht. Attribute wie „weltweit gefeiert“, „einer der anerkanntesten Oboisten überhaupt“, „internationale Tourneen“, die auch in Celle Station machen – beschreiben die Auswahl der Künstler, die ab Herbst 2022 das Publikum auf der Bühne des Schlosstheaters in ihren Bann ziehen werden.


„Wir haben richtig Glück gehabt“, sagt der künstlerische Leiter Klaas Endler zum Auftakt der Präsentation, „nur 25 Abonnenten sind uns während der Pandemie verloren gegangen.“ Durchschnittlich liege die Auslastung bei 90 Prozent. Eine feste Größe sind die Schülerkontingente der Celler Gymnasien, mit deren pädagogischen Kräften im Bereich Musikerziehung Endler engen Kontakt hält. „Ohne die geht es nicht.“


Auch über die Auswirkung auf die Zuschauerzahlen hinaus ist Corona nach wie vor ein Thema. In künstlerischer Hinsicht ist es sogar gelungen, dem Virus positive Effekte abzugewinnen. „Das ‚Ensemble Balance‘ hätte es mutmaßlich nie gegeben, wenn Sinfonie-Orchester wie gewohnt in großer Besetzung auf die Bühne hätten gehen können“, berichtet Klaas Endler. Große sinfonische Werke wurden in eine kammermusikalische Besetzung zusammengeschmolzen, sind damit wie gemacht für die Bühne des Schlosstheaters.


Und so gestalten die 13 Musiker des „Ensemble Balance“ am 30. November eines der insgesamt sieben Konzerte der Spielzeit 2022/23 mit Stücken von Dukas, Debussy und Bruckner. Den Auftakt bestreiten am 11. September elf Solisten aus führenden deutschen Sinfonieorchestern, die sich zum Blechbläser-Ensemble „German Brass“ zusammengeschlossen haben. „Ernsthaft, augenzwinkernd und hochvirtuos“, kündigt der ehrenamtliche Leiter, der im Hauptberuf als Jurist tätig ist, die Truppe an. Ihr folgt am 10. Oktober das Schumann-Quartett, das für sein spontanes Musizieren bekannt ist und beispielhaft für die Unersetzbarkeit von Live-Auftritten steht. Zum Repertoire gehört das Jagdquartett des Komponisten, Klarinettisten und Dirigenten Jörg Widmann. „Im Vergleich zu Mozarts Jagdquartett ist der Unterton bitter“, merkt der Jurist an. Der Auftakt des Jahres 2023 liegt buchstäblich in den Händen des niederländischen Klavierduos, Lucas und Arthur Jussen, die weltweit mit ihren Interpretationen für Furore sorgen. Noch im Winter, am 19. Februar, folgen Oboe und Fagott. „Es gibt kaum ein Instrument, das Sie in der kommenden Spielzeit nicht werden erleben können“, hat Endler wiederum einen Superlativ parat. Der Solooboist der Berliner Philharmoniker Albrecht Mayer genießt Weltgeltung an der Oboe und hat sich mit dem jungen Fagottisten Theo Plath und dem Pianisten Fabian Müller zu einer Formation, die nur selten zu hören ist, zusammengeschlossen. Das Frühjahr hat bereits Einzug gehalten, wenn das nächste musikalische Highlight am 2. Mai auf der Schlosstheater-Bühne zu erleben sein wird. Mehrere Wettbewerbe konnte das amerikanische Streichquartett „Dover Quartet“ in jüngster Zeit für sich entscheiden. In Celle stehen Anton Dvorak und Joseph Haydn auf dem Programm. Den Abschluss der Saison bildet am 26. Juni ein Liederabend mit der Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller, die ein gefeierter Gast auf nahezu allen großen Opernbühnen der Welt ist. Begleitet wird sie von Juliane Ruf am Klavier.


„Kein Motto, kein roter Faden“, hatte der künstlerische Leiter die Programmauswahl eingangs beschrieben. Hochkarätig trifft sicher auf alle zu, größte Vielfalt zeichnet die Spielzeit insgesamt aus. Der Kammermusikring genießt Bekanntheit über die Grenzen Celles hinaus. „Man kann auch mal aus Hannover oder Hamburg zu uns kommen“, merkt Klaas Endler an, der abschließend eine weitere positive Erkenntnis der vergangenen, von der Pandemie geprägten Monate bereithält: „Nach meiner Wahrnehmung ist die Wertschätzung für handgemachte, vor den eigenen Ohren zubereitete Musik wieder deutlich gestiegen.“

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