Hambühren holt mit Künstlerkollektiv ehemaligen Trafoturm in die Moderne

HAMBÜHREN. Knallige Farben durchbrechen das verschlafene Idyll im sonst so dörflichen Hambühren. Den etwa neun Meter hohen Trafoturm an der Sudermannstraße ziert ein prachtvolles Graffiti-Mural in ansehnlichem Farbspiel. Urheber des neuen Trafo-Looks ist das Künstlerkollektiv "Die Vandals". Graffiti-Künstler Daniel Wunn wollte mit dem Werk einen visuellen Ankerpunkt schaffen und Kunst in den Alltag der Hambührener bringen. Bürgermeister und Auftraggeber Carsten Kranz zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. "So eine Gestaltung tut unserer Gemeinde gut", verkündete er beim Eröffnungstermin am Donnerstag.

Ein neues Leben für ein überholtes Bauwerk
Ursprünglich war der Trafoturm vom Celle-Uelzen-Netz erbaut worden, um Hambührener Haushalte mit Strom zu versorgen. Durch technischen Fortschritt wurde er mit der Zeit jedoch überflüssig. Die Gemeinde kaufte das Gebäude und nutzt es seither als Lagerraum für Straßenbeleuchtung und Zubehör. Dass eine Sirene auf dem Dach ihren Platz gefunden hat, sparte der Gemeinde die Anschaffung einer Mastsirene – und damit etwa 30.000 Euro, wie Bürgermeister Carsten Kranz verrät.
Doch der Zahn der Zeit nagte am Trafoturm. Wilder Wein erklomm nach und nach das Mauerwerk und auch der ein oder andere Graffiti-Sprayer verewigte sich an der Fassade. Die Gemeinde Hambühren entschied, das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf zu wecken – mit professioneller Hilfe.
Künstlerkollektiv Die Vandals arbeiteten 15 Tage am Turm
Daniell Wunn und die Künstler-Kollegen Julian Fricke sowie Florian Ulbrich verbrachten etwa 15 Tage mit der Neugestaltung des Turms. Herausgekommen ist die "New World Order", wie sie ihr Werk tauften. Die Idee: Farben aus der direkten Umgebung nutzen und dabei Teile der Klinkerfassade sichtbar lassen. Denn "Kunst im öffentlichen Raum sollte auch immer im Kontext zur Umwelt stehen", wie Daniel Wunn erklärt. Gleichzeitig will er Sehgewohnheiten herausfordern und zum Dialog einladen: "Zur Wahrheit gehört auch: Diese Kunst gefällt nicht jedem." Daniel Wunn wünscht sich, dass die Menschen in Hambühren den Trafoturm als Aufhänger nehmen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.
"Es gibt noch viele Flächen, die nach Gestaltung schreien."
Die Eröffnung der "New World Order" war die erste Vernissage unter freiem Himmel in Hambühren. Carsten Kranz möchte, dass es nicht die Letzte gewesen ist. Er schloß seine Rede am Donnerstag mit einem Ausblick auf weitere Projekte in der Gemeinde: "Es gibt noch viele Flächen, die nach Gestaltung schreien."
Foto: Sheenara Wiebke














