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+Update+ Gratis Online-Portal für Celler Gastronomen - Top oder Flop?





CELLE. "Das Gegenteil von 'gut' ist nicht 'schlecht', sondern 'gut gemeint'", heißt es sarkastisch. Wie es sich mit dem jüngsten Antrag der Celler #SPD verhält, ist noch unklar. Sie fordert eine kostenlose Online-#Bestellplattform für Celler Gastronomen in direkter Konkurrenz zu bundesweiten Anbietern wie #Lieferando, jedoch dass die Kosten von der Stadt (also den Steuerzahlern) übernommen werden sollen (CELLEHEUTE berichtete).


Die Rückmeldungen sind bisher eher skeptisch bis "egal" - öffentliche Unterstützung erfährt der Antrag weder aus der Politik noch von der Zielgruppe. Ausgerechnet Celles ältestes Geschäft, der Kaffeeröster "Huth's", hat als erster Celler Anbieter überhaupt bereits 2004 das Internet für sich entdeckt und bietet seit Jahren einen kostenlosen #Lieferservice - während ein Groß der Celler Geschäftswelt noch immer im Online-Handel die alleinige Schuld für eigene unternehmerische Schwächen sieht.


"Wollen die Betroffenen überhaupt einen Lieferservice?"

#Huth's Geschäftsführer Dr. Joachim Schwanitz: "Dass die Gastronomie in diesen Zeiten Unterstützung braucht, findet wohl überwiegend Unterstützung in der öffentlichen Meinung. Die Frage ist nur: in welcher Form? Die Idee der SPD ist gut gemeint, ich glaube aber nicht, dass sie praktikabel und hilfreich ist." Da viele Gastronomen einen Online-Auftritt hätten, stelle sich die Frage, wozu es einer zusätzlichen, staatlich geförderten, Plattform bedarf.

Ein großer Teil der Bestellungen in traditionellen Restaurants würden ohnehin telefonisch erfolgen - mit Ausnahme der Fastfood-Ketten mit standardisierten, nicht wechselnden Speisekarten. "Darüberhinaus dürfte sich angesichts der eklatanten #Personalnot die Frage stellen, ob die #Restaurants einen Lieferservice überhaupt stemmen können. Hier böte sich an, einmal bei den Betroffenen nachzufragen, ob sie überhaupt einen Lieferservice wollen", so Schwanitz.


SPD Idee nicht neu - schon einmal wurden 80000 Euro für ein ähnliches Projekt in den Sand gesetzt

CELLEHEUTE fragte nach: - Wie hoch schätzt die SPD die Kosten für die Entwicklung des Portals? Kann man alternativ auf bestehende zurückgreifen? Falls ja, welche Kosten entstehen hier?

- Wie soll Personal in Zeiten des allgemeinen Personalmangels gerade in der Gastronomie gewonnen werden?

- Wie soll eine Wettbewerbsverzerrung vermieden werden - warum sollen Steuerzahler für unternehmerische Risiken und Ideenlosigkeit einzelner Gastronomen aufkommen? (Unter der Berücksichtigung, dass kreative Betriebe wie Ricetime, "Hatti" oder ausgerechnet der älteste Laden Celles, „Huths“ als erster überhaupt mit Eigeninitiative längst kostenlose Bringdienste anbieten, während steuerfinanzierte Gastronomie wie "Thaer’s" sich gar die Schließung im Lockdown erlauben kann?

- Warum nur Gastronomie? In vielen Städten gibt es Lieferservice für Getränke oder Supermärkte - in Celle gibt es keine Angebote.

- Schließlich: Ein Onlineportal funktioniert nur für jene, die das Internet sinnvoll nutzen - was macht man mit dem derzeit weitaus größeren Rest im Celler Stadtgebiet?


Der SPD-Vorsitende Patrick Brammer antwortet:

"Zu den Kosten: Eine genaue Kostenaufstellung, aber auch ein Schätzen der Kosten für eine solche Onlineplattform kann keine Ratsfraktion der Welt leisten. Hier müssen wir auf die Aussagen der Experten der Fachverwaltung vertrauen. Diese hat ja auch die Aufgabe, die Möglichkeit einer solchen Plattform auszuloten, sofern ausreichend Bedarf aus der Celler Gastronomie besteht. Wir haben ja Haushaltsmittel im Bereich Wirtschaftsförderung und Tourismus eingestellt. Idealerweise reichen diese aus, um eine solche Plattform finanziell darstellen zu können. Hier warten wir die Antwort der Verwaltung ab. Zudem haben wir ja im Januar unsere Haushaltsberatungen.


Thema Wettbewerbsverzerrung: Ich glaube nicht, dass man hier von Wettbewerbsverzerrung sprechen kann. Die Aufgabe einer modernen Wirtschaftsförderung ist es ja, lokale Unternehmen zu unterstützen. Warum nicht auch mit dem Bereitstellen einer Dienstleistung wie der Onlineplattform? Gleichzeitig gewinnt die Stadt ja hier etwas, womit sie im Bereich Tourismus werben kann. Rechtlich sehe ich hier keine Bedenken.


Thema Branchen: Auch wir haben intern diskutiert, ob nicht auch andere Branchen wie z.B. der Einzelhandel hier mit einbezogen werden sollten. Der Praktikabilität aber sollten wir zunächst mit einer Branche (hier: Gastronomie) beginnen und bei einem Erfolg auch den Handel bzw. die Dienstleister und das Handwerk mit ins Boot holen. Das steht und fällt natürlich mit der technischen Realisierbarkeit.


Wir wollen mit unserem Antrag einen Anstoß geben. Die technische Umsetzung kann nicht unser Thema sein. Und ja, leider haben einige Betriebe noch nicht auf „digital“ umgestellt. Aber vielleicht ist ja gerade eine Onlineplattform der Anstoß für diese Betriebe, den digitalen Weg zu gehen."



Die Idee der SPD sei dabei nicht wirklich neu. Vor gut zehn Jahren hatte die Stadt bereits ein Onlineportal für alle Gewerbetreibenden in der Stadt umsetzen wollen und dabei offenbar mehr als 80000 Euro investiert - aber das System konnte sich nicht durchsetzen.








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