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Gesellschaft vor Hass retten: Kult-Kommentator appelliert an Celler Jugendliche


Fußball-Kultkommentator Marcel Reif vor seinem Publikum in der Celler Congress Union. (Fotos: Frieling)
Fußball-Kultkommentator Marcel Reif vor seinem Publikum in der Celler Congress Union. (Fotos: Frieling)

CELLE. Über „eine Rede, die ich nie halten wollte“ sprach der bekannte TV-Sportjournalist Marcel Reif am Donnerstagabend im Großen Saal der Celler Congress Union. Es ging um seine vielbeachtete Ansprache im Deutschen Bundestag vor zwei Jahren beim Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur, bei der er einen Ausspruch seines Vaters zitierte, eines Holocaust-Überlebenden: „Sej a Mensch!“


Drei Worte – ein ganzer Werte-Kanon. Ein Appell zur Menschlichkeit, den der mittlerweile 76-jährige Reif in Celle vor allem an die zahlreichen Schülerinnen und Schüler gymnasialer Oberstufen weitergab, die zu der Veranstaltung der beiden Celler Rotary-Clubs gekommen waren und lebhaft an der Diskussion teilnahmen. „Niemand kann Euch verantwortlich machen für das, was war. Aber Ihr seid verantwortlich für die zukünftige Entwicklung!“


„Es kann nicht sein, dass 2026 auf deutschen Straßen wieder offener Hass auf Juden ausgelebt wird“

„Da mein Vater als Überlebender des Völkermords an sechs Millionen Juden nie über seine Erlebnisse gesprochen hat, habe ich mich lange gesträubt, als von der damaligen Parlamentspräsidentin Bärbel Bas die Anfrage zu dieser Rede kam“, erinnerte sich der 76-Jährige. „Schließlich habe ich mich überzeugen lassen und bin sehr froh, denn diese Rede war letztlich richtig und wichtig – gerade in diesen Zeiten.“


Nach den grauenhaften staatlichen Verbrechen zwischen 1933 und 1945 habe dieses Land, dieses Volk eine zweite Chance bekommen. Doch das gedeihliche gesellschaftliche Miteinander in Deutschland leidet; vor allem nach dem Massaker palästinensischer Terroristen in Israel und dem darauf folgenden Gaza-Krieg häufen sich antisemitische Vorfälle. „Es kann nicht sein, dass 2026 auf deutschen Straßen wieder offener Hass auf Juden ausgelebt wird“, empörte sich Reif. Seine Cousine lebt in Israel - „die muss derzeit dreimal täglich wegen Raketenangriffen in den Luftschutzkeller und sorgt sich trotzdem mehr um mich hier in Deutschland“.


Matthias Rauhut (Präsident Rotary Celle-Schloss), Marcel Reif und Ralf Leineweber (Präsident Rotary Celle, von links).
Matthias Rauhut (Präsident Rotary Celle-Schloss), Marcel Reif und Ralf Leineweber (Präsident Rotary Celle, von links).

„Demokratie und Freiheit sind mehr als Schlagworte“, warb Reif vor vollbesetztem Großen Saal der Union dafür, gegen Hass einzutreten. Antisemitismus, Rassismus, Islamismus – jeder Ismus vergifte das gesellschaftliche Klima. „Wenn wir das zulassen, dann ist das eine Gefahr nicht nur für die jüdische Bevölkerung in Deutschland, sondern für die gesamte Gesellschaft. Deutschland ist ein tolles Land mit tollen Menschen. Wir dürfen es nicht an diejenigen ausliefern, die so einen Dreck von sich geben.“


Wegsehen ist dabei keine Option, betonte Reif. Vor allem die jungen Menschen müssten sich mit derartigen Positionen auseinandersetzen: „Das kannst Du nicht einfach abhaken. Das ist Eure Zukunft, das ist Euer Land!“ Die rund 30 Prozent AfD-Wähler etwa seien nicht alle Neonazis, man müsse den Dialog auch mit ihnen suchen. Das Leben im verengten Meinungskorridor der Blasen in Social-Media-Netzwerken hat uns verlernen lassen, sich respektvoll mit anderen Positionen auseinander zu setzen, bilanzierte Reif. Sein Aufruf: „Es gibt die eine Wahrheit nicht.“ Skepsis sei angebracht - auch gegenüber einem Medium, das der eigenen Meinung entspricht.


Spenden gesammelt für Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen


Der Eintritt zu der traditionellen Vortragsveranstaltung der beiden Rotary-Clubs Celle und Celle-Schloss war frei, die Veranstalter sammelten Spenden zugunsten der Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen, die besonders junge Menschen anregen will, über die menschenverachtende Ideologie der NS-Zeit nachzudenken, sowie allgemein der Jugendarbeit zur Demokratieförderung. Marcel Reif selbst verzichtete zugunsten dieser Adressaten auf ein Honorar.

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