Expertenbericht: Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen unklar


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BERLIN. "Lockdowns seien zu Beginn einer Pandemie sinnvoll - dieser Effekt verliere sich aber schnell", heißt es im Abschlussbericht, den ein Sachverständigenausschuss am Mittag vorstellt. Gut zweieinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Maßnahmen kommt der von Bundesregierung und Bundestag eingesetzte Expertenrat in vielen Fragen zu keinem eindeutigen Ergebnis. Soviel vorweg: Auch die Studie wird der Politik nicht zu klaren Entscheidungen verhelfen. Sie zeigt weder eine klare Bestätigung der deutschen Corona-Politik mit schwerwiegenden Grundrechts-Einschränkungen, noch eine Ablehnung. "Die genaue Wirksamkeit von Schulschließungen auf die Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus ist trotz biologischer Plausibilität und zahlreicher Studien weiterhin offen", heißt es zum Beispiel im Bericht, auch weil man den "Effekt von einzelnen Maßnahmen hier nicht prüfen" könne. Auch die Wirksamkeit von "G-Zugangsregeln" lasse bei den derzeitigen Virusvarianten deutlich nach. Eine generelle Maskenpflicht sei nicht zu empfehlen - in Innenräumen seien Masken aber sehr wirksam. Ob die Schutzwirkung von FFP2-Masken gegenüber medizinischen Masken wirklich besser sei, könne man nicht sagen.


Laut der Experten habe der Abschlussbericht nur eine eingeschränkte Aussagekraft. Es fehlten Daten und eine seriöse begleitende Forschung, um die Wirkung einzelner Regelungen genauer untersuchen zu können. Außerdem habe die Kommission zu wenig Zeit und Personal gehabt, um eine "umfassende Evaluierung" vornehmen zu können. Das 18-köpfige Gremium war eingesetzt worden, um die Corona-Maßnahmen zu evaluieren. Aber auch ihre Arbeit war umstritten, woraufhin der Virologe Christian Drosten im April die Runde verließ.

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