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Drei Celler Wahlerfolge: Diese Kandidaten holten besonders viele Direktstimmen

vor 29 Minuten
4 Min. Lesezeit
Hatti Kizilyel (SPD), Kathrin Fündeling (CDU) und Carl Hapke (Die Unabhängigen) räumten bei der Kommunalwahl 2026 in Celle besonders ab
Von links: Hatti Kizilyel (SPD), Kathrin Fündeling (CDU) und Carl Hapke (Die Unabhängigen) räumten bei der Kommunalwahl 2026 in Celle besonders ab. (Fotos/Montage: Sheenara Wiebke)

CELLE. Kathrin Fündeling (CDU), Carl Hapke (Die Unabhängigen) und Hatti Kizilyel (SPD) sind sich politisch vielleicht nicht immer einig, doch eines haben sie gemeinsam: Sie holten außergewöhnlich viele Direktstimmen in der Celler Kommunalwahl am vergangenen Sonntag – und sorgen damit teilweise für Wirbel unter den Listenplätzen. CelleHeute hat bei den Wahl-Gewinnern nachgefragt: Was hat ihnen zu diesen Ergebnissen verholfen – und wie gehen sie nun mit dieser Verantwortung um?


Kathrin Fündeling (CDU) im Schlosspark in Celle
Kathrin Fündeling (CDU) ist Ortsbürgermeisterin von Westercelle. Bei der Kommunalwahl 2026 wurde sie mit besonders vielen Stimmen in Stadtrat und in den Ortsrat gewählt. (Foto: Sheenara Wiebke)

Kathrin Fündeling holt 1469 Stimmen für den Stadtrat

Kathrin Fündeling kann es noch immer nicht ganz fassen. Die Ortsbürgermeisterin von Westercelle holte 1469 Stimmen für den Stadtrat – fast 400 Stimmen mehr als in der vergangenen Wahl. "Ich bin noch immer völlig geflasht. Das Ergebnis muss ich noch verarbeiten", verrät sie. Auch im Ortsrat räumte sie ordentlich ab: 1322 der insgesamt 10.054 Stimmen in Westercelle gingen an sie. Für Kathrin Fündeling eine Bestätigung ihrer Arbeit.


Seit circa zehn Jahren ist sie in der Lokalpolitik, seit 2021 Ortsbürgermeisterin. Im Alltag ist sie auch immer wieder mit Kritik konfrontiert, sodass sie auch mal ins Zweifeln käme. Aber: "Man kann es nicht allen recht machen", sagt sie. Themen wie die Schulwegoffensive erhitzten die Gemüter. Sie erhalte deshalb auch mal Nachrichten, die unter die Gürtellinie gingen und sie als Person angriffen.


"Mir ist es sehr wichtig, dass man alle miteinander verknüpft. Das macht auch Westercelle aus"

Nichtsdestotrotz ist es ihr wichtig, offen auf die Menschen zuzugehen. In ihrer Bürgersprechstunde, die sie von ihrem Vorgänger Reinhold Wilhelms (SPD) übernommen hat, nimmt sie sich jeden ersten Dienstag im Monat den Belangen der Westerceller an. Auch im Vereinswesen ist sie aktiv. Im VfL Westercelle ist sie bereits seit dem Kinderturnen ihrer zwei mittlerweile erwachsenen Söhne Mitglied. "Mir ist es sehr wichtig, dass man alle miteinander verknüpft. Das macht auch Westercelle aus."


In der kommenden Legislaturperiode möchte sie die Vereine und die Schuloffensive voranbringen. Wenn sie sich einen Ausschuss aussuchen dürfte, dann den Sportausschuss, so Kathrin Fündeling. Das Vereinsleben ist für die Hobby-Sportfotografin ein wichtiger Teil der Stadtgesellschaft – dafür möchte sie sich auch politisch einsetzen.


Carl Hapke, Die Unabhängigen, KFZ-Werkstatt Celle Henry Hapke, Esso Tankstelle
Carl Hapke (Die Unabhängigen) übernimmt aktuell die Kfz-Werkstatt seiner Familie. Nun sitzt er sowohl im Stadtrat wie auch im Ortsrat und im Kreistag. (Foto: Sheenara Wiebke)

Carl Hapke wird zum Shooting Star der Unabhängigen

Einen richtigen Überraschungserfolg legte Carl Hapke von den Unabhängigen hin. Der 25-jährige Kfz-Mechatroniker holte 574 Direktstimmen für den Celler Stadtrat. In den Kreistag wurde er sogar mit 693 Stimmen gewählt. Auch in den Ortsrat Alstadt/Blumlage zieht er mit 605 Stimmen ein. Am Wahlabend blieb Carl Hapke bis tief in die Nacht wach und konnte es kaum fassen: "Es war verrückt. Ich habe damit nicht gerechnet", sagt er.


Gleichzeitig bedauere er es, dass die Unabhängigen bald nur noch mit zwei statt mit drei Sitzen im Stadtrat vertreten sein werden. Und noch etwas trübt die Stimmung in seinen Reihen: Carl Hapke hat mit seinem Ergebnis alle überholt – auch Unabhängigen-Gründer Dr. Udo Hörstmann. Seit 1991 saß er im Stadtrat und war als ehemaliges CDU-Mitglied sogar zeitweise stellvertretender Oberbürgermeister von Celle. Nun ist er raus.


Carl Hapke findet das schade. Gleichzeitig glaubt er an Synergien, die er im Duo mit Iris Fiß im Stadtrat nutzen kann. "Die Mischung ist vielleicht gar nicht schlecht", sagt er. Iris Fiß bringe die Erfahrung und er den frischen Wind. Er betont auch: "Iris und ich sind nicht alleine die Unabängigen, da sind noch ganz viele Menschen. Das ist eine Team-Leistung."


"Ich habe mich entschieden, als junger Mensch hier in Celle zu bleiben. Dann will ich mich auch einbringen."

Einen richtigen Generationenwechsel in der Stadtpolitik sehe er trotzdem noch nicht: "So viele junge Leute haben sich nicht aufstellen lassen und viele, die sich aufstellen lassen haben, wurden nicht gewählt." Carl Hapke ist es wichtig, die Interessen seiner Altersgruppe zu vertreten. Er sagt: "Ich habe mich entschieden, als junger Mensch hier in Celle zu bleiben. Dann will ich mich auch einbringen."


Hatti Kizilyel vor seinem restaurant "Hattis" in der Zöllnerstraße in Celle.
Hatti Kizilyel kommt in seinem Restaurant in der Zöllnerstraße täglich mit Menschen ins Gespräch. Diese Bürgernähe hat ihn vermutlich auch in Stadt- und Ortsrat sowie in den Kreistag verholfen. (Foto: Sheenara Wiebke)

Hatti Kizilyel freut sich über 1514 Stimmen für den Kreistag

Keine große Überraschung, aber dennoch ein überragendes Ergebnis holte Hatti Kizilyel. Der Celler Gastronom ist bereits eine feste Größe der SPD Celle. Bei dieser Wahl holte er 1003 Stimmen für den Stadtrat und ganze 1514 Stimmen für den Kreistag. Auch im Ortsrat Hehlentor ist er weiterhin vertreten. Dort erhielt er 677 Stimmen. Dabei war er bei dieser Wahl nach eigener Aussage nervöser als sonst. Bundestrend und Rechtsruck gaben Hatti Kizilyel zu denken. Umso glücklicher ist er nun über sein persönliches Ergebnis.


"Sobald die Wahl gelaufen ist, wird das Parteibuch in die Schublade gelegt und ab da wird nur noch für die Stadt gearbeitet."

Gleichzeitig sieht der Restaurantbetreiber im Erstarken antidemokratischer Stimmen eine Gefahr. Seine Prioritäten sind für ihn klar: "Die größte Aufgabe ist, die Demokratie zu stärken und den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie sich auf kommunaler Ebene auf einen verlassen können." Dafür müssten demokratische Parteien zusammenarbeiten. Er plädiert: "Sobald die Wahl gelaufen ist, wird das Parteibuch in die Schublade gelegt und ab da wird nur noch für die Stadt gearbeitet."

In seinem Restaurant in der Zöllnerstraße kommt Hatti Kizilyel täglich mit Menschen ins Gespräch – viele Impulse aus diesen Begegnungen nimmt er mit in seine Politik. Er betont: "Der Bürger hat extrem viele Möglichkeiten, sich einzubringen." Er wünscht sich, dass auch Menschen, die sonst nicht politisch aktiv sind, ihre Ideen einbringen, anstatt sie nur in ihrem "Kämmerlein" zu teilen.


Ob Sport- oder Wirtschaftsausschuss: Hatti Kizilyel will sich in der Stadtpolitik vor allem breit aufstellen. Ein Herzensthema hat er dann aber doch, für das er sich einsetzen möchte: eine Universität in Celle. "Dafür würde ich mich auch an den Landtag in Hannover ketten."






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