Die Bürgerenergie Be-Alfa macht großen Sprung nach vorne
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- 11. Juni
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CELLE. Die Aufsichtsratsvorsitzende der Bürgerenergie-Genossenschaft, Karina Czupor, fasste die Entwicklung des vergangenen Jahres in der Jahreshauptversammlung Anfang Juni in dem Satz zusammen: „Im vergangenen Jahr haben wir eine Konsolidierung der bisherigen Entwicklung und gleichzeitig einen Neubeginn gesehen.“
Was das konkret bedeutet, erläuterten die Vorstandsmitglieder Wilhelm Schönewald und Dr. Tomas Binneweis im 4-G-Park in Wathlingen.
Wilhelm Schönewald stellte den über 80 Anwesenden die Ertragsergebnisse der vier genossenschaftseigenen Photovoltaikanlagen vor. In einer der Anlagen konnte die prognostizierte „Stromernte“ nicht eingefahren werden, was nach Aussage von Schönewald am Stromnetz lag. Nach detektivisch anmutender Recherche war es dem Technikteam der Genossenschaft gelungen, die Fehlerquelle zu identifizieren: Bezüglich eines Schadensersatzes konnte mit dem Netzbetreiber laufen ein fairer Interessensaugleich erzielt werden.
Karin Czupur betonte in ihrem Bericht, dass im vergangenen Jahr die „Beratungsleistungen“ der Bürgerenergie spürbar zugenommen hätten. Eine in der Vorbereitung sehr zeitintensive Studie zur Errichtung einer Photovoltaikanlage über einem bereits versiegelten Parkplatz in Nienhagen konnte leider nicht umgesetzt werden, da Projekte dieser Art gegenwärtig noch auf öffentliche Förderung angewiesen sind.
Anders, so Tomas Binnewies, sähe es mit der Errichtung zweier Stromladesäulen am Jahnring aus: Dort werden in diesem Jahr noch eine Stromladesäule am Laurentiushaus und eine Säule gegenüber dem Hallenbad ans Netz gehen. Die Kommune Nienhagen und die evangelische Kirchengemeinde haben dieses Projekt finanziell unterstützt und damit möglich gemacht.
Im Anschluss an die Generalversammlung informierten Aufsichtsrat und Vorstand ausführlich über den Erwerb der beiden Windenergieanlagen in Nienhagen. Nach intensiven Verhandlungen mit der CPC (Clean Power Company) Germania kann die Be-Alfa die beiden 2001 errichteten Anlagen in ihr Portfolio aufnehmen. Mit einer Jahresleistung von 2 Gigawatt können rechnerisch rund 1200 Menschen oder etwa 600 Haushalte mit Strom beliefert werden. Für die Bürgerenergie ist das ein riesiger Schritt nach vorne in Richtung eines regionalen Stromversorgers in Bürgerhand. Langfristiges Ziel sei es, so Binnewies, ein virtuelles Kraftwerk zu errichten, das auch den privaten Stromproduzenten ermöglicht, den Strom an Genossenschaftsmitgliedern zu verkaufen. Noch aber hinke die Bundesregierung hinter einer Reihe von europäischen Ländern in der Umsetzung europäischer Gesetzgebung hinterher.
Im kommenden Jahr, so Binnewies, könnten die Mitglieder der Genossenschaft zum ersten Mal darüber entscheiden, ob die Bürgerenergie eine Dividende ausschütten
könnten, denn das sei das Ziel der Genossenschaft: „Wir wollen die Energiewende voranbringen und dabei auch ökonomisch erfolgreich sein.“
Ein wichtiger Teil der Generalversammlung war die turnusmäßige Neuwahl des Aufsichtsrates. Neu gewählt wurde Jörg Iffländer aus Wienhausen, der als Experte für Risikomanagement das Aufsichtsgremium vervollständigt. Im Amt bestätigt wurden Karina Czupor, Danny Stieper und Heiko Kleyböcker. „Wir freuen uns über die Kontinuität im Aufsichtsrat und auf die weitere gute Zusammenarbeit“ freut sich Wilhelm Schönewald im Namen des Vorstands.
Text: Uwe Schmidt-Seffers














