Christine Müller: Wenn Arbeit mehr ist als ein Arbeitsplatz
- Jennifer Killesreiter
- 20. Juli
- 4 Min. Lesezeit
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CELLE. Arbeit ist für viele Menschen längst mehr als der Ort, an dem Aufgaben erledigt werden. Dort entstehen Erwartungen, Druck, Verantwortung – manchmal aber auch das Gefühl, nicht wirklich gesehen zu werden. Genau an dieser Stelle setzt Christine Müller an.
Führung beginnt nicht erst im Büro
Die Celler Coachin schaut auf das, was im Arbeitsalltag oft zwischen Terminen, Gesprächen und Entscheidungen untergeht: Menschen mit ihren Erfahrungen, Unsicherheiten, Stärken und Grenzen. Ein Umfeld, in dem Menschen gerne arbeiten, könne für Unternehmen ein echter Vorteil sein, sagt sie.
„Mitarbeitende sind mehr als eine Nummer auf der Gehaltsabrechnung und doch wird ihnen ab und an dieses Gefühl vermittelt.“
Gleichzeitig dürfe nie vergessen werden, dass hinter jeder Funktion ein Mensch steht. „Mitarbeitende sind mehr als eine Nummer auf der Gehaltsabrechnung und doch wird ihnen ab und an dieses Gefühl vermittelt“, sagt Christine Müller.
Der Blick hinter die Rolle
Besonders deutlich wird dieser Gedanke dort, wo Menschen zum ersten Mal Führungsverantwortung übernehmen. Plötzlich geht es nicht mehr nur um die eigene Arbeit, sondern auch um Entscheidungen, Gespräche, Erwartungen und Konflikte. „Ich begleite Nachwuchsführungskräfte in ihrer ersten Rolle“, sagt Christine Müller.
„Ich bringe den neuen Blick in Führung.“
Dabei geht es ihr nicht um fertige Antworten für jede Situation. Viel wichtiger sei der Blick auf die eigene Haltung: Welche Erfahrungen bringe ich mit? Welche Bilder von Führung kenne ich? Und durch welche Brille schaue ich eigentlich auf andere Menschen? Christine Müller beschreibt es als „den neuen Blick in Führung“.

Resilienz, die im Alltag ankommt
Für Christine Müller hängt gute Führung eng mit Resilienz zusammen. Nicht als Modewort, sondern als Fähigkeit, in herausfordernden Situationen ruhig, klar und handlungsfähig zu bleiben. Es geht ihr nicht darum, immer stärker zu funktionieren, sondern wahrzunehmen, was Druck mit einem Menschen macht.
„Wir haben vergessen, ums Feuer zu tanzen und uns zu entspannen.“
Dabei denkt Christine Müller Resilienz nicht nur im Kopf. Stress müsse auch körperlich wieder aus dem System heraus, sagt sie. „Wir haben vergessen, ums Feuer zu tanzen und uns zu entspannen.“ Der Satz bleibt hängen, weil er viel über ihren Blick erzählt: Menschen sind keine Maschinen. Sie brauchen Pausen, Bewegung und Räume, in denen sie nicht nur funktionieren müssen.

Keine schnellen Rezepte
Der Weg in diese Arbeit ist aus eigener Erfahrung gewachsen. Christine Müller war selbst Führungskraft, arbeitete international bei Baker Hughes und setzte sich ab 2019 intensiver mit Persönlichkeitsentwicklung auseinander. 2023 startete sie zunächst nebenberuflich in Celle, inzwischen ist sie hauptberuflich selbstständig.
„Bei mir geht es nicht um irgendwelche Tools, die du erlernst, sondern die Menschen zu verstehen und deinen Umgang mit den Menschen zu finden.“
Wer mit ihr über Führung spricht, merkt schnell: Es geht nicht um einfache Patentlösungen. „Bei mir geht es nicht um irgendwelche Tools, die du erlernst, sondern die Menschen zu verstehen und deinen Umgang mit den Menschen zu finden“, sagt Christine Müller. Deshalb spielt das direkte Gespräch für sie eine besondere Rolle – gerade dort, wo Unsicherheit, Verantwortung, Grenzen oder Druck im Alltag sonst wenig Raum bekommen.
Klarheit, Leichtigkeit und echte Veränderung
Im Gespräch wirkt Christine Müller ruhig, aufmerksam und warm. Sie spricht über ernste Themen, ohne sie schwer zu machen. Vielleicht liegt genau darin ein Teil ihrer Art: Klarheit ja, Härte nein. Auch in der Führung brauche es aus ihrer Sicht Souveränität. „Das Wichtigste ist einfach, Ruhe und Souveränität auszustrahlen“, sagt Christine Müller.
Gleichzeitig darf Führung für sie leichter werden. Spielerische Elemente, neue Blickwinkel und kleine Impulse können helfen, festgefahrene Gedanken zu lösen. Der emTrace-Zauberstab ist so ein Detail: auf den ersten Blick verspielt, in ihrer Arbeit aber ein Symbol für Perspektivwechsel und den Zugang zu Emotionen.
„'Guten Tag & Guten Weg' – sollten immer drin sein.“
Celle ist für Christine Müller mehr als nur Standort. Sie ist hier aufgewachsen, kennt die Region und bringt zugleich Erfahrungen aus internationaler Zusammenarbeit mit. Dazu passt ein Satz ihrer Mutter, der ihr geblieben ist: „'Guten Tag & Guten Weg' sollten immer drin sein.“ Für Christine Müller steckt darin Respekt – auch dann, wenn Begegnungen nicht einfach sind.

Am Ende geht es Christine Müller nicht darum, Menschen möglichst lange in einem Coachingprozess zu halten. Veränderung soll dort ankommen, wo sie zählt: im Alltag. „Ich möchte, wenn du morgen unseren Termin verlässt, dass du im Alltag Dinge änderst“, sagt Christine Müller.
„Ich möchte, wenn du morgen unseren Termin verlässt, dass du im Alltag Dinge änderst.“
Vielleicht ist das der Kern ihres Blicks auf Arbeit: Menschen wollen nicht nur funktionieren. Sie wollen ernst genommen werden, sich entwickeln dürfen und auch in Verantwortung Mensch bleiben. Für Christine Müller beginnt genau dort Resilienz – nicht als großes Versprechen, sondern als Haltung im Alltag.














