Bürgermeisterwahl: Wer macht das Rennen in Faßberg?

Die Kommunalwahl rückt näher – doch wer steht in den Städten und Gemeinden im Landkreis Celle eigentlich zur Wahl? CelleHeute stellt in einer neuen Serie die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bürgermeisterämter vor: mit einem persönlichen Steckbrief und vier Fragen zu ihren politischen Zielen, Prioritäten und Plänen für die jeweilige Kommune.
In Faßberg treten Korbinian Bocksch (parteilos), Florian Hemme (CDU und von SPD unterstützt), Kerstin Speder (parteilos) und Marc Teutenberg (parteilos) zur Wahl des Bürgermeisters an.
Korbinian Bocksch will ins Rathaus

Warum kandidieren Sie für das Amt der Bürgermeisterin bzw. des Bürgermeisters?
Ich lebe total gerne in unserer Gemeinde, kenne ihre Stärken und die vielen Herausforderungen und möchte ihrer Entwicklung aktiv mitgestalten.
Welchen Anspruch stellen Sie an sich selbst, wenn Sie politische Entscheidungen treffen?
Die zur Entscheidungsfindung nötigen Fakten müssen gut recherchiert und umfassend vorliegen und dann muss der größte Nutzen für die gesamte Gemeinde der Maßstab sein.
Die meisten Entscheidungen trifft der Gemeinderat und nicht der Bürgermeister, deshalb ist ein gutes, zielorientiertes, ehrliches Miteinander von Rat und Verwaltung so wichtig.
Und getroffene Entscheidungen müssen verständlich und erklärend kommuniziert werden. Zudem müssen diese Informationen dann leicht findbar zur Verfügung gestellt werden.
Welche drei Maßnahmen würden Sie als Erstes in Ihrer Gemeinde angehen?
Gespräche mit allen Fraktionen und Gruppen des Rates führen, um die Zusammenarbeit Rat und Verwaltung neu zu gestallten. Alle sind dem Wohl der Gemeinde verpflichtet und müssen miteinander daran arbeiten. Das hat die letzten Jahre nicht so funktioniert.
Aufhebung des Mietvertrags über die Lerchenschule. Der Vertrag ist nicht nur zum Nachteil der Gemeinde formuliert, er schränkt die Nutzung des gesamten Gebäudes ein und führt zu Verunsicherung, weil niemand weiß, ob oder wann er zur Anwendung kommt. Außerdem hat sich die Ausgangslage, warum dieser Vertrag geschlossen wurde, grundlegend geändert.
Gespräche mit jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter der Verwaltung, nicht nur um sich kennenzulernen, sondern um Prozesse und Ablaufe zu verstehen, um diese dann gemeinsam zu verschlanken und zu verbessern. Verantwortung muss dort verortete sein, wo sie hingehört. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das und regelmäßige Gespräche auf Augenhöhe die Motivation und Zufriedenheit stark steigert.
Nennen Sie eine konkrete Maßnahme oder einen Bereich, in den Ihre Gemeinde mehr investieren sollte – und eine Sache, bei der Sie sparen würden.
Wenn wir investieren, dann dort, wo es langfristig etwas bringt, da steht für mich Bauland ziemlich weit oben.
Sparen kann die Gemeinde eigentlich nur noch durch die Verschlankung von Prozessen und Abläufen, damit dann allerdings Geld und Zeit.

Drei Werte, die Ihre Politik prägen
Ehrlichkeit, Bürgernähe, Unabhängigkeit
Wann beginnt für Sie der Feierabend und wie verbringen Sie ihn?
Wenn das jüngste Kind schläft und die Hunde spazieren waren, verbringe ich gerne Zeit nur für mich - die gestalte ich ganz unterschiedlich.
Bei welchem Thema fällt es Ihnen schwer, gelassen zu bleiben?
Bei Gesprächen und Debatten, in denen demokratische Grundwerte in Frage gestellt oder einfach nur Ängste geschürt werden.
CDU und SPD unterstützen Florian Hemme bei seiner Kandidatur

Warum kandidieren Sie für das Amt des Bürgermeisters?
Ich möchte Faßberg, Müden, Poitzen und Schmarbeck zukunftsfähig machen. Dazu brauchen wir Wachstum auf unterschiedlichen Ebenen und wir müssen uns wieder mehr als eine Gemeinde sehen. Zudem liegt mir der Zusammenhalt aller Generationen am Herzen. Ich denke, dass ich mit meiner Erfahrung und meinem politisches Netzwerk dazu den besten Beitrag leisten kann.
Welchen Anspruch stellen Sie an sich selbst, wenn Sie politische Entscheidungen treffen?
Ich stehe für transparente Entscheidungen und möchte alle miteinbeziehen. Daher habe ich als einziger Kandidat mit allen Fraktionen und Gruppen im Gemeinderat schon vor meiner Nominierung das Gespräch gesucht.
Welche drei Maßnahmen würden Sie als Erstes in Ihrer Gemeinde angehen?
Mehr Wohnraum für alle Generationen ermöglichen.
Gewerbeansiedlung: u.a. Ausbau des Spaceparks Faßberg in Trauen und Entwicklung der Erweiterungsfläche nördlich der Landebahn. Ziel: Wohnortnahe Arbeitsplätze schaffen.
Attraktive Freizeitmöglichkeiten für alle Generationen entwickeln, zum Beispiel Instandsetzung der Brunnen in Faßberg, ökologische Sanierung des Heidesees.
Nennen Sie eine konkrete Maßnahme oder einen Bereich, in den Ihre Gemeinde mehr investieren sollte – und eine Sache, bei der Sie sparen würden.
Mein Ziel ist es, in die Lebensqualität der Menschen zu investieren. Mit Rat und Verwaltung möchte ich wie in Bienenbüttel einen Abholterminal anschaffen, bei dem 24/7 Dokumente abgeholt werden können. So werden zeitliche Kapazitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung frei. Auf diesem Weg werden einerseits Personalkosten gespart und gleichzeitig wird Zeit frei für Menschen, die sich einen persönlichen Termin im Rathaus wünschen.

Drei Werte, die Ihre Politik prägen
Menschlich, ehrlich, bürgernah.
Wann beginnt für Sie der Feierabend und wie verbringen Sie ihn?
Als Militärpfarrer bin ich 24/7 im Dienst. Einen Feierabend habe ich daher nicht.
Bei welchem Thema fällt es Ihnen schwer, gelassen zu bleiben?
Grundsätzlich fällt es mir schwer, wenn Menschen unehrlich unaufrichtig und falsch sind.
Kerstin Speder hofft auf zweite Amtszeit in Faßberg

Warum kandidieren Sie für das Amt der Bürgermeisterin bzw. des Bürgermeisters?
In den vergangenen fünf Jahren habe ich sehr viel Zeit und Energie in dieses Amt investiert und gemeinsam mit meinem Team unzählige „Altlasten“ aufgearbeitet, um ein zukunftssicheres Fundament für die Gemeinde Faßberg zu schaffen. Damit bin ich noch nicht ganz fertig und möchte diese Arbeit für Faßberg gerne fortführen. Ich möchte unter anderem das Waldschwimmbad Herrenbrücke nach der umfangreichen Sanierung selbst wiedereröffnen und die Themen Schulen, Kindergärten und solide Finanzen weiter positiv vorantreiben. Mein Ziel ist es, die begonnene Entwicklung konsequent fortzusetzen und Faßberg zukunftssicher aufzustellen.
Welchen Anspruch stellen Sie an sich selbst, wenn Sie politische Entscheidungen treffen?
Mein Anspruch ist das Gemeinwohl der Bürgerinnen und Bürger in Faßberg. Ziel ist es, die Gemeinde für die Gegenwart und für die Zukunft fit zu machen. Und ich möchte jeden Morgen als Bürgermeisterin noch in den Spiegel schauen können. Dabei begleiten mich zwei zentrale Fragen: Ist es finanzierbar? Dient es dem Allgemeinwohl? Mein Leitspruch lautet: „Dient es der Zukunft?“
Welche drei Maßnahmen würden Sie als Erstes in Ihrer Gemeinde angehen?
Da ich bereits fünf Jahre Bürgermeisterin unserer schönen Gemeinde Faßberg bin, würde ich meine Arbeit so, wie bisher, konsequent fortsetzen und die Projekte und Vorhaben, die noch nicht abgeschlossen sind, zu Ende bringen. Die weitere Stärkung der Gemeindefinanzen und die Umsetzung der bereits begonnenen Bauprojekte sind dabei von zentraler Bedeutung für die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde. Gleichzeitig müssen wir die nächsten notwendigen Investitionen, beispielsweise in die Feuerwehrgerätehäuser, frühzeitig vorbereiten. In den vergangenen Jahren wurden wichtige Maßnahmen nicht rechtzeitig angegangen – diese Versäumnisse aufzuarbeiten, gehört für mich zu einer verantwortungsvollen Zukunftspolitik.
Nennen Sie eine konkrete Maßnahme oder einen Bereich, in den Ihre Gemeinde mehr investieren sollte – und eine Sache, bei der Sie sparen würden.
Als strukturell bedingte Bedarfszuweisungsgemeinde muss jede Investition sorgfältig abgewogen werden. Während meiner Amtszeit ist es gelungen, mit erheblichen Fördermitteln große und notwendige Investitionen zu realisieren, zum Beispiel die Sanierung des Waldschwimmbades und wichtige Sanierungsmaßnahmen in den Grundschulen; auch der begonnene Neubau einer Kindertagesstätte ist eine Investition in die Zukunft. Perspektivisch werden Investitionen in die Feuerwehrgerätehäuser notwendig, und ich könnte mir – wenn entsprechende Fördermittel zur Verfügung stehen – auch eine Begegnungsstätte, ein Dorfgemeinschaftshaus oder ein Mehrgenerationenprojekt vorstellen. Weitere große pauschale Sparmaßnahmen sehe ich nicht, da die freiwilligen Leistungen bereits nur rund 3 % des Gesamthaushalts ausmachen und zusätzliche Kürzungen die Attraktivität unserer Gemeinde deutlich beeinträchtigen würden. Stattdessen möchte ich mit vielen kleinen, kreativen Maßnahmen unsere Gemeinschaft stärken und dabei insbesondere Vereine und ehrenamtliches Engagement unterstützen.

Drei Werte, die Ihre Politik prägen:
ehrlich – bürgernah – unabhängig zum Wohle der Gemeinde Faßberg
Wann beginnt für Sie der Feierabend und wie verbringen Sie ihn?
Unterschiedlich, aber immer spät, selten vor 20:30 Uhr. Bis Ende April dieses Jahres habe ich zum Feierabend Spaziergänge mit unserer Hündin Luna gemacht, die leider verstorben ist. Nun verbringe ich meine freie Zeit mit Vereinsarbeit, meinem Haus und Garten, Kochen sowie mit Freunden und Familie – und mit vielem mehr.
Bei welchem Thema fällt es Ihnen schwer, gelassen zu bleiben?
Gute Frage. Das kommt auf die Situation an. In der Regel bleibe ich gelassen und schlafe erst einmal eine Nacht darüber. Als ich die Erinnerung an diese Anfrage gelesen habe, habe ich mich allerdings schon kurz darüber geärgert, dass ich sie noch nicht beantwortet hatte. 😉
Bus gegen Rathaus eintauschen: Marc Teutenberg will Bürgermeister werden

Warum kandidieren Sie für das Amt der Bürgermeisterin bzw. des Bürgermeisters?
Die Anzahl der Bewerber war am Anfang und schon immer zu klein. Zudem würde ich
gerne aus dieser Position heraus vernünftige Vorschläge zur Lösung der Probleme
erarbeiten. Also,warum nicht?
Welchen Anspruch stellen Sie an sich selbst, wenn Sie politische Entscheidungen treffen?
Entscheidungen sollten immer in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Gremien und erst
nach Abwägung aller vorgebrachten Vorschläge/ Einwände getroffen werden.
Welche drei Maßnahmen würden Sie als Erstes in Ihrer Gemeinde angehen?
Es gibt nicht die Maßnahmen. Zuerst müsste ich mir einen Überblick verschaffen um
möglicherweise Prioritäten zu setzen.
Nennen Sie eine konkrete Maßnahme oder einen Bereich, in den Ihre Gemeinde mehr
investieren sollte – und eine Sache, bei der Sie sparen würden.
Siehe Frage drei. In der jetzigen Situation scheint es aber kaum möglich, noch mehr zu
sparen bzw. zu investieren.

Drei Werte, die Ihre Politik prägen:
Kommunikation, Offenheit und Ausgewogenheit.
Wann beginnt für Sie der Feierabend und wie verbringen Sie ihn?:
Nachdem alles erledigt ist, bleibt nur wenig Zeit für Hobbys und chillen.
Bei welchem Thema fällt es Ihnen schwer, gelassen zu bleiben?
Ich bleibe fast immer ruhig und gelassen.














