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Breite Straße - Hielt die Stadt Teil des Baumgutachtens unter Verschluss?


Breite Straße - Sanierungsprojekt liegt derzeit auf Eis Foto: Peter Müller

CELLE. Es war das schlagkräftigste Argument all jener, die sich für die Abholzung der Linden in der Breiten Straße aussprachen: Die Kosten für eine Sanierung im Bestand beliefen sich um rund eine Million Euro mehr im Vergleich zu Neuanpflanzungen.

Bereits im Januar 2022 bei der ersten Vorstellung des Entwurfs für die Grunderneuerung der Straße durch das beauftragte Büro BPR Künne & Partner aus Hannover hieß es, die „Variante Baumerhalt“ wäre teurer. Wiederholt wurde die Bewertung „deutlich teurer und längere Bauzeit“ in Ausschuss-, Stadt- und Ortsratssitzungen geäußert vom damaligen Fachbereichsleiter technische Dienste und Grün Jens Hanssen.


Diese Aussagen wurden offenbar wider besseres Wissen getroffen. Schutz und Erhalt im Zuge einer Sanierung belaufen sich auf rund 2.500 Euro pro Linde, bei 55 erhaltungswürdigen Bäumen also auf 137.500 Euro. Dieses geht aus einer Kalkulation hervor, die als Anhang dem von der Stadt in Auftrag gegebenen Baumgutachten beigefügt war. „Dieses Schriftstück fehlte bei unserer Akteneinsicht in das Baumgutachten und niemand aus den Reihen der Ratsmitglieder, mit denen wir gesprochen haben, wusste davon“, berichtet der Co-Sprecher der Celler Klimaplattform Wolfram Steinmetz. Erst durch das Umweltministerium erhielt er Kenntnis von dem Dokument.


Die Klimaplattform hatte vom Umweltinformationsgesetz Gebrauch gemacht, um in Hannover nach dem Sachstand zur Breiten Straße zu fragen. Als Antwort erhielt sie u.a. die auf Basis konkreter Angebote erstellte Kalkulation. Da sie aus dem Spätherbst 2020 stammt, dürfte sie aktuell etwas höher und dennoch deutlich unter dem Preis für Neuanpflanzungen liegen, den Städte auf durchschnittlich 4.700 Euro pro Baum kalkulieren (https://www.dresden.de/de/stadtraum/Umwelt/gruenes-dresden/baeume/baumpflanzungen.php). Damit beliefe sich der finanzielle Aufwand für 76 neue Linden in der Breiten Straße auf ca. 357.000 Euro, ohne die Kosten für das Schwammstadt-Prinzip, das das Neue Rathaus für die verbesserte Wasserversorgung und Versickerung zum Einsatz bringen möchte, mit eingerechnet zu haben.


„Die Kosten für die Lösung ‚Kahlschlag und Neuanlage als Schwammstadtstraße‘ werden bewusst klein gerechnet, realistisch wäre wohl mindestens die doppelte Summe. Hingegen wird der Aufwand für die Sanierung im Bestand mit ‚mindestens einer Million Euro bewusst hoch angegeben“, kritisiert der Co-Sprecher der Celler Klimaplattform. Damit werde die Entscheidungsgrundlage für die Sanierung des denkmalgeschützten Straßenzuges grob in die Richtung des von der Stadtverwaltung angestrebten Ergebnisses verzerrt.


Derzeit liegt das Projekt auf Eis, das Umweltministerium hat nach einer Fachaufsichtsbeschwerde des Celler Zusammenschlusses von Gruppen und Vereinen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz bereits im Februar dieses Jahres einen Stopp verfügt.

Die Antwort aus Hannover war für die Klimaplattform eine echte Überraschung, weitere könnten folgen, denn in Bearbeitung ist eine weitere Fachaufsichtsbeschwerde, deren Ergebnisse die engagierten Celler in Kürze erwarten.

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