Bürgermeisterwahl: Wer macht das Rennen in der Stadt Bergen?
Aktualisiert: 25. Aug.

Die Kommunalwahl rückt näher – doch wer steht in den Städten und Gemeinden im Landkreis Celle eigentlich zur Wahl? CelleHeute stellt in einer neuen Serie die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bürgermeisterämter vor: mit einem persönlichen Steckbrief und vier Fragen zu ihren politischen Zielen, Prioritäten und Plänen für die jeweilige Kommune.
In der Stadt Bergen treten Christina Zöllner (parteilos), Claudia Dettmar-Müller (parteilos) und Kees Bouma (AfD) zur Bürgermeisterwahl an.
Politischer Newcomer Christina Zöllner will's wissen

Warum kandidieren Sie für das Amt der Bürgermeisterin?
Ich sehe in Bergen und unseren Ortsteilen viel Potenzial, das aktuell liegengelassen wird. Mir geht es nicht um Wichtigmacherei oder „inszenierte“ Social-Media-Storys, sondern um ehrliches Anpacken. Durch meine vielfältige Erfahrung weiß ich an welchen Stellen es oft haken kann. Und ich weiß aus meinem eigenen Engagement, sei es bei der Unterstützung von Menschen mit Handicap, oder beim Aufbau unseres Tierschutzvereins, wo den Menschen im Alltag wirklich der Schuh drückt. Ich möchte diese Erfahrungen nutzen, um den Stillstand im Rathaus zu beenden und verlässliche Sacharbeit auf Augenhöhe zu leisten.
Welchen Anspruch stellen Sie an sich selbst, wenn Sie politische Entscheidungen treffen?
Ich stehe für ehrlichen Realismus statt leere Versprechungen zu machen. Dass die Kommunalaufsicht beispielsweise Kredite ablehnt, zeigt doch, wir dürfen uns nicht weiter im Kreis drehen oder uns mit dem Stillstand abfinden. Es ist eine Frage der Führung, bestehende Spielräume mutig zu nutzen und bei Land und Bund endlich den nötigen Druck aufzubauen, damit die Kommunen finanziell nicht ausbluten. Ich hinterfrage Dinge sachlich, spreche Probleme offen an und bleibe beharrlich an Lösungen dran, ohne den Menschen „Honig ums Maul zu schmieren“.
Welche drei Maßnahmen würden Sie als Erstes in Ihrer Gemeinde angehen?
1. Prozesse innerhalb der Verwaltung beleuchten und Blockaden lösen, ohne das Rad neu zu erfinden. Mir ist wichtig, den Erfahrungsschatz der langjährigen Mitarbeiter zu sichern und sie von unnötigem bürokratischem Leerlauf zu befreien. Parallel müssen wir Fördermittel von Bund und Land entschlossener ausschöpfen und das Gespräch mit weiteren Partnern und Investoren suchen.
2. Entlastung durch Augenmaß. Vorgaben so auslegen, dass wir unseren Feuerwehren, Vereinen, der Land- und Forstwirtschaft sowie Betrieben nicht noch zusätzlich Steine in den Weg legen, selbstverständlich im rechtlich zulässigen Rahmen.
3. Echte Teilhabe & Stärkung des Dorflebens. Bedeutet für mich verlässliche Formate schaffen, um Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung aktiv einzubinden, und die freiwilligen Leistungen als Fundament für unser Ehrenamt sichern.
Nennen Sie eine konkrete Maßnahme oder einen Bereich, in den Ihre Gemeinde mehr investieren sollte – und eine Sache, bei der Sie sparen würden.
Als Berger Bürgerin nehme ich den zunehmenden Verfall von öffentlichen Gebäuden und Spielplätzen im Stadtkern und den Ortschaften mit Sorge wahr. Während die Notwendigkeit von Investitionen lange nur betont wurde, würde ich als Bürgermeisterin endlich konsequent handeln. Ich würde mich durch neue Netzwerke und alternative Finanzierungsmodelle für den Substanzerhalt, bezahlbaren Wohnraum sowie Feuerwehr und Vereine stark machen und mich durch eine möglichst aktive Ansiedlungspolitik wieder für einen attraktiven, vielfältigen Branchenmix einsetzen, statt Leerstand und Eintönigkeit hinzunehmen. Sparen würde ich konsequent an selbstgemachter Bürokratie, doppelten Prüfschleifen und zeitraubenden Abläufen. Um eine faire Arbeitslast zu garantieren, würde ich die Strukturen in der Verwaltung durchleuchten, um verdeckte Effizienzreserven aufzudecken und das Personal dort einzusetzen, wo die Belastung tatsächlich am größten ist.

Wann beginnt für Sie der Feierabend und wie verbringen Sie ihn?
Wenn die Arbeit getan ist; im Garten, im Gespräch mit Freunden oder bei Serien mit trockenem Humor wie „Wednesday“ oder „Lucifer“.
Bei welchem Thema fällt es Ihnen schwer, gelassen zu bleiben?
Wenn Paragraphen starr durchgezogen werden, statt vorhandene Spielräume mit Augenmaß zu nutzen und wenn Bürokratie engagierten Menschen Steine in den Weg legt.
Drei Werte, die Ihre Politik prägen:
Ehrgeiz, Verantwortungsbewusstsein und Gerechtigkeitssinn
Claudia Dettmar-Müller tritt erneut in Bergen an

Warum kandidieren Sie für das Amt der Bürgermeisterin bzw. des Bürgermeisters?
Ich bin aktuell Bürgermeisterin und habe meine Amtszeit mit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg gestartet. Die Herausforderungen in diesem Zusammenhang waren enorm. Mir gefällt es sehr, in herausfordernden Zeiten und Situationen Entscheidungen zu treffen und ich bin fest davon überzeugt, dass ich das kann. Ich habe die Resilienz und ich liebe meine Stadt und ihre Bürger. Ich bin dann motiviert, wenn es heißt Lösungen zu finden… und dass kann man als Bürgermeisterin jeden Tag in so vielen Bereichen beweisen.
Welchen Anspruch stellen Sie an sich selbst, wenn Sie politische Entscheidungen treffen?
Die Entscheidung muß einen Mehrwert für die Stadt Bergen insgesamt haben. Dieser kann sich beispielsweise auf die Wirtschaftlichkeit oder die Attraktivität beziehen. Aktuell planen wir einen neuen Windpark in Bergen und mit Sicherheit profitiert die Stadt Bergen finanziell, gleichzeitig gibt es auch Windkraftgegener, die die Entscheidung nicht gut finden. Letztendlich habe ich mit dem Stadtrat gemeinsam die Entscheidungen zu treffen und wir versuchen immer den größtmöglichen Vorteil für die Gesellschaft insgesamt zu erreichen.
Welche drei Maßnahmen würden Sie als Erstes in Ihrer Gemeinde angehen?
Da ich amtierende Bürgermeisterin bin, habe ich bereits viele Projekte angeschoben, die ich gerne zu Ende führen möchte. Beispielsweise ist in meiner Amtszeit die Entscheidung zur Gestaltung des Geländes hinter der Sparkasse getroffen worden. Eigentlich sollten die Baumaßnahmen dieses Jahr beginnen, leider hat das nicht ganz geklappt. Die Entscheidung, die Hinrich -Wolf Grundschule neu zu bauen ist Ende letzten Jahres gefallen, natürlich ist das eines meiner Projekte, welches ich ebenfalls zum Abschluss bringen möchte und da gibt es auch noch weitere… ich bin also noch nicht fertig!
Nennen Sie eine konkrete Maßnahme oder einen Bereich, in den Ihre Gemeinde mehr investieren sollte – und eine Sache, bei der Sie sparen würden.
Die Kommunen in Deutschland stehen finanziell alle mit dem Rücken an der Wand, deshalb kann ich diese Frage nicht beantworten. Die Kommunen konzentrieren sich aktuell auf das Wesentliche wie Strassen, Schulen, Kindergärten, Jugendbetreuung u.v.m.. Alles was nice to have ist liegt brach. Das ist ein Desaster und macht alle unzufrieden: Politik, Bürger und Verwaltung gleichermaßen. Aber wir, und ich schon gar nicht, geben natürlich nicht auf!

Wann beginnt für Sie der Feierabend und wie verbringen Sie ihn?
Ich bin 24/7 im Dienst und mindestens für meine Mitarbeiter immer erreichbar. Privat kann ich sehr gut abschalten und bei verschiedenen Hobbys Entspannung finden. Gern verbringe ich die Zeit mit meinen Hunden. Ich habe sehr viele breit gefächerte Interessen, die mir helfen, Abstand von der Arbeit zu finden.
Bei welchem Thema fällt es Ihnen schwer, gelassen zu bleiben?
Besserwisserei, ohne Ahnung vom Thema und den Hintergründen zu haben.
Drei Werte, die Ihre Politik prägen:
Solidarität in der Gemeinschaft und Gerechtigkeit in der Sache.
Kees Bouma will erster AfD-Bürgermeister im Kreis Celle werden

Warum kandidieren Sie für das Amt der Bürgermeisterin bzw. des Bürgermeisters?
Ich möchte positive Veränderungen für Bergen und unsere Dörfer. Verwaltung muss für die Bürger da sein – nicht umgekehrt. Probleme ansprechen, zuhören und Lösungen finden.
Welchen Anspruch stellen Sie an sich selbst, wenn Sie politische Entscheidungen treffen?
Ehrlich, nachvollziehbar und im Interesse der Bürger entscheiden. Zuhören gehört für mich genauso dazu wie die Bereitschaft, die eigene Meinung zu hinterfragen.
Welche drei Maßnahmen würden Sie als Erstes in Ihrer Gemeinde angehen?
Die Verwaltung bürgerfreundlicher und besser erreichbar machen. Homeoffice zunächst aussetzen und anschließend sachlich neu bewerten. Unsere Dörfer besser vernetzen und ihre Interessen stärken.
Nennen Sie eine konkrete Maßnahme oder einen Bereich, in den Ihre Gemeinde mehr investieren sollte – und eine Sache, bei der Sie sparen würden.
Mehr investieren in Infrastruktur, Schulen, Feuerwehr und unsere Dörfer. Sparen bei unnötiger Bürokratie und ineffizienten Strukturen.

Wann beginnt für Sie der Feierabend und wie verbringen Sie ihn?
Wenn das Wichtigste erledigt ist. Am liebsten verbringe ich meine freie Zeit mit meiner Familie und meiner Tochter.
Bei welchem Thema fällt es Ihnen schwer, gelassen zu bleiben?
Wenn einfache Probleme durch unnötige Bürokratie kompliziert werden.
Drei Werte, die Ihre Politik prägen:
Bürgernähe, Ehrlichkeit, Verantwortung.














