Ansprache zur Kranzniederlegung am Ehrengrab Wilhelm Bomanns

CELLE. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben uns heute am Ehrengrab Wilhelm Bomanns versammelt, um seiner zu gedenken und einen Kranz niederzulegen.
Eine Kranzniederlegung ist eine alte und zugleich sehr schlichte Form des Erinnerns. Der Kranz hat keinen Anfang und kein Ende. Gerade deshalb wurde seine Kreisform schon früh zu einem Sinnbild für Dauer und Beständigkeit – und damit auch für ein Erinnern, das über den Augenblick hinausweist.
Wenn wir heute einen Kranz am Grab Wilhelm Bomanns niederlegen, dann ehren wir deshalb nicht nur einen bedeutenden Celler Bürger. Wir bringen damit auch zum Ausdruck, dass sein Wirken bis in unsere Gegenwart hineinreicht.
Wilhelm Bomann hat etwas geschaffen, das weit über das Sammeln und Bewahren alter Gegenstände hinausging. Ihm ging es darum, die Geschichte und Kultur unserer Region für kommende Generationen zu erhalten und verständlich zu machen. Aus seiner Sammlung und seinem Engagement erwuchs schließlich ein Museum, das heute seinen Namen trägt und aus dem kulturellen Leben unserer Stadt nicht wegzudenken ist.
Dass wir heute, einhundert Jahre nach seinem Tod, hier stehen, zeigt vielleicht am eindrucksvollsten, wie nachhaltig sein Wirken gewesen ist.
Für uns als Museumsverein in Celle, dessen Mitbegründer Wilhelm Bomann war, besitzt dieses Gedenken noch eine besondere Bedeutung. Denn auch unsere Arbeit steht in einer Tradition, die Wilhelm Bomann wesentlich ins Leben gerufen hat: in der Verantwortung, kulturelles Erbe nicht nur zu bewahren, sondern Menschen dafür zu interessieren und es an die nächste Generation weiterzugeben.
In diesem Sinne legen wir diesen Kranz nieder – in Dankbarkeit für das Lebenswerk Wilhelm Bomanns, in Verbundenheit mit seinem Andenken und in dem Bewusstsein, dass sein Vermächtnis auch für uns Verpflichtung und Auftrag bleibt.
Text: Gudrun Jahnke














