Altkleidersammlung: Gemeinden können selbst organisieren, müssen aber nicht
- Stefan Kübler
- vor 5 Stunden
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CELLE. Wie die Altkleidersammlung in nächster Zeit in Stadt und Landkreis Celle aussehen soll, darüber wurde beim Zweckverband Abfallwirtschaft Celle (ZAC) zuletzt viel diskutiert. Ein Grund: Es gibt immer weniger Altkleidercontainer in den Stadtteilen und Gemeinden. Ein anderer: Containerstellplätze werden immer wieder vermüllt vorgefunden und alte Textilien werden wild und illegal entsorgt. Eine Lösung musste her, allerdings nur bis 2028, weil dann ein neues Gesetz greifen soll.
Derzeitiges Modell verursacht keine Zusatzkosten
Bei der jüngsten Sitzung der ZAC-Verbandsversammlung im März waren mehrere Möglichkeiten durchgespielt worden. Altkleider und Textilien hätten demnach, so ähnlich wie der Weihnachtsbaum, einmal im Jahr vor der Haustür abgeholt werden können. Das wäre allerdings sehr teuer. Günstiger wären laut Berechnungen die Abholung auf Bestellung, ähnlich wie beim Sperrmüll, oder die Abgabe von Altkleidern am etablierten Schadstoffmobil. Letztendlich wurde sich darauf geeinigt, alles so zu belassen, wie es derzeit geregelt ist. Das würde nämlich keine zusätzlichen Kosten verursachen.
„Wir müssen mobilitätseingeschränkte Personen berücksichtigen.“
An der momentanen Regelung gab es dennoch Kritik. Derzeit können Alttextilien an allen Entsorgungsanlagen des ZAC abgegeben werden. Das ist zwar kostenlos, für manche Menschen aber mit Aufwand verbunden. „Wir müssen mobilitätseingeschränkte Personen berücksichtigen“, mahnte beispielsweise Versammlungsmitglied Reinhard Rohde an. Am Ende der Diskussion kam die Idee auf, dass Altkleidersammlungen in Gemeinden und Ortsteilen auch selbst organisiert werden könnten, so wie das bei Laubsammelaktionen oft erfolgreich der Fall sei. Große Zustimmung kam dazu aus dem Gremium, das sich unter anderem aus Ortsratsmitgliedern, Ortsbürgermeisterinnen und -meistern zusammensetzt. Der Abfallzweckverband wurde gebeten, zu prüfen, ob eine Unterstützung solcher Sammelaktionen möglich sei.
Abfallzweckverband stellt Großcontainer für Sammlungen zur Verfügung
Diese Unterstützung wird nun ermöglicht. Der ZAC hat erklärt, geeignete Großcontainer für lokale Sammelaktionen zur Verfügung zu stellen. „Nach dem Abzug zahlreicher Alttextil-Container von öffentlichen Flächen der Stadt und der Landkreisgemeinden soll den Bürgerinnen und Bürgern so eine ortsnahe Entsorgungsalternative für Alttextilien angeboten werden können“, heißt es dazu in einer Mitteilung.
Kommunen müssen nur Transportkosten übernehmen
Wichtig zu wissen: Gemeinden und Ortsräte können gemeinschaftliche Sammelaktionen organisieren, müssen dies jedoch nicht. Der ZAC bietet lediglich die Möglichkeit an, Sammlungen in den Kommunen mit Containern zu unterstützen und übernimmt Bereitstellung und Abholung sowie die Verwertung der Alttextilien. Die Behälter sollten mindestens drei Wochen vorher bestellt werden. Entsorgungsgebühren sollen laut ZAC nicht anfallen, allerdings müssten die Transportkosten von den Kommunen übernommen werden. Ortsräte und Gemeinden werden gebeten, sich bei Interesse direkt mit dem ZAC in Verbindung zu setzen.
2028 könnte sich alles wieder ändern
Der Abfallzweckverband verspricht sich davon eine gezielte und kontrollierte Sammlung von geeigneten Alttextilien. Jede Person soll maximal zwei gefüllte 80-Liter-Säcke abgeben dürfen. Der Inhalt soll vor Ort direkt kontrolliert und bei falschem Inhalt zurückgewiesen werden, beispielsweise bei zu starker Verschmutzung. 2028 könnten sich die Voraussetzungen wieder ändern. Eine neue EU-Richtlinie soll dann die Bekleidungshersteller bei der Entsorgung stärker in die Pflicht nehmen. Das könnte zur Folge haben, dass wieder mehr Altkleidercontainer in den Orten aufgestellt werden.














