Zwischen Gut und Böse: Anna-Sofia di Grazia stellt erstmals im FREIRAUM aus
Aktualisiert: vor 4 Tagen

CELLE. Blut, leuchtendes Grün und eine Meerjungfrau: Jeden Abend erschafft Anna-Sofia Di Grazia in ihrem Atelier mit Öl auf Leinwand eine Welt voller Licht und Schatten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wozu der Mensch fähig ist. „Mich fasziniert, welche Kräfte in uns wohnen, gute wie schlechte, und wie nah sie beieinanderliegen“, sagt Anna-Sofia Di Grazia. Diese Gegensätze und ihre fließenden Übergänge bilden den Kern von „Dualitá“, ihrer ersten eigenen Kunstausstellung, die ab dem 25.10. für drei Wochen im Freiraum erlebbar ist.
Erster Auftrag: RiceTime Logo
„Der FREIRAUM ist bei Instagram auf meinem Bildschirm aufgeploppt und dann dachte ich: Jetzt oder nie“, erzählt Anna-Sofia Di Grazia. „Das Konzept kam mir so einfach vor. Du schreibst eine Mail und kannst dann im Prinzip machen, was du willst.“ Schon als Kind entdeckte die Cellerin ihre Leidenschaft für das Malen. Während ihres Innenarchitekturstudiums machte sie sich selbstständig. Ihr erster Auftrag: das hölzerne Leuchtschild über dem RiceTime.
Epstein-Skandal taucht auf Gemälden auf
Der Ausgangspunkt für die Ausstellung war zunächst düster. Politische und gesellschaftliche Ereignisse wie der Epstein-Skandal oder der Euthanasie-Fall der Spanierin Noelia Castillo beschäftigten Anna-Sofia Di Grazia im vergangenen Winter. „Die Eindrücke durch die Medien waren so intensiv, dass ich sie sofort auf der Leinwand festhielt“, erinnert sich die 23-Jährige.
„Kunst ist für mich ein mächtiges Werkzeug. Es geht um Schönheit, aber auch um Provokation oder unangenehme Dinge.“
Ihre Bilder sind mindestens einen Meter mal einen Meter groß, häufig größer. „Kunst ist für mich ein mächtiges Werkzeug. Es geht um Schönheit, aber auch um Provokation oder unangenehme Dinge“, sagt Anna-Sofia Di Grazia, die gerne mit Strukturen und skulpturalen Elementen arbeitet. „Dabei ist Kunst immer friedlich und kommuniziert auf einer Ebene, die jeder versteht: Bilder, Haptik und Gefühle.“
Element in Kunst: Trauerweide und Seerose
Besonders die Trauerweide und die Seerose haben sie beeindruckt. Beide begegnen ihr in Celle als romantische Motive, die sie mit Kraft und Leben verbindet. „Mich berührt ihre Atmosphäre. Sie strahlen Ruhe und Schönheit aus und tragen für mich gleichzeitig etwas Melancholisches in sich.“

Freiraum wird Teil der Ausstellung
Ihr Studium wird im FREIRAUM ebenfalls eine Rolle spielen. Nach dem Bachelor in Innenarchitektur folgte ein zweiter in Architektur. Im vergangenen Jahr eröffnete Anna-Sofia Di Grazia ihr eigenes Büro in der Blumlage und arbeitet zusätzlich in einem Architekturbüro in Hannover. „Das wäre nicht ich, wenn ich Bilder an die Wand hängen würde und fertig.“
„Die Ausstellung erscheint als eigene Welt und ist in Atmosphäre gedacht.“
Deshalb wird der FREIRAUM selbst Teil der Ausstellung. Eigens designte Möbel und eine Rauminstallation ergänzen die Bilder. Ein Rundgang mit festgelegtem Anfangspunkt führt die Besucher durch die Ausstellung. „Die Ausstellung erscheint als eigene Welt und ist in Atmosphäre gedacht“, sagt Anna-Sofia Di Grazia.
Bis zum 25. Oktober bleibt noch einiges zu tun: „In meinem Kopf habe ich eine Vision und die muss genau so umgesetzt werden.“ Wie der FREIRAUM am Ende aussehen wird, bleibt eine Überraschung, auf die Sie gespannt sein dürfen.















