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Zeitreise mit SARA: Demokratie-Ausstellung im Residenzmuseum jetzt digital erweitert

Fünf Personen vor einer Präsentation auf einem Bildschirm.
Juliane Schmieglitz-Otten (Mitte) und Michelle Bappert (rechts daneben) präsentierten SARA und die dazugehörige App gemeinsam mit Stefan Daberkow, Direktor der Celler Museen (links) sowie Gabriela Penz und Rainer Brakebusch vom Institut für systemische Innovation. (Foto: Stefan Kübler)

CELLE. Wir befinden uns in Eschede im Jahr 1698. Ein verstoßener Graf streift durch die Wälder auf der Suche nach Kutschen, die er überfallen kann. Er möchte Steuergelder rauben und an die Untertanen zurückgeben, weil die Abgaben seiner Meinung nach zu Unrecht erhoben wurden. Doch ist dies der richtige Weg? Er trifft auf eine Gruppe Celler Schülerinnen und Schüler aus der Gegenwart, die nun entscheiden müssen, ob sie ihn bestärken oder von seinem Vorhaben abbringen sollen. Dabei setzen sie sich mit Demokratiethemen auseinander, um den Grafen zu überzeugen.


Vom Mittelalter bis zur modernen Demokratie


Diese und weitere historische Begebenheiten sind Teil der digitalen Erweiterung der Ausstellung „Herrschaft und Landschaft – Macht und Teilhabe“ im Residenzmuseum im Celler Schloss. Die Dauerausstellung läuft bereits seit 2021 sehr erfolgreich. Menschen aus allen Generationen sollen den Weg von der Ständegesellschaft des Mittelalters bis zur modernen parlamentarischen Demokratie nachvollziehen können. „Unsere Idee war, den Menschen zu vermitteln, was Residenz ist“, sagt Museumsleiterin Juliane Schmieglitz-Otten. „Das Celler Schloss soll dabei der Ort sein, wo man Herrschaft diskutiert.“


Ausstellungsraum mit Schwert im Vordergrund.
Die Ausstellung zeichnet den Weg vom Mittelalter bis zur modernen Demokratie nach. (Foto: Stefan Kübler)

„Wir wollen die Schüler dort abholen, wo sie sich wohlfühlen.“

In Zusammenarbeit mit dem Institut für systemische Innovation aus Isernhagen wurde nun eine App entwickelt, mit der Schülerinnen und Schüler gezielt und jugendgerecht in das Thema eintauchen können. „Wir wollen die Schüler dort abholen, wo sie sich wohlfühlen, und das ist das eigene Smartphone“, so Michelle Bappert, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Residenzmuseum.


Dank freiem WLAN in den Museumsräumen ist die App schnell heruntergeladen und geöffnet. Entscheiden kann man sich nun entweder für den Audioguide, der die Besuchenden durch die Ausstellung leitet, oder für eine der sechs Thementouren. Der Graf in Eschede gehört zur Tour „Finanzen“. Die anderen Touren widmen sich den Themen Recht, Wissen, Medien, Kritik und Identität. Mal geht es nach Lüneburg ins Jahr 1396, dann nach Uelzen 1746. Am Ende stehen immer Entscheidungen und Erkenntnisse rund um Demokratie.


Drei Personen am Tisch vor einem Computerbildschirm.
Im Forum des Ausstellungsbereiches werden die Inhalte zu Demokratiethemen auch an Terminals vermittelt. (Foto: Stefan Kübler)

Assistentin SARA steht Zeitreisenden zur Seite


Stets an der Seite der Schülerinnen und Schüler ist SARA, eine digitale Assistentin in Form eines Roboterkopfes. Zur Begrüßung erzählt sie, dass sie fehlerhaft programmiert wurde und nun auf die Hilfe der Jugendlichen angewiesen ist, um Verständnislücken zu schließen. Die Teilnehmenden müssen aktiv in die Inhalte einsteigen, SARAs Fragen beantworten und erhalten im besten Fall wertvolle Erkenntnisse. Bewusst sei darauf geachtet worden, mit den Elementen der Gamification ein Format zu schaffen, das sich vom gewohnten Frontalunterricht abhebt.


Hilfestellung bei Demokratieunterricht


In Verbindung mit der App soll die Dauerausstellung im Residenzmuseum Schulen Hilfestellung bei der Gestaltung von Demokratieunterricht geben. Lehrkräfte sind eingeladen, einen Besuch in der Ausstellung in ihren Unterricht mit einzubauen. Inklusive Audioguide, Thementour und anschließender Diskussion im Forum sollten dafür rund zwei Stunden eingeplant werden. „Das ist eine besondere und einzigartige Möglichkeit“, so Juliane Schmieglitz-Otten. Alle Infos zur Ausstellung und zur App gibt’s auf herrschaftundlandschaft.residenzmuseum.de.

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