Zahl der Verkehrstoten verdoppelt: Polizei Celle stellt Unfallstatistik für 2025 vor
- Stefan Kübler
- 15. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

CELLE. In Stadt und Landkreis Celle sind im Jahr 2025 zwölf Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Nach dem Tiefststand von nur sechs Verkehrstoten im Jahr davor hat sich die Zahl somit verdoppelt. Das hat die Celler Polizei bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik 2025 am Mittwoch bekanntgegeben. „Jeder Verkehrstote ist einer zu viel“, sagte Frank Freienberg, Leiter der Polizeiinspektion Celle. Die Gesamtzahl der Unfälle ist dagegen leicht zurückgegangen. Wildunfälle blieben auf dem gewohnten Niveau.
„Es macht einen immer wieder betroffen, dass es Verkehrstote gibt.“
Das jüngste Todesopfer im Straßenverkehr in Celle war laut Statistik 17, das älteste 93 Jahre alt. Dazwischen waren nahezu alle Altersgruppen vertreten. Schwerpunkte lassen sich demnach nicht erkennen. Zu tödlichen Unfällen kam es sowohl in der Stadt als auch im Landkreis Celle. Mit fünf Unfällen waren am häufigsten Pkws beteiligt, danach folgen Fahrräder und E-Bikes (3), Motorräder (2) sowie eine Inline-Skaterin und ein Elektrokleinstfahrzeug (kein E-Roller). „Es macht einen immer wieder betroffen, dass es Verkehrstote gibt“, so Frank Freienberg weiter. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Hinterbliebenen.“
Hauptursache ist menschliches Fehlverhalten
Positiv wird bewertet, dass die Zahl der Unfälle insgesamt mit 4039 leicht zurückgegangen ist. Im Vorjahr waren es noch 4174. Auch die Zahl der Verunglückten und Verletzten ist demnach kleiner geworden. 2025 verunglückten 810 Menschen (2024: 906). Davon verletzten sich 705 leicht (790) und 93 schwer (98). Beim Blick auf die Unfallursachen zeigt sich, dass menschliches Fehlverhalten eine zentrale Rolle spielt. Häufige Ursachen waren laut Statistik mangelnder Sicherheitsabstand (auch Seitenabstand), Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, unangepasste Geschwindigkeit sowie Ablenkungen.
Zahl der Wildunfälle gleichbleibend hoch
Zu den Ablenkungen als Unfallursache gehört ausdrücklich nicht nur die verbotene Handynutzung. „Es werden LKW-Fahrer dabei beobachtet, die während der Fahrt Kaffee kochen“, erläuterte Verkehrssachbearbeiter Dirk Holz. „Auch schreiende Kinder auf der Rückbank gehören dazu“, ergänzte Marcel Matthies, Leiter Einsatz. Rund 25 Prozent aller Unfälle werden durch Wildtiere auf der Straße verursacht. Die Zahl dieser Wildunfälle (890, 2024: 892) bewegt sich seit Jahren auf dem gleichen Niveau. „Wir kommen von den Zahlen nicht runter“, so Dirk Holz weiter. „Es werden die bekannten blauen Reflektoren installiert und Köder verteilt, aber die Zahlen bleiben gleich.“
Kreisverkehre als Schwerpunkte für Fahrradunfälle
Gestiegen sind die Unfallzahlen im Fahrradverkehr auf 310 (2024: 289). Im Zehn-Jahresvergleich ist das ein Höchststand. Aus Sicht der Polizei werden im Celler Stadtgebiet der Kreisverkehr an der Nienburger Straße sowie der Trüllerkreisel als Schwerpunkte für Unfälle mit Fahrrädern gesehen. Auch Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Rollern haben demnach zugenommen, die Zahl steig auf 63 (2024: 54). Unfälle mit Fußgängerinnen und Fußgängern sind mit 56 (2024: 69) dagegen zurückgegangen. Auch Baumunfälle gab es weniger (86, 2024: 118), wobei sich die Zahl der Getöteten mit 3 Personen nicht verändert hat und diese Art der Unfälle aus polizeilicher Sicht weiterhin als besonders schwerwiegend gelten.
Weniger Unfälle bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit.
Die Verkehrsunfallstatistik für Stadt und Landkreis Celle wird von der Polizei insgesamt als leicht positiv bewertet, zumindest was die Entwicklung der Unfallzahlen angeht. Bei den Unfallfolgen wird von einer deutlichen Verschärfung gesprochen. Weniger Unfälle bedeuteten nicht automatisch mehr Sicherheit. Entscheidend sei die Reduzierung der Unfallschwere und der tödlichen Folgen. „Hier gilt es, weiterhin konsequent auf die Hauptunfallursachen wie Geschwindigkeit, Ablenkung und Vorfahrtsverstöße einzuwirken", so Frank Freienberg. „Sicherheit im Straßenverkehr hängt von jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer ab.“














