"Wir finden alles ab Eichhörnchengröße": Skyline Studio macht mehr als Drohnenfotos
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CELLE. Erst waren es nur schöne Luftaufnahmen, mittlerweile ist Skyline Studio Celle ein vielseitiger Dienstleister: Patrick Ottenberg und sein Team machen deutschlandweit PV-Inspektionsarbeiten und Vermessungen für Unternehmen, helfen bei Personensuche, retten Rehkitze und suchen auch mal einen entlaufenen Hund. "Eigentlich können wir alles mit Drohne, und sonst haben wir die Kontakte und sprechen die an", sagt Patrick Ottenberg.
„Ich hatte kein Geld für einen Pilotenschein. Also dachte ich mir: Mache ich mal die Light-Version draus.“
Vor bald fünf Jahren gründete er Skyline Studio – damals noch als spontane Schnappsidee und ohne Businessplan. „Ich hatte immer Interesse an Luftfahrt, aber kein Geld für einen Pilotenschein. Also dachte ich mir: Mache ich mal die Light-Version draus – den Drohnen-Führerschein“, erzählt Patrick Ottenberg mit einem Lachen. Am meisten Spaß machen ihm Inspektionsarbeiten, weil es dort weniger Auflagen zu beachten gibt. „Auf dem Feld kann man sein eigenes Ding machen.“
Laienpiloten erschweren das Geschäft
Laienpiloten machen ihm und seinem Team jedoch immer wieder das Leben schwer und werfen ein schlechtes Licht auf die sonst gewissenhafte Branche. So waren beim Celler Lichterfest andere Drohnen im Einsatz, die sich nicht an die gängigen Regeln hielten – etwa hinsichtlich Höhe und Abstand zu Menschenmengen.
„Wir werden häufiger drauf angesprochen, ob wir für die Russen arbeiten oder die Leute ausspionieren.“
„Wir werden häufiger drauf angesprochen, ob wir für die Russen arbeiten oder die Leute ausspionieren“, erklärt Patrick Ottenberg. Dabei ist jede Drohne des Teams ordnungsgemäß angemeldet und mit einer eigenen Nummer versehen, vergleichbar mit einem Kennzeichen. Innerhalb der Stadt muss vor jedem Flug das Ordnungsamt zustimmen, die Polizei wird zusätzlich informiert.
Aufregendster Flug am Airport Hannover
Besonders brenzlig wurde es einmal in Flensburg: Bei einem Inspektionsflug kam ein Jäger aus dem Wald und schoss auf die Drohne, um Patrick Ottenberg zu vertreiben. Den aufregendsten, gleichzeitig aber kürzesten Flug erlebte er am Airport Hannover: Das Genehmigungsverfahren dauerte acht Monate, während des eigentlichen Fluges musste er zum Tower funken und zwei Kollegen die Landebahn permanent im Blick behalten – die Aufnahmen einer Halle dauerten schließlich weniger als 15 Minuten.
Suchhunde im Einsatz
Wenn Haustiere entlaufen, rät Patrick Ottenberg vor allem: schnell handeln. „Dann ist das Tier mit Glück noch im näheren Umfeld.“ Die besten Bedingungen für eine Suche sind früh morgens oder abends, ohne direkte Sonneneinstrahlung. „Wir finden alles ab Eichhörnchengröße.“ Das Team sucht das Gebiet dann in einem Kartenraster ab und kann bei Bedarf auch K9-Suchhunde aus Hermannsburg hinzuziehen.
„Wir können Perspektiven einfangen, die sonst keiner sieht.“
Durch seinen Hauptjob im Rettungsdienst lernte Patrick Ottenberg auch Christofer Raedler kennen, der ihn nun als Minijobber unterstützt. „Wir können Perspektiven einfangen, die sonst keiner sieht“, schwärmt Christofer Raedler, der zudem für das Videoediting zuständig ist und mittlerweile Patrick Ottenbergs Stellvertreter ist. Jennifer Killesreiter ergänzt das Team mit Bodenaufnahmen. Gemeinsam wollen sie insbesondere die Rehkitzrettung und Liveübertragungen – wie zuletzt beim Mini-Wasa-Lauf – in der Region ausbauen. „Wir wollen das auch für andere Events anbieten. Durch Jenni können wir Aufnahmen vom Boden mit Luftaufnahmen kombinieren und so allen Menschen neue Perspektiven zeigen.“






















