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VCD: "Aus Unfällen nichts gelernt" - Auch vierte "Radkreuzung" mit groben Mängeln



CELLE. Nach sechsmonatiger Bauzeit soll die neu gestaltete Kreuzung Harburger Berg / B 3, ab 5. April uneingeschränkt zu nutzen sein. Ziel des Umbaus war nach Angaben der Stadt die Verbesserung des Radverkehrs und die sichere Nutzung der Kreuzung sehbehinderter Menschen mit Hilfe von sogenannten taktilen Elementen und Kanten. Aus ähnlich gestaltete Kreuzungen mit den "Todesstreifen" (CELLEHEUTE berichtete) hätten die Verkehrsplaner aus Sicht des Verkehrsclubs Deutschlands nichts gelernt - lediglich eine Sache wird gelobt.


"Vorschriften an vielen Stellen nicht eingehalten"

Claus Stahl, Mitglied im Celler Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), hat die Baustelle in Augenschein genommen. „Die Trennung von Fußgängern, Radfahrern sowie die getrennte Signalisierung sind den Planern sehr gut gelungen.“ Äußerst negativ stoßen Stahl aber die vielen Stellen auf, an denen für Fußgänger und Radfahrer einfach zu wenig Platz eingeplant wurde. „Die Breiten entsprechen nicht den gültigen Vorschriften", bemerkt Stahl.

Es sei versäumt worden, die Kreuzung im Sinne von Fußgängern umzubauen. "Ein Signal in Richtung Verkehrswende ist nicht vorhanden. Viele Autospuren in jede Richtung, die restliche Fläche müssen sich Fußgehende und Radfahrende teilen", moniert Stahl. Vermeintliche Sicherheit für sehbehinderte Menschen durch umfassende Gestaltung mit taktilen Elementen sei zwar vorgesehen, aber ausreichende Breiten für beeinträchtigte Menschen oder Menschen mit Kinderwagen, mit Kindern usw. seien nicht berücksichtigt worden. "Man hätte von den vielen Spuren für den motorisierten Verkehr ruhig mal eine wegnehmen können als Signal für die schwächeren Verkehrsteilnehmenden," gibt Martina Sonnenberg-Ackemann vom VCD zu bedenken.

Engstellen gebe es besonders an den westlichen Bereichen für Fußgänger und Radfahrer. "Der Gehweg ist hier teilweise nur 1,20 m breit – absolut unzureichend für Sehbehinderte, sich begegnende Fußgänger usw.. Diese Breite widerspricht allen Planungsvorschriften", ist der VCD überzeugt.

"Und dann stehen als Hindernisse auch noch ca. 20-25 cm breite Masten auf dem Gehweg, z.B. Ampeln, Wegweiser u.a. Von Gleichberechtigung keine Spur. "Warum wurde nicht an der Süd-West-Ecke der Kreuzung ein zwei Meter breiter Streifen vom nicht bebauten Grundstück gekauft? Dann hätte ausreichend Platz für die sogenannten 'Nebenanlagen' bestanden. Die Stadtverwaltung hätte dafür rund zehn Jahre Zeit gehabt die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Ankauf eines Streifens vom Hundertmark-Grundstück zu schaffen", so die Clubmitglieder.


"Die Stadt hat aus den zahlreichen Unfällen nichts gelernt."

Regelwidrig sind aus Sicht von Sonnenberg-Ackemann außerdem die gefährlichen Kanten bei der Absenkung des Radwegs auf Fahrbahnniveau, die ohne Farbkontrast gebaut wurden. Ebenso fehle ein taktiler Begrenzungsstreifen zwischen Radweg und Gehweg. "Die ausgebildeten taktilen Kanten gefährden alle Verkehrsteilnehmer auf Rädern. Die Stadt hat aus den zahlreichen Unfällen an der Kreuzung Wederweg oder an der Blumlage nichts gelernt. Ein erster Sturz konnte beobachtet werden. Vor der Aral-Tankstelle ist eine junge Frau an der ca. 12 cm hohen Kante mit ihrem E-Scooter gestürzt. Zumindest im Bereich Hehlentorstift sollen laut Aussagen der Verkehrsplaner Anpassungsarbeiten stattfinden", so Stahl.

Unverständlich ist es ihn, dass es bei einer solch intensiv genutzten Kreuzung noch eine Tankstellenzufahrt für den motorisierten Individualverkehr geben können. "Das ist mit Sicherheit nicht regelkonform und gefährdet alle nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer erheblich. Hier hätte die Chance bestanden, die Zufahrt für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zurückzubauen", so der Verkehrsexperte.


Eine Hauptzufahrt zu einer Tankstelle über Fußgänger- und Fahrradbereiche in einer vielgenutzten Kreuzung zu bauen, sei ausgesprochen fahrlässig. "Hier zeigt sich einmal mehr, welchen Stellenwert die nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer in der Verkehrsplanung haben", so die VCD-Mitglieder abschließend. Fotos: VCD Celle


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