Stadtrat beschließt Alkoholverbot am Village – Ortsrat ist das zu wenig

CELLE. Rund um das Village an der Bergstraße gilt seit heute ein Alkoholverbot. Der Rat der Stadt Celle hatte die neue Regelung bei seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag beschlossen. Grund dafür war eine Initiative des Ortsrats Blumlage/Altstadt, dem die Trinkerszene vor dem dortigen Supermarkt bereits seit mehreren Jahren ein Dorn im Auge ist. Mit dem Alkoholverbot sollen Trinkgelage, Drogenkonsum und Belästigungen der Anwohnenden eingedämmt werden. Der Ortsrat begrüßte den Beschluss, kritisierte aber gleichzeitig, dass der Schritt nicht weit genug gehe.
Verstöße gegen Alkoholverbot kosten bis zu 5000 Euro
Laut neuer Verordnung ist es in den öffentlichen Bereichen rund um das Village künftig verboten, alkoholische Getränke zu konsumieren oder alkoholische Getränke mit sich zu führen, „wenn diese den Umständen nach zum dortigen Verzehr bestimmt sind.“ Soll heißen: Wer künftig dort auf einer Bank sitzt und sich einer Kontrolle entziehen will, indem er ein geöffnetes Bier hinterm Rücken versteckt, wird damit wahrscheinlich keinen Erfolg haben. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit betrachtet und können ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro nach sich ziehen. Für die Kontrollen des Verbots soll unter anderem der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) eingesetzt werden.

Ortsrat fordert Rückbau der Sitzbänke
Dem Beschluss im Stadtrat waren mehrere Wortmeldungen von Befürwortern und Gegnern des Vorhabens vorangegangen. Christoph Engelen, Ortsbürgermeister von Blumlage/Altstadt, bezeichnete das Alkoholverbot als richtigen Ansatz. „Es passiert endlich etwas“, sagte der SPD-Politiker. Und weiter: „Aber es ist nur ein Ansatz und es reicht definitiv nicht aus.“ Im Namen des Ortsrats forderte er erneut, dass die Sitzbänke vor den Geschäften zumindest eine Zeitlang abgebaut werden. Außerdem müsse man den offensichtlich suchtkranken Menschen, die sich dort aufhalten, mit sozialer Arbeit begegnen.
„Wir haben in Celle keine funktionierende aufsuchende Streetwork-Struktur, wie sie für dieses Problem notwendig wäre.“
Grünen-Ratsfrau Johanna Thomsen sagte, ein Alkoholverbot sei nicht das richtige Mittel, weil es den Konsum nicht beende, sondern ihn nur verlagere. „Das Problem wird kurzfristig aus dem Sichtfeld verschwinden, aber die soziale Schieflage dahinter bleibt bestehen“, sagte sie. Ordnungspolitik sei nicht die Lösung, zumal der KOD ausgelastet sei. Auch sie mahnte eine bessere Sozialarbeit an. „Wir haben in Celle keine funktionierende aufsuchende Streetwork-Struktur, wie sie für dieses Problem notwendig wäre“, sagte sie in Richtung von Oberbürgermeister Jörg Nigge.
Interessen der Anwohnenden im Village berücksichtigen
Auch Udo Hörstmann (Unabhängige), Stephan Ohl (Die Linke) und Torsten Schoeps (WG) sprachen sich für eine bessere Sozialarbeit aus. Stephan Ohl war außerdem gegen einen Abbau der Sitzbänke, die von vielen Menschen für Verschnaufpausen genutzt würden. „Wir können nicht die Allgemeinheit bestrafen, weil sich manche nicht an die Regeln halten“, sagte er. SPD-Ratsherr Patrick Brammer mahnte an, dass in dieser Sache die Interessen der Anwohnenden nicht vergessen werden dürften. Das Alkoholverbot am Village wurde schließlich mit 29 Ja-Stimmen, zehn Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen beschlossen.














