Neue Bahnstrecke Hannover-Hamburg: VCD Celle fordert Umdenken der Landespolitik

CELLE. Die neue Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg ist beschlossene Sache. Der Bundestag hat kürzlich grünes Licht für das vieldiskutierte Vorhaben gegeben. Der Celler Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) begrüßt diese Entscheidung und fordert nun ein Umdenken bei der Landesregierung in Niedersachsen. Diese hatte sich bis zuletzt gegen einen Neubau gesträubt und sich vorrangig für einen Ausbau der Bestandsstrecke ausgesprochen.
VCD begrüßt Bundestagsbeschluss zum Neubau
Für den VCD Celle ist die Neubaustrecke Hannover-Hamburg ein wichtiges Projekt. „Der Neubau ermöglicht endlich pünktlichere Bahnen und mehr Kapazität für Personen und Güter auf der Schiene – genau das, was die umweltfreundliche Verkehrswende braucht“, heißt es vom Kreisverband. Auch das zusätzliche Maßnahmenpaket für die Bestandsstrecke finde Zustimmung beim VCD. „Ergänzende Weichen und Überholgleise sorgen kurz- bis mittelfristig für erste Verbesserungen zwischen Hamburg, Celle und Hannover.“
Blockade der Landesregierung sei „der falsche Weg“
Dass die Landespolitik dennoch weiterhin an den veralteten Ausbauplänen für die Bestandsstrecke festhielt, ist laut VCD Celle „der falsche Weg“. Mehrere Untersuchungen würden zeigen, dass diese Variante verkehrlich und wirtschaftlich unzureichend ist. Gleiches gelte für die Behauptung des Niedersächsischen Verkehrsministeriums, dass eine Neubaustrecke keinerlei Vorteil für die Region biete. Das Land kenne die Chancen, setze sich aber nicht für Verbesserungen ein.

Historische Chance für Bahnhof in Bergen
Ein Beispiel sei der mögliche Regionalhalt in Bergen. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen habe die Reaktivierung der bestehenden Strecke Celle-Bergen-Soltau zwar als unwirtschaftlich eingestuft, einen neuen Bahnhof in Bergen an der Neubaustrecke jedoch positiv bewertet. „Es wäre sehr ärgerlich, wenn das Land diese historische Chance für einen Bahnhalt in Bergen einfach so liegen lässt“, so Verkehrsingenieur und VCD-Mitglied Bjarne Reitz. Der Halt solle vom Land ernsthaft geprüft werden.
„Wir fordern das Land auf, sich konstruktiv an der weiteren Planung zur Neubaustrecke zu beteiligen.“
Aus Sicht des VCD würde vom Neubau auch die bestehende Strecke über Celle, Uelzen und Lüneburg profitieren, weil die Verkehrsbelastung verteilt und damit die Pünktlichkeit verbessert werden würde. Die Verbindung von Celle nach Lüneburg und Hamburg könne 20 Minuten schneller werden, sogar ein Halbstundentakt sei möglich. Das Land müsse endlich mehr investieren und die Verbesserungen angehen. „Die Menschen in Celle sind keine Bürger zweiter Klasse“, so Bjarne Reitz. „Wir fordern das Land auf, sich konstruktiv an der weiteren Planung zur Neubaustrecke zu beteiligen.“
Land für Ausbau während Generalsanierung 2029
Das Land Niedersachsen hatte sich bis zuletzt gegen einen Neubau der Bahnstrecke ausgesprochen. Stattdessen sollte die Generalsanierung 2029 dafür genutzt werden, die Bestandsstrecke auszubauen und zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Damit sollte verhindert werden, dass nach einer mehrmonatigen Sperrung wenige Jahre später erneut umfangreiche Bauarbeiten notwendig werden. Man brauche eine Verbesserung so schnell wie möglich und nicht irgendwann nach 2050, sagte dazu Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne mit Blick auf den Zeitplan des Neubauprojekts.














