„Muss man mal gemacht haben“: Celler Achter bei weltgrößtem Rennen in London
- Stefan Kübler
- vor 3 Tagen
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CELLE. Die Themse in London wird jedes Jahr Ende März zum weltgrößten Zentrum der Ruderachter. Beim „Head of the River Race“ (HORR) gehen bis zu 420 Männer-Achter aus der ganzen Welt auf die 4,5 Meilen lange Strecke (ca. 6,8 Kilometer). Das traditionsreiche Rennen zwischen der Chiswick Bridge und der Putney Bridge feierte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Zum Jubiläum war auch ein Achter des Celler Rudervereins dabei. Das Team trotzte Wind und Wellen und kam mit einem zufriedenstellenden Ergebnis ins Ziel.
„Wir vom Vorstand haben gesagt: Macht das!“
Der Celler Ruderverein (CRV) war das erste Mal seit 2012 wieder in London mit dabei und in diesem Jahr die einzige Mannschaft aus Celle auf der Themse. Die Teilnahme wurde größtenteils privat organisiert. „Die Idee dazu hatte unser Ruderer Peter Kling“, erzählt Klaus Scheerschmidt, stellvertretender CRV-Vorsitzender und für den Leistungssport im Verein zuständig. „Wir vom Vorstand haben gesagt: Macht das! Und dann haben wir so weit wie möglich unterstützt.“
Ehemaliger Weltmeister und Deutscher Meister an Bord
Nach dem OK sei recht schnell eine Mannschaft zusammengestellt worden. Neben dem ehemaligen Juniorenweltmeister Peter Kling und dem ehemaligen Deutschen Jugendmeister Emil Wendeler stiegen Frederik Blanck und Florian Brüsewitz vom CRV, Nils Zimmermann und Johan v.d. Akker vom Ruderverein Herman Billung Celle sowie Florian Bartels vom Hannoverschen RC und Maximilian Bensch von der Rudergemeinschaft Angaria Hannover ins Boot. Steuerfrau wurde Julia Triesch vom Hannoverschen RC. Als Trainer und Betreuer waren Andreas Delius und Emil Scheerschmidt dabei.
Am Rennwochenende sei das Team nach und nach in London eingetrudelt. Die Trainer machten sich mit dem Vereinsbus auf den Weg, das Boot, ein gelber Achter mit dem Namen „MS-Speci“, gelangte per Sammeltransport an die Themse, die Ruderer stiegen größtenteils ins Flugzeug. Einige seien Freitag direkt nach der Arbeit gestartet und dementsprechend spät in der britischen Hauptstadt angekommen. Aber die Stimmung sei gut gewesen. Alle hätten sich auf dieses besondere Rennen gefreut.
Nur zehn Sekunden von Top 100 entfernt
Das Rennen am Samstag sei ohne große Schwierigkeiten verlaufen. Mit Startnummer 72 habe das Boot gegen Mittag abgelegt. Beim HORR gehen die Boote in Abständen von zehn Sekunden nacheinander auf die Strecke. „Ziel war ein Platz unter den ersten 100“, so Klaus Scheerschmidt. „Das Boot wurde im Rennen einmal überholt. Am Ende wurde es Platz 113, nur zehn Sekunden von den Top 100 entfernt. Wir sind zufrieden.“ Offiziell waren in diesem Jahr 372 Boote gemeldet. Der CRV kam mit einer Zeit von 18:53 Minuten ins Ziel. Überwältigt seien alle von der Stimmung an der Strecke gewesen. Massen von Zuschauenden hätten sich das Rennen angeschaut und man sei mit vielen Ruderern aus anderen Nationen in Kontakt gekommen.
Erneute Teilnahme 2027 möglich
Mit der guten Platzierung hat sich der CRV automatisch für das Rennen im kommenden Jahr qualifiziert. Ob die Celler 2027 wieder mit dabei sind, wird sich aber noch zeigen. „Wir haben dieses Jahr viele Erfahrungen gesammelt und jeder weiß jetzt, was zu tun ist“, sagt Klaus Scheerschmidt. „Ich habe mich gefreut, dass in dieser Altersklasse bei uns was passiert und bin Peter Kling sehr dankbar für den Anstoß. Dieses Rennen muss man mal mitgemacht haben.“














