Mieten oder kaufen? So viel kosten Häuser und Wohnungen in Celle momentan
- Stefan Kübler
- vor 21 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

CELLE. In Celle werden wieder mehr Wohnungen und Häuser gebaut, doch es könnten gerne noch mehr werden. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Wohnungsmarkt-Berichtes, den die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg (CGW) gemeinsam mit der LBS am Donnerstag vorgestellt hat. Demnach hat sich die Zahl der Baugenehmigungen im Landkreis Celle 2025 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt, bleibt mit aktuell 288 aber auf einem niedrigen Niveau. Zum Vergleich: Im ähnlich großen Nachbarkreis Gifhorn sind im vergangenen Jahr 575 Baugenehmigungen erteilt worden. Bei den Preisen für Wohnraum kann Celle dagegen in einigen Kategorien punkten. Der Immobilienmarkt bei uns profitiert außerdem von der Nähe zu Hannover und der guten Wirtschaftslage im Nordkreis.
Neue Reihenhäuser und Bauland in Celle im Vergleich günstiger
Doch wie viel Geld müssen Menschen in Celle für Wohneigentum auf den Tisch legen? Laut dem Bericht kosten neugebaute Reihenhäuser im Landkreis Celle aktuell zwischen 270.000 und 450.000 Euro und sind damit durchschnittlich günstiger als in Gifhorn oder Wolfsburg. Neubauwohnungen dagegen sind mit 3800 bis 4600 Euro pro Quadratmeter im Schnitt teilweise deutlich teurer als in den anderen beiden Regionen. Bei den erschlossenen Grundstücken ist der Landkreis Celle mit 100 bis 210 Euro pro Quadratmeter im Vergleich wieder günstiger. „Günstige Angebote sind im Neubau kaum noch möglich“, sagte Thomas Reich, Bereichsdirektor Immobilien bei der Sparkasse CGW. „Nur Bauland wird in einigen Kommunen noch günstig angeboten.“
Gebrauchte Immobilien: Energetische Sanierung wichtiger Faktor
Größere Spielräume gebe es dagegen auf dem Gebrauchtmarkt. Die Preise im Landkreis Celle werden als stabil bis leicht steigend bezeichnet. Ein gebrauchtes Reihenhaus kostet hier derzeit 210.000 Euro im Schnitt. Freistehende Eigenheime sind für durchschnittlich 295.000 Euro zu haben. Wichtiger Faktor bei Bestandsbauten sei die energetische Sanierung. Fast zwei Drittel der Eigentümerinnen und Eigentümer schätzen laut Bericht den Modernisierungsbedarf ihres Hauses als hoch ein, doch nur 0,67 Prozent aller Wohngebäude sind im Jahr 2025 energetisch modernisiert worden. „Bei vielen Immobilien wird die Sanierung auf die nächste Generation übertragen“, sagte Bernd Schmied, Vorstandsmitglied der Sparkasse CGW. Doch eine Modernisierung lohne sich immer. „Energieeffiziente Gebäude sind wertbeständiger und angesichts steigender Energiekosten lohnt sich das Warten nicht“, ergänzte Martin Englert, Geschäftsführer der LBS Immobilien NordWest.

Konflikte und Tarifabschlüsse beeinflussen Immobilienmarkt
Die Rahmenbedingungen für den Immobilienmarkt in Deutschland hätten sich zuletzt geändert. Laut der Analysten werde er beispielsweise vom Nah-Ost-Konflikt, der US-Zollpolitik und der Energiekrise beeinflusst. Dagegen stehe, dass es in einigen Berufsgruppen in Deutschland gute Tarifabschlüsse gegeben hätte, die dazu führten, dass die Menschen mehr Geld für die Anschaffung eines Eigenheims in der Tasche hätten. „Das Hemmnis Einkommen ist nicht mehr überall vorhanden“, sagte Maik Jekabsons, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBS NordWest. „Aktuell sind die Rahmenbedingungen nicht schlecht, um Finanzierungen zu realisieren.“
Celle profitiert von Hannover und Rheinmetall
Als Besonderheiten für den Wohnungsmarkt in Celle wurde einerseits die Nähe zu Hannover hervorgehoben. Als Alternative zur Landeshauptstadt würden sich viele Menschen Wohnraum im „Speckgürtel“ suchen, was man beispielsweise in Nienhagen oder auch Winsen merke. Ein anderer Faktor sei die Wirtschaft. Seitdem beispielsweise Rheinmetall verstärkt nach neuem Personal suche, sei die Nachfrage nach Wohnraum im Nordkreis gestiegen.
Appell: Sanierung nicht aufschieben
Das Fazit der Experten lautete: Die Stimmung auf dem Immobilienmarkt ist wieder positiver, das Interesse an Eigentum zieht an. Die Preise entwickeln sich moderat. Beim Neubau ist eine Trendwende zu erkennen, aber es sind weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich. Und der Appell: Die Sanierung von älteren Gebäuden sollte nicht aufgeschoben werden, da sie angesichts steigender Energiepreise immer wichtiger wird.














