Lehrerverband warnt vor Lehrermangel auch im kommenden Schuljahr


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HANNOVER. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL zeigt sich zum Schuljahresende besorgt hinsichtlich der Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr. Der Unterricht wird am 25. August 2022 beginnen. "Viele Schulen besonders des Sekundarbereichs I wissen noch immer nicht, wie sie die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr sicherstellen können", so der VNL. Nicht nur nach seiner Einschätzung konnten bis zum Sommerferienbeginn zahlreiche Lehrkräftestellen, die für das neue Schuljahr ausgeschrieben worden sind, noch nicht besetzt werden.


Ebenso konnten laut dem Verband bislang nicht die notwendigen Fachlehrkräfte gewonnen werden. Das von Kultusminister Grant Hendrik Tonne initiierte „Lehrkräfte-Gewinnungspaket“ habe noch nicht so greifen können, wie es nötig gewesen wäre, um die Situation spürbar zu verbessern. „Die bereits jetzt bestehende schlechte Unterrichtsversorgung muss an vielen Schulen in Niedersachsen auch im neuen Schuljahr ab August fortgeschrieben werden, wenn nicht noch ein Wunder geschehen wird. An Wunder glaubt aber derzeit allenfalls noch unser Kultusminister“, so Torsten Neumann, VNL- Landesvorsitzender.

Der VNL hat wiederholt auf den bestehenden und kommenden Lehrkräftemangel hingewiesen. Es bedarf endlich einer Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufes, vor allem im Primar-, Ober-, Real- und Hauptschulbereich. In Niedersachsen werden die Lehrkräfte für diese Schulformen, anders als in vielen anderen Bundesländern, noch immer nach A 12 besoldet, trotz vollmundiger Ankündigungen und halbherziger Maßnahmen wie der Gewährung von Zulagen für einen begrenzten Kreis. „Es müssen auch bei uns alle Lehrkräfte mindestens nach A 13 besoldet werden. Die jetzt gemachten Wahlkampfversprechungen kommen für das neue Schuljahr zu spät“, stellt Neumann fest.

Der Fachlehrkräftemangel sei ein weiteres großes Problem, das sich seit Jahren immer mehr verstärkt habe, aber ebenso lange schon bekannt sei Die Politik habe jedoch darauf allenfalls halbherzig reagiert. Es fehlen insbesondere in den MINT-Fächern, Fremdsprachen und musischen Fächern geeignete Fachlehrkräfte. Diese Lücken werden auch keine sog. Quereinsteiger füllen können, ist der VNL überzeugt. Mit dieser Maßnahme würden bereits gebeutelte Schulen wiederum belastet.

Für die Zeit nach den Sommerferien bedarf es laut Mitteilung des Verbandes einer konsequenten Strategie, wie den jetzt schon ansteigenden Pandemiezahlen wirkungsvoll begegnet werden soll. Für den Winter wird eine weitere Coronawelle erwartet, die nicht wieder zu Schulschließungen mit all den bekannten Nachteilen für die Schülerinnen und Schüler führen dürfe.

Der VNL fordert die Landesregierung auf, im neuen Schuljahr neben einer wirksamen Coronaprävention eine gute Unterrichtsversorgung an allen Schulen zu gewährleisten. „Es dürfen nicht wieder so viele Unterrichtsstunden wie in diesem Schuljahr ausfallen. Unsere Schülerinnen und Schüler dürfen nicht die Leidtragenden einer verfehlten Politik sein. Sie sind unsere Zukunft. Als rohstoffarmes Land können wir nicht auf eine gute, umfassende Bildung verzichten und die gibt es nur mit einer guten Unterrichtsversorgung", so Neumann abschließend.

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