Kunstmuseum Celle trauert um Brigitte Kowanz


Robert Simon und Brigitte Kowanz bei der Verleihung des Deutschen Lichtkunstpreises. Foto: Pauline Fabry
Robert Simon und Brigitte Kowanz bei der Verleihung des Deutschen Lichtkunstpreises 2018. Foto: Pauline Fabry

Nachruf auf Brigitte Kowanz (* 13.04.1957, † 28.01.2022)

„Licht ist expansiv und flüchtig, es bleibt nie bei sich.“ Brigitte Kowanz

Das Kunstmuseum Celle gibt den Tod der Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz bekannt und schreibt in einem Nachruf: Wir trauern um Brigitte Kowanz. Die europäische Künstlerin und Trägern des Deutschen Lichtkunstpreises Brigitte Kowanz ist vergangene Woche nach schwerer Krankheit verstorben. „Sie

gehört zu den international bedeutendsten Lichtkünstlern. Ihr Blick auf die Lichtkunst und vor allem ihr künstlerischer Beitrag wird uns künftig fehlen“, fasst Robert Simon seine Trauer in Worte.

Der Sammler und langjährige Museumsleiter Robert Simon hat mit der Künstlerin über viele Jahre eng zusammengearbeitet und schätz ihr herausragendes Werk sowie ihre Persönlichkeit. Höhepunkte dieser fruchtbaren Zusammenarbeit waren 2018 die Verleihung des Deutschen Lichtkunstpreises in Celle an Brigitte Kowanz, der 2002/2003 ihre erste Einzelausstellung „see it now“ im Kunstmuseum Celle voranging.

2018 nahm Brigitte Kowanz den dritten Deutschen Lichtkunstpreis der Robert Simon Kunststiftung als Ehrung für ihr künstlerisches Lebenswerk persönlich in Celle entgegen. Verknüpft mit dieser hochdotierten Auszeichnung war auch eine weitere Einzelausstellung der Lichtkünstlerin, die vom 21.01.2018 bis 22.05.2018 im Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon zu sehen war. In der aktuellen Ausstellung „4+20 Lichtstunden“ ist Kowanz mit ihrer Arbeit „Morsealphabet“ vertreten. Noch vor wenigen Wochen pflegte Robert Simon mit Brigitte Kowanz intensive Korrespondenzen.

1957 in Wien geboren, studierte Brigitte Kowanz von 1975 bis 1980 an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst, nun Universität, und hatte dort seit 1997 die Professur Medienkunst/Medienübergreifende Kunst inne. Als international renommierte Künstlerin wurden ihre Arbeiten weltweit ausgestellt, 1984 erstmalig auf der Biennale in Venedig. Den Großen Österreichischen Staatspreis erhielt sie 2009. Zusammen mit Erwin Wurm wurde sie 2017 für den österreichischen Pavillon in Venedig ausgewählt – eine Entscheidung, die im Vorfeld kontrovers diskutiert wurde, schließlich doch als sich sinnvoll ergänzende künstlerische Positionen erwiesen.

Das künstlerische Werk von Brigitte Kowanz lässt sich als ebenso ästhetische wie philosophische Reflektion der Phänomene Licht und Schatten, Raum und Zeit, Schrift und Zeichen umschreiben. Zentrale Elemente ihrer Arbeit sind unter anderem Neonlicht und Spiegel. Mit ihren Werken hat Brigitte Kowanz die europäische Lichtkunst seit den 80er Jahren entscheidend geprägt. Sie war

eine der wenigen Frauen, die in diesem Feld langfristig und international erfolgreich arbeitete.


"Aura" von Brigitte Kowanz. Foto: Alois Herrmann
"Aura" von Brigitte Kowanz. Foto: Alois Herrmann


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