"Kultusminister muss noch an Hausaufgaben weiterarbeiten"


HANNOVER. Zu den Ausführungen von Kultusminister Grant Hendrik Tonne während der Aktuellen Stunde im Landtag zum Thema „Unterirdische Unterrichtsversorgung“ erklärt Torsten Neumann, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte VNL:


„Kultusminister Grant Hendrik Tonnes Ausführungen zur Unterrichtsversorgung während der Aktuellen Stunde im Landtag können wir nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. Auch mit statischen Zahlenspielereien wird die reale Unterrichtsversorgung, insbesondere an den nicht-gymnasialen Schulformen im Sekundar-I-Bereich, kein Deut besser. Fakt ist, dass trotz zahlenmäßig vieler ausgeschriebener Stellen diese insbesondere im nicht-gymnasialen Bereich nicht besetzt werden konnten, und das seit Jahren.


So konnten von den zum 02.02.2022 ausgeschriebenen Stellen an den Oberschulen nur 59,5% der ausgeschriebenen Stellen besetzt worden. In Vollzeiteinheiten ausgedrückt liegt die Quote sogar nur bei 55,4%! Hier muss einfach Unterricht ausfallen. Quereinsteiger und Aktionsprogramme haben kaum zur Behebung der Misere beitragen können. Es überzeugt nicht, für die schlechte Unterrichtsversorgung die Familienplanung junger Lehrkräfte und die Zusatzbedarfe verantwortlich zu machen. Gerade die Höhe der Zusatzbedarfe ist vor allem durch die politisch gewollte – und von uns auch unterstützte – Inklusion, der Einführung des Ganztagsunterrichts und anderer durchaus pädagogisch sinnvoller Maßnahmen bedingt und darf nicht als Begründung für die mehr als problematische Unterrichtsversorgung herangezogen werden. Ja, auch der Kultusminister muss in der Tat noch an seinen Hausaufgaben weiterarbeiten, es reicht nicht aus, die schlechte Unterrichtsversorgung nur schönzurechnen!“

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