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Kostensteigerungen und Personalmangel bremsen Tourismus


Viele Betriebe kalkulieren Kostensteigerungen mit ein. Foto: David / stock.adobe.com

LÜNEBURG/CELLE. Die Stimmung in der Tourismusbranche ist gedämpft. Die Folgen der Corona-Pandemie, die steigende Inflation und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine trüben den Blick auf die kommenden Geschäfte ein. Das zeigt die Saisonumfrage Tourismus der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW), für die 110 Unternehmen aus Hotellerie, Gastronomie und Campingwirtschaft sowie Reisebüros und Reiseveranstalter jetzt ihre Lage in den Monaten November bis März sowie ihre Erwartungen an das laufende Sommerhalbjahr beurteilt haben.


Dazu teilt die IHK Lüneburg-Wolfsburg mit: Der Klimaindex ist von zuletzt 147 Punkten auf 102,4 Punkte abgesackt. Die bisherige Geschäftslage beschreiben 38 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Gastgewerbe als schlecht, 44 Prozent als befriedigend und nur 18 Prozent als gut. Dieses Meinungsbild spiegelt die Einschränkungen für Gäste im Winterhalbjahr durch die Corona-Verordnungen wider. Die Hoffnungen ruhen auf den kommenden Monaten: Fast jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) erwartet eine bessere Geschäftslage in der nächsten Saison. Bei den Reisebüros und -veranstaltern sind die Erwartungen noch positiver: Hier gehen 53 Prozent der Betriebe von einer besseren Saison aus. „Die Buchungslage ist vor allem in den Urlaubsregionen gut bis sehr gut und auch die Nachfrage nach Urlaub in Niedersachsen ist weiterhin groß“, sagt Volker Linde, Leiter des IHKLW-Bereichs Standort- und Politikberatung: „Dennoch: Die Herausforderungen sind gewaltig. Gegenwärtig hat die Branche Kostensteigerungen und Personalmangel zu schultern.“


Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung nennen 87 Prozent der befragten Unternehmen erstmals die Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise. Platz zwei der Risiken belegt mit 74 Prozent der Fachkräftemangel. 66 Prozent der Unternehmen geben an, dass offene Stellen längerfristig nicht besetzt werden können, da sie kein passendes Personal finden. Dies führt zum einen zu einer höheren Belastung der Beschäftigten, zum anderen geben knapp zwei Drittel der Betriebe an, dass sie aus diesem Grund planen, ihr Angebot einzuschränken. 52 Prozent der Befragten gehen von steigenden Arbeitskosten aus, um Personal gewinnen zu können. Einschränkungen des Angebots, wie geringere Öffnungszeiten oder ein reduziertes Speisenangebot, bedeuten für die Betriebe weniger Umsatz. Auf der anderen Seite steigen die Kosten für Energie, Lebensmittel und Arbeitskräfte. Darauf werden die Unternehmen reagieren. So gehen vier von fünf Unternehmen davon aus, dass sie ihre Preise erhöhen werden.


Hintergrund: Die IHKLW befragt halbjährlich Mitgliedsbetriebe aus Beherbergung und Gastronomie sowie Reisebüros und Reiseveranstalter. Für die aktuelle Auswertung sind die Unternehmen vom 6. April bis zum 6. Mai befragt worden.


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