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„Hoffentlich saufe ich nicht ab“: Celler meistern den Ironman und träumen von Hawaii

15. Juni
3 Min. Lesezeit
Teamfoto Ironman mit Cellern
Haben den Ironman erfolgreich bestritten (von links): Lukas Donat, Nils Engelhardt, Anh Duc Nguyen, Paula Dryer, Olaf Patzelt, Marius Ziemke (vorne links) und Thomas Wittmer (vorne rechts). Es fehlen: Clemens Ibsch und Patrick Busch.

CELLE. "Hoffentlich saufe ich nicht ab." "Was kommt eigentlich nach Kilometer 26?" Oder: "Hauptsache gesund ins Ziel kommen." Bei einem Ironman hat man genug Zeit zum Nachdenken – und genug Zeit, ans Aufgeben zu denken. Und doch beißen sich jedes Jahr rund 3000 Sportler durch 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einen Marathon – darunter auch mehrere Celler. Olaf Patzelt und die erst 19-jährige Paula Dreyer qualifizierten sich für den Ironman auf Hawaii. Paula Dreyer erreichte dabei in der Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen den fünften Platz und blieb mit 10:48 Stunden deutlich unter ihrer anvisierten Elf-Stunden-Marke.


"Mit der Anmeldung, hast du sofort angefangen zu trainieren."

"Mit der Anmeldung, hast du sofort angefangen zu trainieren", erinnert sich Lukas Donat. Radfahren, Laufen und Schwimmen. Besonders Letzteres habe die Athleten im Training jedoch vor Herausforderungen gestellt. "Das Celler Badeland ist leider nicht optimal auf uns Sportschwimmer ausgerichtet", sagt Thomas Wittmer. Gerade morgens sei es oft voll, viele hielten sich nicht an die üblichen Bahnenregeln, bei denen schnellere Schwimmer links und langsamere rechts unterwegs sind. „In Westercelle klappt das deutlich besser“, ergänzt Paula Dreyer.



Celler supporten sich beim Ironman


Den Wettkampftag erlebte dann jeder für sich – und doch gemeinsam. "Es war wie eine Klassenfahrt. Ein richtig schönes Wochenende", sagt Anh Duc Nguyen. Immer wieder begegneten sich die Celler Sportler auf der Strecke, warteten aufeinander bis der Letzte der Gruppe ins Ziel gelaufen kam.


"Es war wie eine Klassenfahrt. Ein richtig schönes Wochenende."

Die größte Herausforderung war dabei für jeden eine andere. "Vor dem Schwimmen hatte ich am meisten Respekt, weil wir beim Training nur 25 bis 30 Meter Bahnen hatten und keine Wasserbewegung oder Wellengang", sagt Marius Ziemke. Für Nils Engelhardt war die größte Challenge der Marathon: "Es ist schwierig die richtige Belastungsgrenze zu finden, um für den Marathon am Ende noch genug Kraft zu haben." Schon auf dem Rad mussten die Athleten deshalb regelmäßig Kohlenhydrate zu sich nehmen, um genug Energie für den anschließenden Marathon zu haben.


Teamfoto mit Medaillen
Fotos: Jesse Lazarus

Metallspäne sorgen für zahlreiche Platten


Nicht immer lief alles nach Plan. Auf der Radstrecke kontrollierten Kampfrichter per Motorrad den vorgeschriebenen Abstand von zwölf Metern zwischen den Fahrern. Olaf Patzelt erhielt dafür eine dreiminütige Zeitstrafe. „Danach war ich kurz stinkig, aber die letzten 90 Kilometer habe ich dann richtig Gas gegeben“, erzählt er. Besonders ärgerlich: Unbekannte hatten Metallspäne auf der Radstrecke hinterlassen, zahlreiche Athleten mussten wegen mehrerer Platten den Ironman vorzeitig abbrechen – auch die Cellerin Nina Wulfmeier. Als Entschädigung hat sie nun einen Startplatz für den Ironman in Frankfurt bekommen.


Partymeile neben der Laufstrecke


Die Laufstrecke mitten durch die Hamburger Innenstadt gab vielen auf den letzten Kilometern den nötigen Energiekick. "Die Laufstrecke war eine absolute Party. Es wurden Bengalos gezündet und es gab eine Nebelmaschine. Wenn ich mal gegangen bin, wurde ich direkt angeschrien, dass ich weiter laufen soll", sagt Thomas Wittmer. Auch Marius Ziemke erinnert sich an einen besonderen Moment: Als der Regen einsetzte, lief „Raining Men“ aus den Lautsprechern und Hunderte Zuschauer tanzten im Regen. Für Anh Duc Nguyen steht fest: „Ohne Zuschauer wäre das gar nicht möglich gewesen.“



Nächster Ironman bereits geplant


Familien und Freunde waren eigens nach Hamburg gereist, feuerten an, machten Fotos oder verfolgten wie Honey Nguyen ihre Liebsten in einer extra Tracking-App. Videograf Juri Genrichs lief teilweise sogar am Streckenrand mit, um besondere Aufnahmen einzufangen. Und auch Paula Dreyers Bruder Oskar war begeistert: „Es klang am Anfang viel langweiliger, als es war.“


Für viele Celler steht bereits die nächste Langdistanz auf dem Plan. Olaf Patzelt wird seinen Startplatz für Hawaii nutzen. Und auch Paula Dreyers 15-jähriger Bruder Oskar hat schon ein Ziel vor Augen: „Ich muss nur noch drei Jahre warten, bis ich mitlaufen darf.“







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