Internationale "Batnight" am 27. und 28. August


Foto: NABU/Dietmar Nill


HANNOVER/CELLE. Wenn die Dämmerung kommt, sind Fledermäuse besonders gut am Himmel zu beobachten. Zur 26. Internationalen Batnight am kommenden Wochenende (27. und 28. August), aber auch noch an weiteren Wochenenden danach können die Tiere bei verschiedenen regionalen NABU-Veranstaltungen erlebt und ihre faszinierenden Flugkünste bestaunt werden. Landesweit finden dazu Veranstaltungen statt - außer im Kreis Celle, hier werden diese Tiere künftig bereits mit vier "Fledermausbrücken" geschützt. Die NABU-Gruppen informieren in den anderen Orten über die Lebensweise der Tiere, machen auf Nachtwanderungen ihre hochfrequenten Rufe mit sogenannten Bat-Detektoren hörbar, bieten Bastelaktionen für die ganze Familie an und zeigen, wie jeder die fliegenden Säugetiere aktiv schützen kann. Auch die Hauptveranstaltung am 27. August werde vom NABU Rheinland-Pfalz ausgerichtet. Im Zentrum dieser Veranstaltung stehen die für den Schutz der Fledermäuse bedeutsamen Winterquartiere. Hierzu gehört unter anderem das Mayener Grubenfeld in Rheinland-Pfalz, eins der größten Winterquartiere Europas, wo im Rahmen der Hauptveranstaltung mehrere tausend Fledermäuse aus nächster Nähe bestaunt werden können.


Die alljährliche Fledermausnacht soll auf die Bedrohung der Tiere aufmerksam machen. In Deutschland leben insgesamt 25 heimische Fledermausarten, 19 davon in Niedersachsen. Drei der 25 Arten sind akut vom Aussterben bedroht, vier Arten gelten als stark gefährdet und weitere drei als gefährdet. „Das liegt sowohl an fehlender Nahrung als auch an schwindenden Lebensräumen“, erklärt Frederik Eggers, Referent für Natur- und Umweltschutz beim NABU Niedersachsen. „Aufgrund des Insektensterbens haben es Fledermäuse immer schwerer, ausreichend Nahrung zu finden. Darüber hinaus geraten sie durch unbedachte Sanierungsarbeiten an Gebäuden und das Abholzen alter Bäume zunehmend in Wohnungsnot. Für die Fledermäuse ist dies besonders problematisch. Denn die Tiere halten in unseren Breiten Winterschlaf und benötigen hierfür zwischen November und März einen ruhigen Rückzugsort. Auch für die erfolgreiche Aufzucht ihrer Jungen brauchen sie einen geeigneten und sicheren Platz“, so Eggers. Diesen finden sie häufig in Ritzen und Fugen von Hausfassaden und Dächern sowie auf Dachböden. Bei Gebäudesanierungen und Dachausbauten sollte daher vorab unbedingt geklärt werden, ob Fledermäuse und deren Lebensraum vom Bauvorhaben betroffen sind. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Tiere zu den streng geschützten Arten gehören und auch deren Lebensstätte über das Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) ganzjährig geschützt ist. Vorhandene Quartiere sind daher zu erhalten; ist dies nicht möglich, müssen diese durch Ersatzmaßnahmen, bestenfalls an gleicher Stelle, ausgeglichen werden.


Wo Wohnungsmangel herrscht, könne Abhilfe geschaffen werden. „Künstliche Quartiere wie Fledermausbretter oder Flachkästen an Giebelwänden sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen“, sagt Frederik Eggers. „Viele Kästen kann man aber auch an Bäumen anbringen (dabei immer auf die richtigen Nägel achten!). Geeignete Fledermauskästen gibt es im Fachhandel – oder man baut sie einfach selbst. Bauanleitungen auch für größere Quartiere, z.B. auf dem heimischen Dachboden, können beim NABU Niedersachsen per E-Mail angefordert werden.“


Auch die Hitze in den Sommermonaten stellt eine Gefahr für die Tiere dar, insbesondere, wenn sie auf den sich stark aufheizenden Dachböden leben und ihre Jungen großziehen. Um hierAbhilfe zu schaffen, ist es sinnvoll, Dachluken durchgehend offen zu halten und nasse Tücher oder Bettlaken aufzuhängen.


Die alljährliche Fledermausnacht soll auf die schwierige Situation der Tiere aufmerksam machen und den Menschen ihre Lebensweise näherbringen. Im Rahmen der Batnight-Veranstaltungen kann Groß und Klein vermittelt werden, wie sie den wendigen Flugkünstlern helfen können. Veranstaltet wird die bereits zum 26. Mal stattfindende Internationale Nacht der Fledermäuse von EUROBATS, dem Europäischen Büro für Fledermausschutz. Mittlerweile findet sie weltweit in 38 Ländern statt. In Deutschland wird sie vom NABU organisiert; jedes Jahr finden bis zu 200 Batnight-Veranstaltungen statt.


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