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"Imagine there's a heaven" - Das Wort zum Montag, Folge 154


In der letzten Woche habe ich sie wieder gehört. Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer haben sie mehr schlecht als recht auf der Friedensdemo in Berlin gesungen. Die Friedenhymne von John Lennon: „Imagine“. Ich mag die Melodie dieses Lied; aber der Text? Wie immer, wenn man etwas gutfindet, dann muss man es auch kritisieren dürfen. Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß.

Und ich schaudere offen gesagt bei der Vorstellung „Imagine there's no heaven, above us only sky.“ Es gibt keine Heimat der Seele, keinen Himmel, wo das Leben ein Zuhause hat, das nicht von dieser Welt ist. Es gibt nur den kosmischen Raum, den man wissenschaftlich durchforschen kann.

„Imagine there´s no heaven“ – dazu, finde ich, braucht es wirklich null Vorstellungskraft. Ist es nicht der Gipfel der Fantasielosigkeit, only sky zu sehen? Was ist diese Liedzeile anderes als die blumige Übersetzung für das überaus beschränkte und tausendfach gehörte „Ich glaube nur, was ich sehe.“

Worin ich John Lennon aber zustimme, ist seine Überzeugung, dass wir Vorstellungen und Ideen brauchen. Vorstellungen, Imaginationen inspirieren uns und geben unserem Leben eine Richtung. Darum stelle ich mir vor, es gäbe den Himmel, es gäbe den Ort, wo alle Tränen getrocknet sind und die, die niedergeschlagen sind, aufgerichtet werden.


Ich bin ja auch nicht immer auf dem Gipfel der Glaubensgewissheit. Natürlich. Ich kenne auch diese Wüstenzeiten, in denen jede meiner Hoffnungen zu vertrocknen droht. Du bist niedergeschlagen. Die Arbeit fällt so schwer. Du möchtest weinen, musst aber lachen. Das ist doch oft der Alltag, auch der Alltag des Glaubens.


In diesen Dunkelzeiten fliehe ich in die Arme von zwei kleinen Worten. Es sind meine Wunderworte – und sie heißen: „Als ob“. Für mich öffnet jedes „als ob“ die Tür, die mir sonst verschlossen bliebe. Ist Gott da, oder ist er nicht da? Hört er mein Gebet, oder hört er mein Gebet nicht? Es gibt eine Art von Glaubenszweifeln, die zu nichts führen und wo man nichts gewinnt.


Wenn ich mich also in solchen Gedanken verliere, tue ich einfach „als ob“. Ich bete, als ob mich Gott hört. Ich handle so, als ob es der einzige mögliche Weg ist, nicht zurückzuschlagen. Ich tue „als ob“ es in dieser oder jener Sache gerade auf mich ankommt. Ich lebe grundsätzlich so, als ob es einen Himmel gäbe und es nicht egal ist, was ich denke und tue.


Einfach so tun, als wäre das Leben so, wie es sein soll. Am Morgen aufstehen, als ob der Tag schön würde. Den alten Mann aus der Nachbarschaft grüßen, als ob er ein netter Mensch wäre. Den Weg zur Arbeit gehen, als ob es viel zu entdecken gäbe. Leben „als ob“ – das ist mehr als ein Spiel, das ist Leben mit dem Grundsatz: Erlaube Dir diesen Vertrauensvorschuss, der Gott die Tür aufhält. Imagine there´s a heaven. Manchmal berührt der Himmel mein Herz und ich bin froh, dass ich wenigsten als ob“ gelebt habe. Bleibt behütet.


Pastor Uwe Schmidt-Seffers



**Liebe.Glaube.Hoffnung. Gute Gedanken zum Start in die Woche. Jeden Sonntag Abend auf PODCASTHEUTE.DE und CELLEHEUTE.TV.**



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