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"Ich will Spaß " - Montagsdemos mit Maske und Markus

Aktualisiert: 25. Jan.


Foto: Michael Schäfer


CELLE/WIETZE. Die einen hören Neue-Deutsche-Welle Songs und plaudern ein wenig vor dem Pranger am Alten Rathaus. Die anderen gehen durch die Stadt spazieren und tragen in der Mehrzahl Maske, was von der Polizei laut Sprecher Steffen Brümmer „sehr positiv“ zur Kenntnis genommen wurde. Denn für die Letztgenannten sei diese Pflicht bei Versammlungen durchaus keine Selbstverständlichkeit in der Umsetzung.

Im Vergleich zu den vergangenen Montagen, speziell vor zwei Wochen, ging es am heutigen Abend bei den Montagsdemonstrationen friedlich zu. Von einer stetig abnehmenden Zahl an „Spaziergangs“-Teilnehmern könne jedoch keine Rede sein. „In der Spitze hatten wir hier bis zu 100 Personen“, teilte Brümmer mit, vergangenen Montag waren es 80. Aufgeteilt in Kleingruppen und begleitet von einem Polizeiaufgebot bewegten sich die Männer und Frauen durch die Altstadt, ohne Plakate, ohne Musik und ohne Anmeldung. Auch in Bergen und Wietze gab es Demonstrationen.

Zu einer Begegnung mit den Vertretern des „Aktionsbündnisses Gelebte Demokratie“, die Position gegen die Corona-Skeptiker beziehen, kam es nicht. Ihre Zahl bezifferte Steffen Brümmer „in der Spitze mit 50“. Als "stellvertretender Ortsbürgermeister von Eschede, SPD-Mitglied und Antifaschist" stellte sich der erste Redner der angemeldeten Kundgebung Sascha Alius vor. Er rief mit Blick auf den NPD-Hof in Eschede die Anhänger von „Celle steht auf“ sowie die „Spaziergänger“ auf: „Lasst Euch nicht vor den Karren spannen!“, und fand direkte Adressaten für seine Botschaft.


"Gute Maskenbilanz"


Denn einzelne Vertreter von „Celle steht auf“ hätten sich unter die „Vernünftigen Demokrat*innen“, wie sie sich auf einem Flugblatt bezeichneten, gemischt. Daniel Beer von den Grünen setzte als zweiter Redner musikalisch mit „Ich will Spaß“ von Markus auf gute Laune und textlich auf kritische Anmerkungen zu den inhaltlichen Positionen der Corona-Skeptiker. Er forderte diese ebenfalls auf, sich abzugrenzen von Rechtsextremen und merkte abschließend an, er vermisse bei den Veranstaltungen die Präsenz von Berufspolitikern. Kurze Reden würden ihm reichen.

Trotz der insgesamt guten "Maskenbilanz" hat die Polizei 27 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und dementsprechend im Vorfeld die Identitäten festgestellt. Auch dieses verlief anders als in der Vergangenheit störungsfrei und ohne besondere Vorkommnisse. Die Strategie für die Montagskundgebungen hatte Sprecher Steffen Brümmer im Vorfeld beschrieben: „Wir versuchen hier niedrigschwellig, verhältnismäßig und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vorzugehen.“


Fotos: Peter Müller *POLIZEIBERICHT*


Am heutigen Montagabend fanden erneut Versammlungen mit Corona-Bezug in Stadt und Landkreis Celle statt, die von der Polizei Celle begleitet wurden.

Um 18 Uhr versammelten sich ca. 50 Teilnehmer/-innen des Aktionsbündnisses gelebte Demokratie auf der Stechbahn, um hier eine stationäre Kundgebung unter dem Motto "Nachdenken statt Querdenken" mit Rede- und Musikbeiträgen abzuhalten. Die Versammlung verlief aus polizeilicher Sicht störungsfrei, die Beschränkungen wurden eingehalten und die Versammlung wurde um 19:10 Uhr beendet.

Gegen 18:30 Uhr nahmen zunächst ca. 50 Teilnehmer/-innen an einer nicht angezeigten Versammlung in der Celler Innenstadt, in Höhe Zöllnerstraße/ "Markt", teil. Die Teilnehmer setzten sich über die Zöllnerstraße in Richtung Am Heiligen Kreuz in Bewegung. Die Versammlung wuchs im weiteren Verlauf auf bis zu 100 Versammlungsteilnehmende auf. Die Polizei deklarierte die nicht angemeldete Versammlung als Versammlung im Sinne des Versammlungsgesetzes und beschränkte sie mit Auflagen. Diese wurden über Lautsprecherdurchsagen bekannt gegeben. Ein(e) Versammlungsleiter/-in wurde auch nach Aufforderung nicht benannt. Dagegen kam ein Großteil der Versammlungsteilnehmer/-innen den Aufforderungen der Polizei nach und trug, im Sinne der Beschränkungen, eine FFP-2 Maske. Diejenigen, die keine Maske trugen, wurden auf diese Pflicht hingewiesen. Der Aufzug setzte den Weg über die Schuhstraße und Neue Straße in Richtung "Markt" fort. Teilweise lösten sich wieder Kleingruppen und gingen durch die Nebenstraßen. Um 19:30 Uhr hat sich die Versammlung von selbst aufgelöst.

Insgesamt ahndete die Polizei 27 Ordnungswidrigkeiten nach dem Versammlungsgesetz und Infektionsschutzgesetz und stellte hierzu Identitäten fest. In diesem Zusammenhang wurden unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit auch Bild-/Videoaufnahmen gefertigt.

Die ebenfalls nicht angemeldete versammlungsrechtliche Aktion von Corona-Gegnern in Wietze mit ca. 61 Teilnehmern verlief friedlich und ohne Verstöße.

In Hermannsburg versammelten sich bis zu 107 Teilnehmer/-innen im Rahmen einer im Vorfeld angezeigten Gegen-Versammlung unter dem Motto "Für Solidarität gegen Corona-Schwurbelei". Diese verlief ebenfalls friedlich und störungsfrei. Eine nicht angemeldete versammlungsrechtliche Aktion von Corona-Gegnern fand dieses Mal in Hermannsburg nicht statt.


Fotos: Michael Schäfer


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