Heirat, Trends und kuriose Facts: Führung durchs Celler Schloss
- CELLEHEUTE
- 23. Apr.
- 1 Min. Lesezeit

von Carolina Kubiak (10. Klasse, Zukunftstags-Journalistin)
CELLE. Das Celler Schloss und seine Geschichte sind von europäischen Einflüssen geprägt. Gästeführerin Anke Maecker zeigte bei ihrer Führung auf, wo überall geprotzt wurde. Die stuckverzierten Decken in 13 Räumen sind italienisches Handwerk. Fun Fact: Der Chef-Stuckateur hat sich selbst als kleines Männchen in Toga in der Decke verewigt. Das ist im Pausenraum des Schlosses zu finden.
Rote Farbe an Wänden war damals sehr teuer und wurde aus Cochenilleschildläusen aus Spanien und Griechenland gewonnen. Hofsprache war Französisch. Ludwig XIV. galt als Prunkliebhaber und als „Trendsetter“, daher trugen auch die Herzöge in Celle Perücken. Weitere wichtige Einflüsse kamen zum Beispiel aus England oder Dänemark. Dorthin wurde geheiratet, um Allianzen zu schmieden.
Heiraten fanden übrigens auch unter Cousins und Cousinen statt; meist wurden Frauen ab Beginn ihrer Periode verheiratet. Das war also im Alter von etwa 15 Jahren. Von da an waren sie „dauerschwanger“, um Thronerben zu sichern, so Anke Maecker.

Die Verlobung des letzten Herzogs Georg Wilhelm war da eher eine Besonderheit: Seine Verlobte war nämlich schon 28 Jahre alt. Anstatt sie zu heiraten, wurde sie jedoch die Gemahlin seines jüngsten Bruders Ernst August, unter der Bedingung, dass die Welfenherrschaft mit dem Tod Georg Wilhelms zu Ende ist. Sophie von der Pfalz aus England – um die es bei dem Brauttausch ging – wusste davon nichts.















