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Gefahren durch Pilzvergiftungen im Landkreis Celle




CELLE. Mit dem Start der Pilzsaison häufen sich in der Region derzeit leider die Fälle, in denen Menschen nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze wegen Vergiftungen behandelt werden müssen. Aktuell stammen die Patientinnen und Patienten dabei oftmals aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion und des Mittleren Ostens – auch im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Celle wird derzeit eine Person aus dieser Region mit einer schweren Pilzvergiftung behandelt.

„Experten betonen dabei, dass es sich nicht mehr um eine saisonal typische Problematik handelt, sondern die Zahl der Vergiftungen dramatisch zugenommen hat – vor allem eben innerhalb des beschriebenen Personenkreises“, sagt AKH-Sprecher Tobias Mull. „Es wird deshalb dringend dazu aufgerufen, hier in der Region lebende Menschen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion und des Mittleren Ostens über die Gefahren von Giftpilzen zu informieren.“

Die meisten Vergiftungsfälle lassen sich dabei auf den Knollenblätterpilz zurückführen. Er ist in den beschriebenen Regionen kaum verbreitet und kann somit auch von erfahrenen Pilzsammlern oftmals nicht sicher erkannt werden. Verwechselt wurde der Knollenblätterpilz im Celler Fall wohl anscheinend mit einem Täubling (russisch: сыроежки, ukrainisch: сироїжки) – Ähnlichkeiten weist er auch mit einem sogenannten Strohpilz auf.

Der Knollenblätterpilz wächst meist im Zeitraum von August bis Oktober in Laub- und Laubmischwäldern. Zu erkennen ist er an einem drei bis 15 Zentimeter breiten Hut, der glockig bis schirmartig ausgebreitet ist. An der Unterseite befinden sich weiße Lamellen. Die Farbe des äußerst gefährlichen Giftpilzes ist grün, grün-gelb oder weiß.

Grundsätzlich gilt: Es sollten keine Pilze gesammelt werden, die man nicht genau bestimmen kann. Beim geringsten Zweifel an der eigenen Bestimmung, sollte nichts von Fund gegessen werden. Es sollte nicht „nach Buch, App oder Internet“ gesammelt werden – da niemals alle in der Region wachsenden Pilze in ihrer aktuellen Ausprägung abgebildet sind. Vorzugsweise sollte der Fund einer/einem Pilzsachverständigen gezeigt werden. Andere Pilzsammlerinnen und Pilzsammler sollten für diese grundlegenden Sicherheitsinformationen dringend sensibilisiert werden – gerade eben auch Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern.

Die Gifte des Knollenblätterpilzes greifen die Leber an. Nach dem Verzehr setzen Übelkeit und Erbrechen sowie Diarrhoen ein. Im weiteren Verlauf verbessert sich dann oftmals kurzzeitig das Befinden – eine typische und leider trügerische Entwicklung. Denn das Gift wirkt vollumfänglich oftmals erst mehrere Tage nach dem Verzehr und ist dann bereits im ganzen Körper aufgenommen. Bei vielen Personen verschlechtert sich Zusehens die allgemeine Bewusstseinslage, sie müssen intensivmedizinisch betreut und häufig beatmet werden. In einigen Fällen kann nur noch eine Lebertransplantation die Patienten retten.

Beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte umgehend die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden. Es wird dann sofort damit begonnen, mögliche Reste des Giftpilzes aus dem Körper zu entfernen. Eine weitergehende Behandlung erfolgt unter anderem mit dem Medikament Legalon, das derzeit deutschlandweit aufgrund der vielen Vergiftungen durch Pilze extrem stark nachgefragt ist.

Schnelle Infos bei Vergiftungen gibt das Giftinformationszentrum-Nord unter der Telefonnummer (0551) 19240. Weitere Informationen im Internet unter www.giz-nord.de

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