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„Fairtrade Town“ kommt, „Weltladen“ geht?


CELLE. Das eine ist im Aufbau, das andere kämpft um seine Existenz, obwohl es bereits seit 1977, also kurz nachdem die #Weltladenarbeit in den 1970er Jahren entstand, in Celle an verschiedenen Standorten seinen Platz hat. Aktuell residiert der „#Weltladen“ in der Bergstraße 27. Der Kern seines Anliegens ist identisch mit der Idee der „#Fairtrade Town“, ein Siegel, um das sich die Stadt bewerben wird, die Vorbereitungen dafür sind gerade angelaufen – nicht freiwillig von Seiten des Neuen Rathauses, sondern als Konsequenz des entsprechenden Ratsbeschlusses im Juli dieses Jahres.


„Es tut sich nichts“, hieß es noch Mitte Oktober aus den Reihen der Politik, die Antwort auf eine Anfrage von CH bei der Verwaltung ließ auf sich warten, fiel dann aber doch positiv aus: „Das Thema Fairtrade Town nimmt derzeit Fahrt auf. Die Verwaltung ist aktuell dabei, eine Steuerungsgruppe zu gründen. Dazu werden auch externe Protagonisten eingeladen. Die Aufrufe bzw. Einladungen erfolgen noch in diesem Herbst“, teilte Pressesprecherin Myriam Meißner Anfang November mit.


Der Gedanke des #fairen Handels, der eine gerechte Entlohnung, gute Arbeitsbedingungen, die den Menschen des globalen Südens eine Lebensperspektive bieten, sowie einen angemessenen Preis von den Konsumenten in den Industrieländern für ihre Produkte in den Mittelpunkt stellt, soll in Celle noch weiter vorangetrieben werden. Bereits seit dem Jahr 2018 führt Neuenhäusen das #Siegel#Fairtrade-Stadtteil“. Vergeben wird es von „Fairtrade-Deutschland e.V.“, dem nationalen Organ der weltweiten Dachorganisation. Die Kampagne „Fairtrade Towns“ vernetzt Akteure für einen fairen Handel aus den Bereichen Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft auf lokaler Ebene.


Kaum eine andere Einrichtung dürfte hierfür in der Residenzstadt typischer sein als der „Weltladen“ mit seinem gleichnamigen Trägerverein, in dem sich ehrenamtliche Mitglieder engagieren. Und doch besteht keine Verbindung zur aktuellen Initiative. „Angefragt worden sind wir nicht“, sagt Vorstandsmitglied Manfred Pflaum. „‘Weltladen‘ und Geschäfte, die Fairtrade-Produkte in ihrem Sortiment haben, das ist etwas anderes“, betont Brigitte Nieberlein, die ebenfalls zum Vorstand gehört. „Im Moment hätten wir für eine Mitarbeit in einer Steuerungsgruppe auch gar nicht die Zeit und nicht die Manpower“, berichtet Pflaum. Der Verein ist schon seit Längerem in einer schwierigen Situation. Die wirtschaftliche Existenz des „Weltladens“ ist geknüpft an einen günstigen Mietpreis, der am Standort in der Bergstraße gegeben ist. Doch zum August 2023 läuft der Vertrag aus, das Haus wird saniert. Die Innenstadtmanagerin Johanna Crolly wurde kontaktiert, sie habe zugesagt, sich umzuhören.


Leerstehende Ladengeschäfte sind in der City in ausreichender Zahl vorhanden, doch „was uns bisher angeboten wurde, liegt weit über unserem Budget“, erläutert Nieberlein. Mehr als zehn Prozent des Nettoumsatzes sollte die Pacht laut Statut der Weltläden nicht überschreiten. Grundsätzlich möchte der Verein weitermachen. „Es besteht Potential, insolvent sind wir nicht, es ist in jüngster Zeit auch viel Positives passiert, es sind neue Mitglieder hinzugekommen, wir haben die Öffnungszeiten ausgeweitet“, erzählt Vereinsmitglied Christina Blume. Von Seiten der Stadt oder der Kommunalpolitik sei jedoch nach Bekanntwerden der problematischen Lage niemand auf sie zugekommen.


Sollte sich daran nichts ändern und sich keine Räumlichkeiten zu einem für die Idee des „Weltladens“ akzeptablen Preises finden, würde das Szenario „Fairtrade Town kommt, ‚Weltladen‘ geht“ durchaus wahrscheinlich werden.



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