„Demokratie lebt vom Mitmachen“: Klein Hehlen erinnert an NS-Widerstand

CELLE. In Klein Hehlen wird die Erinnerung an den Widerstand gegen die NS-Herrschaft aktiv wachgehalten. Im Westen des Ortsteils tragen viele Straßen die Namen von Gegnern der Hitler-Diktatur: Stauffenberg, Leber, von Witzleben, Beck und weitere. Der Ortsrat hat bereits Führungen durch das Viertel angeboten. Am Montag, 20. Juli, dem 82. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler, fand zum wiederholten Mal eine Gedenkveranstaltung in Klein Hehlen statt. Diese wurde erneut vom Ortsrat gemeinsam mit der Bundeswehr organisiert.
„Geschichte im Vorübergehen, das wollen wir Stück für Stück in ganz Klein Hehlen erreichen.“
„Wenn einem Land die Demokratie abhandenkommt, dann kann das ein schleichender Prozess sein. Oder es kann ganz schnell gehen“, sagte Ortsbürgermeisterin Karin Abenhausen (Grüne) bei der Veranstaltung am Waldsee. Sie erläuterte, wie es 1933 nach der Machtergreifung Hitlers nur 52 Tage gedauert habe, bis die Demokratie abgeschafft gewesen sei. Heute würde dieser Prozess schleichend stattfinden. Deshalb gelte es, achtsam zu sein wie die Menschen, die damals gegen den Unrechtsstaat kämpften und deren Namen heute die Straßen des Viertels tragen. „Geschichte im Vorübergehen, das wollen wir Stück für Stück in ganz Klein Hehlen erreichen“, sagte Karin Abenhausen mit Blick auf die gespendeten Zusatzschilder unter den Straßenbezeichnungen. „Demokratie lebt vom Mitmachen und nicht vom Zuschauen.“
Gedenken an Stauffenberg, Leber und von Witzleben
Von der Bundeswehr war Hauptmann Mario Gabriel mit weiteren Kameradinnen und Kameraden vom Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit in Wietzenbruch anwesend. „Der 20. Juli ist ein Tag von zentraler Bedeutung für die Bundeswehr und die Soldatinnen und Soldaten“, sagte der Hauptmann. Die Gruppe um Stauffenberg habe damals aus der Verantwortung für die Soldaten gehandelt, um weitere Opfer in einem sinnlosen Krieg zu verhindern. Die beiden stellvertretenden Ortsbürgermeister Gerhard Skradde (SPD) und Christian Ceyp (CDU) erinnerten in ihren Ansprachen an die Widerstandskämpfer Julius Leber und Erwin von Witzleben, die beide gemeinsam mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg das gescheiterte Hitler-Attentat geplant hatten und später hingerichtet wurden.
Ortsrat denkt über Erinnerungstafel nach
Die Veranstaltung ging mit einer Schweigeminute und einem Beisammensein am Abend zu Ende. Es war bereits das dritte Mal, dass dieses Gedenken in Klein Hehlen stattfand. Vom Ortsrat wurde betont, dass dieser regelmäßige Termin bewusst parteiübergreifend gestaltet werde. Einen zentralen Gedenkort gebe es in Klein Hehlen nicht, deswegen sei ein schöner Platz am Waldsee ausgewählt worden. Über die Errichtung einer Gedenktafel sei aber auch schon nachgedacht worden, hieß es am Rande der Veranstaltung.














