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Bildvortrag: Munster-Lager, eine Stadt und „ihre“ Lager und Kasernen





MUNSTER - MÜDEN/ÖRTZE. Rund 60 Gäste folgten gestern der Einladung der Geschichtswerkstatt Gemeinde Faßberg in das Gemeindehaus der St. Laurentius Kirche in Müden. Adolf Köthe, der ehemalige Bürgermeister der Stadt Munster, die zu den Kommunen im Kulturraum Oberes Örtzetal gehört, hielt einen zweistündigen Vortrag mit vielen Fotos von Gebäuden, Soldaten, Zivilisten, Lage-Plänen und Skizzen. Als Kind von Flüchtlingen ist der 70-Jährige in Trauen aufgewachsen. Er hatte einen Großteil seines Lebens als Soldat, später als Bürgermeister und heute als Pensionär in Munster verbracht und sei deshalb ein profunder Kenner der Stadt und seiner militärischen Geschichte. Angelika Cremer, die Sprecherin der Geschichtswerkstatt: „Diese große Beteiligung haben wir nicht erwartet." Der jüngste Teilnehmer war 14 Jahre alt und der älteste knapp über 90 aus Faßberg und dem Landkreis.



Munster wird erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt. Mit dem Eisenbahnanschluss ab 1870 (Personenverkehr ab 15. Mai 1873 und spätere sogenannte Amerikalinie Berlin - Bremen) wird Munster auch verkehrstechnisch interessant für das preußische Militär. Ab 1890 beginnt der systematische Ausbau von Munster und der näheren Umgebung zu einem Truppenübungsplatz und die ersten sogenannten Truppenlager entstehen. Köthe zeigt mit vielen Bildern, wo und wie sich im Laufe der Zeit diese erst einfachen Lager befanden, sich auch veränderten und später bis heute zu großen Kasernen entwickelten. Oft blendete er in den aktuellen Stadtplan, um zu zeigen, wo genau sich diese militärischen Einrichtungen befanden. Nach dem 2. Weltkrieg bis heute sind viele dieser Flächen im Stadtbereich anderweitig genutzt und teilweise als neue Wohngebiete überbaut. Heute hat die Bundeswehr im Außengebiet zusätzliche Flächen für ihre Infrastruktur erschlossen.

Die zeitweise über 30 Lager im Bereich Munster wurden im Kaiserreich und später in der Weimarer Republik und im Dritten Reich für die Infanterieausbildung intensiv genutzt. In und nach den Kriegen waren in vielen Lagern Kriegsgefangene und sogenannte Vertrags- und Zwangsarbeiter untergebracht. Namen, wie Belgier-, Russen-, Ukrainer-, Franzosen- und Frauenlager weisen darauf hin.

Mit Kriegsende 1945 gehörten Munster und die ganze Region, zur Britischen Besatzungszone. In Munster sind allein 1,5 Mill. deutsche Kriegsgefangene aus der Gefangenschaft entlassen worden. Auf die Entwicklung des Truppenübungsplatzes Munster-Lager ab 1933, mit der Erweiterung unter der Bezeichnung Munster-Süd, auch in Richtung der heutigen Gemeinde Faßberg, ging Adolf Köthe zum Schluss kurz ein. Diese Schnittstellen sind einmal der Ort Trauen mit seinen militärischen Einrichtungen und das ehemalige kleine Dorf Velligsen, ursprünglich zu Poitzen gehörend. Der kleine Ort bestand aus mehren Hofstellen und hatte sogar eine Jugendherberge und musste der Erweiterung des Truppenübungsplatzes in den 30 Jahren weichen. Auf Velligsen, ehemals gelegen in der Nähe der ersten Kreuzung auf der Verbindungsstraße von Poitzen nach Reinigen, weist heute nur noch ein Schild hin.


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