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BI zum "Mediationsmärchen" zur Grundwasserversalzung unter der Kalihalde


Foto: Holger Müller


WATHLINGEN. Nach der Mediation zur Kalihaldenabdeckung in Wathlingen hat die Bürgerinitiative Wathlingen diese ausgewertet und nimmt dazu wie folgt Stellung (alle Angaben BI, unzensiert und unkommentiert)

„K+S behauptet seit Jahren, u.a. in den Antragsunterlagen F-1.1 S. 44, die sogenannte Süß-/Salzwassergrenze, also der Übergang von eher unbelastetem zu versalzenem Grundwasser, liege im Grundwasseranstrom südlich der Halde bei 31 m unter Geländeoberkante und im Grundwasserabstrom nördlich der Halde bei 11 m unter Geländeoberkante. Den Grund für den erheblichen Anstieg versalzenen Grundwassers unter der Halde - auf wenigen hundert Metern - hat K+S aber nicht etwa in einem Eintrag von Salz durch die Halde gesehen, sondern in einem unterirdischen Hindernis, an dem das versalzene Grundwasser aufsteigen müsse.

Weiter ist regelmäßig behauptet worden, die Versalzung sei geogen, nämlich durch den Salzstock zwischen Hänigsen und Wathlingen, verursacht. Die Halde sei, anders als andere Kalihalden, nahezu undurchlässig für Niederschlagswässer.“ Laut Müller ist das alles im Wortprotokoll des Erörterungstermins auf den Seiten 247, 248 und 78 nachzulesen.


Joachim Bartsch von der BI ergänzt, das LBEG selbst habe im Zulassungsbescheid für den Recyclingplatz vom 06.06.2019 auf Seite 18 behauptet, unter der Halde habe sich im Wege einer Art Selbstdichtung, bedingt durch das Gewicht der Halde und eine sogenannte Kolmation, eine äußerst undurchlässige Bodenschicht gebildet.


„Mit Ausnahme der Lage der Süß-/Salzwassergrenze haben wir das alles aus guten Gründen schon immer für abwegig gehalten“, so Bartsch.


Müller weist auf folgende Überraschungen aus dem Modell hin. „Für das LBEG ist die Lage der Süß-/Salzwassergrenze neuerdings unbekannt. Es gebe aber eine erhebliche Grundwasserversalzung durch die Halde und die hat laut Modell ihre Ursache in Niederschlagswässern, die die Halde in allen Bereichen durchfließen, dabei Salz lösen und dann in das Grundwasser gelangen. Statt von einer Selbstdichtung ist nun die Rede von durchlässigen Bodenschichten. Von dem genannten Hindernis im Grundwasserbereich ist jetzt keine Rede mehr.“


Die Annahmen von K+S bezüglich einer ursprünglichen Geländehöhe von 43,6 m NN

für das gesamte Haldenzentrum und einer aktuellen Einsenkung des Haldenzentrums um 1,21 m seien in dem Modell allerdings völlig kritiklos übernommen worden. Diese Annahmen zugrunde gelegt, gäbe es relativ selten einen direkten Kontakt zwischen Haldenbasis und Grundwasser. Laut Gutachter des Landkreises Celle, Prof. König (delta h Ingenieurgesellschaft) reiche für die Salzauflösung an der Haldenbasis allerdings schon die Kapillarfeuchtigkeit des Bodens. „Vor allem aber gibt es für eine ursprüngliche Geländehöhe von 43,6 m NN bis heute nicht einen einzigen Beleg oder auch nur eine nachvollziehbare Begründung“, kritisiert Müller scharf. „Wir halten die genannte Geländehöhe aufgrund von K+S Geländehöhenmessungen am Haldenrand im Übrigen für erheblich zu hoch angenommen.“ Es handele sich eben auch nur um eine Annahme. Dieses Vorgehen sei von der zuständigen unteren Wasserbehörde des Landkreises Celle bereits im Erörterungstermin vehement kritisiert worden. Ähnlich sei es mit der - angeblich berechneten - aktuellen Einsenkung. „Eine Berechnung ist im Planfeststellungsverfahren bis heute nicht vorgelegt worden“, so Müller.

Jochaim Bartsch glaubt, dass sich LBEG und K+S ihrer Sache auch alles andere als sicher sind, denn laut Pressemitteilung werde eine Durchbohrung der Halde zur Beweissicherung zum jetzigen Kenntnisstand als nicht zielführend und damit als überflüssig angesehen. „Wir sehen es, wie auch die untere Wasserbehörde, aber so, dass durch vertikale Haldendurchbohrungen endlich die tatsächlichen Verhältnisse an der Haldenbasis festgestellt werden könnten.“


Müller und Bartsch haben eine Idee, was der Grund für das Vorgehen des LBEG und die angeblichen neuen Erkenntnisse sein könnte. Ziel der Präsentation des Modells sei offenkundig gewesen, zu zeigen, dass erstens keine Grundwasserversalzung durch Auflösung der Haldenbasis erfolgt und zweitens die Grundwasserversalzung von Niederschlagswässern herrührt, die die Halde durchfließen. Dahinter stehe vermutlich die naheliegende Überlegung, dass es Salzauflösung an der Basis nicht geben darf, weil die Abdeckung dagegen nicht helfen würde. Angesichts der nicht zu leugnenden Grundwasserversalzung müsse es aber eine Quelle dafür geben. Diesen Zweck erfüllt jetzt offenbar das die Halde durchfließende Niederschlagswasser.


So diente und diene das genannte Modell dazu, eine Grundwasserversalzung durch die Halde nicht mehr zu leugnen, sondern sie trickreich auf die - auf ihrem Weg durch die Halde - versalzenen Niederschlagswässer zu schieben. Diese sänken angeblich tief bis zum tatsächlich geogen versalzenen Grundwasser hinunter und breiteten sich auch nur in großer Tiefe aus. „Damit wird das Problem der Grundwasserversalzung maximal verniedlicht und durch die Abdeckung angeblich „minimiert“. Tatsächlich bleiben aber auch nach dem Modell immer noch 25 % Versalzung übrig.“

Beide sind überzeugt, dass die Präsentation des Modells durchsichtig den Zweck gehabt hat, die Haldenabdeckung zu rechtfertigen und die Mediationsteilnehmer, Kommunalpolitiker und die Öffentlichkeit zu manipulieren.

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