Alles wieder beim Alten: Die Züge fahren wieder zwischen Hannover und Hamburg
- Sheenara Wiebke
- vor 22 Stunden
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CELLE. Es gibt Sätze, von denen hätte ich nie gedacht, dass ich sie einmal schreiben werde: Der Schienenersatzverkehr hatte auch seine guten Seiten. Letzte Nacht ist etwas beinahe Magisches passiert: Auf den frisch sanierten Schienen zwischen Hannover und Hamburg sind wieder die ersten Züge gerollt. Zehn Wochen Schienenersatzverkehr liegen hinter uns. Eigentlich ein Grund zur Freude, denkt man sich – und wirft dann doch einen skeptischen Seitenblick zur Deutschen Bahn.
Der Schienenersatzverkehr war langsam und manchmal ganz schön voll. Aber er war, im Gegensatz zur Bahn, ehrlich. Seine größte Stärke: Er fuhr als Bus los und kam als Bus an. Beim Bahnverkehr kann man sich da häufig nicht so sicher sein.
Als sei Regelbetrieb etwas Gutes
Mit dem Ende der Sperrung kehrt nun der Regelbetrieb zurück. Das klingt zunächst beruhigend. Bis man sich daran erinnert, was "Regelbetrieb" auf der Verbindung zwischen Hannover und Hamburg oft bedeutet: verspätete Züge, verpasste Anschlüsse und spontane Gleiswechsel. Schließlich gehört die Strecke aufgrund der Verbindung zum Hamburger Hafen zu den meistbefahrenen Deutschlands. Personen- und Güterverkehr teilen sich die Gleise, die Deutsche Bahn spricht selbst von einer Auslastung von 147 Prozent.

Wir hören uns 2029
Wer nicht an die Klassengesellschaft glaubt, sollte sich einmal in einen Regionalzug setzen. Dreißig Minuten auf dem Abstellgleis können so überzeugend sein. Erst kommen die ICEs – alle ICEs. Dann kurz nichts – und dann der Rest. Da wünscht man sich fast den Schienenersatz zurück. Aber keine Sorge: Die Qualitätsoffensive war nur ein Vorgeschmack auf die große Korridorsarnierung, die für 2029 geplant ist. Nach der Baustelle ist schließlich vor der Baustelle.














