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Wort zum Montag - Folge 183


Gestern war wieder so ein merkwürdiger Tag: Irgendwie kriegst Du nichts auf die Reihe. Du merkst, wie dich jemand für dumm verkaufen will und deine Freundlichkeit ausnutzt. Die Pläne, die Du Dir so perfekt ausgedacht hast, scheitern an einer kleinen Unaufmerksamkeit. Du spürst, wie Du in von einem Strudel schlechter Laune erfasst wirst und denkst: Entschuldigung: Was für ein Scheißtag.


Weil ich solche Launen an mir hasse und keine Lust habe, andere Menschen mit meiner üblen Laune zu nerven, praktiziere ich das, was ich von einer alten Dame gelernt habe. Sie hat mich lange als Organistin bei Gottesdiensten in unseren Altenheimen begleitet. Von ihr habe ich eine Weisheit gelernt, die mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Immer wieder sagte sie mir: Herr Pastor, vergessen Sie nicht: „Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben.“ Recht hat sie, finde ich.


Die Dankbarkeit, die wir in uns spüren, hat natürlich etwas mit unseren Gefühlen zu tun hat: Du freust Dich mich über ein unverhofftes Geschenk, Dir ist etwas Besonderes gelungen, was Du nicht für möglich gehalten hast – oder Du siehst den wunderbaren Sonnenaufgang, der dich tief bewegt. Dankbarkeit hat mit Gefühlen zu tun - aber nicht nur.

Dankbarkeit ist ein Lebensstil, eine Haltung, die wir dem Leben und, ja, auch Gott gegenüber, einnehmen können.


Wo ich mich an den sogenannten Scheißtagen für einen Moment zurückziehe und meinen Alltag bedenke, da sehe ich plötzlich – zum Beispiel, wie viele Menschen dazu beitragen, dass es mir gutgeht und wofür ich dankbar sein kann. Der Freund steht unverhofft mit einem Becker Schokoeis in der Tür, ein anderer leiht mir seinen Anhänger, mit dem ich zu Obi fahren kann, die Nachbarin auf dem Bauernhof gegenüber motiviert mich durch ihre unbändige Energie, mit der sie ihren Job macht – all das holt mich aus meiner miesen Laune heraus, und meine Dankbarkeit wächst, dass ich auf dieser schrecklich schönen Welt leben darf.

Danken und denken – diese beiden Worte klingen nicht ohne Grund gleich. Sie haben sprachgeschichtlich gesehen ein und dieselbe Wurzel. Danken und denken sind sozusagen eineiige Zwillinge.


Ich behaupte, weil ich es so erlebe: Wo wir unsere Leben bedenken und wahrnehmen, was ist, wo ich mich an große und kleine Momente erinnere, die ganz und gar nicht selbstverständlich sind, da sind wir mit großer Wahrscheinlichkeit dankbarere und glücklichere Leute.


Dankbarkeit, davon bin ich überzeugt, kann man auch lernen und üben. Wenn Du das nicht glaubst, dann mach in dieser Woche doch einfach die Probe aufs Exempel: Nimm das Pakte vom Amazon Boten nicht einfach grußlos entgegen, sondern bedanke dich und drück ihm vielleicht noch ein Trinkgeld in die Hand für seine Mühe, bring den Pflegern auf der Station im Pflegeheim, auf der Dein alter Vater lebt, mal einen Blumenstrauß oder eine Schachtel Pralinen mit, weil man sich so aufmerksam um den Vater kümmert –

Oder Du bedankst Dich beim Autofahrer am Morgen, der deine Unaufmerksamkeit auf der Kreuzung durch sein rasches Reagieren ausgebügelt hat.


Ein Dank ausgesprochen oder durch ein Lächeln gezeigt, ein Kopfnicken, ein kleiner Wink – das kann einen kalten Alltag in einen bewegenden Alltag verwandeln – und beeinflusst beide, sowohl den, dem gedankt wird als auch den, der dankt. Plötzlich ist diese Beziehung da zwischen Menschen – manchmal nur für einen Augenblick, eine Sekunde, aber diese einen ganzen Tag prägen.


Dankbare Menschen müssen keine religiösen Menschen sein. Der Glaube ist keine Voraussetzung für ein dankbares Leben. Wobei ich es schon so erlebe, dass unsere Kirchen die Orte in unserer Gesellschaft sind, in denen wir angestiftet werden, das Gute, das Glück und das Gelungene auch auszusprechen. Jedes Loblied und jedes Dankgebet hilft mit, das Leben zu stärken.


Bleibt behütet.

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