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IHK-Konjunkturumfrage: Positive Signale trotz Pandemie


Die Geschäftslage der niedersächsischen Wirtschaft hat mit der vierten Welle der Pandemie zum Jahresende einen Dämpfer erhalten, bleibt aber aufgrund der oft guten Auftragslage insgesamt positiv. Dieses Fazit zieht heute die IHK Niedesachsen. Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung seien etwas zurückgenommen worden. Anhaltende Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen sowie fehlende Fachkräfte prägten das sonst gute Konjunkturbild zum Jahresbeginn. „Die neue Corona-Welle ist ein herber Rückschlag für den Einzelhandel, das Gast­gewerbe und die betroffenen Dienstleister. Das bremst den Aufschwung. Die Industrie und viele Dienstleister haben dagegen reichlich Arbeit. Hier fehlen aber Computerchips beziehungsweise Fachkräfte“, so Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Nie­dersachsen. Die vierte Corona-Welle lässt den IHK-Konjunkturklimaindikator für das vierte Quartal 2021 um fünf auf 106 Punkte (Vorquartal: 111 Pkt.) sinken. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskam­mern mit knapp 2.000 Unternehmensantworten. Die IHK fasst die Ergebnisse wir folgt zusammen:

Die Wirtschaftslage in Niedersachsen hat sich bedingt durch die erneuten Kontaktbeschrän­kungen leicht verschlechtert. Insgesamt ergibt sich folgendes Bild: Die aktuelle Geschäftslage wird von 36 Prozent (Vorquartal: 37 %) der Unternehmen als gut beurteilt, 50 Prozent (Vq. 52 %) sind zufrieden und 15 Prozent (Vq. 11 %) beurteilen ihre Lage als schlecht. Die Erwar­tungen an die kommenden Monate haben sich etwas eingetrübt: 18 Prozent der Unternehmen (Vq. 19 %) rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, 58 Prozent (Vq. 60 %) erwar­ten gleichbleibende Geschäfte und 24 Prozent (Vq. 22 %) rechnen mit einer negativen Entwick­lung. Die insgesamt zufriedenstellende Geschäftslage zeigt sich auch bei den Investitions- und Personalplanungen, die zum Jahresbeginn leicht nach oben angepasst wurden.

Die Industrie befindet sich weiter im Aufschwung. Der Bereich Automotive arrangiert sich zunehmend mit den Lieferengpässen und Preissteigerungen und meldet eine bessere Geschäftsentwicklung. Allein bei den Konsumgüterherstellern, die mittelbar von den Beschrän­kungen für das Gastgewerbe und den Einzelhandel betroffen sind, haben sich die Erwartungen an die nächsten Monate merklich verschlechtert. In fast allen Industriebereichen ist die Auf­tragslage jedoch zufriedenstellend bis gut. Die Lieferfähigkeit hängt damit bei vielen Unterneh­men von der Beschaffung der Vorprodukte ab. Zwei Drittel der Betriebe suchen aktuell neue Lieferanten und wollen die Lagerhaltung erhöhen. Die starken Preissteigerungen beim Material führen zu neuen Kalkulationen und werden von Dreiviertel der Betriebe an die Kunden weiter­gegeben.

Die Geschäftsentwicklung der Bauwirtschaft hat sich gegenüber dem schon guten Vorjahr nochmals verbessert. Die Auftragsbücher werden immer dicker. Vor allem der Personalmangel bremst das Geschäft, aber auch die Bauunternehmen klagen über Lieferschwierigkeiten beim Material. Fast alle (94 %) Unternehmen berichten von höheren Einkaufspreisen, was die Bau­preise weiter antreiben wird.

Der Einzelhandel, der im dritten Quartal noch vom Nachholbedarf profitieren konnte, musste im Dezember Zugangsbeschränkungen im Weihnachtsgeschäft hinnehmen. Das hat vor allem die Innenstadtsortimente, die Bekleidungs- und Schuhgeschäfte, hart getroffen, zumal diese auch schon im letzten Winter einen erheblichen Umsatzausfall zu verzeichnen hatten. Der Handel mit Unterhaltungselektronik, der zu einem großen Anteil schon online erfolgt, meldet dagegen eher geringe Veränderungen. Die Erholung des Großhandels geht gedämpft weiter. Die vierte Corona-Welle behindert auch die Geschäftsreisen und macht damit das Import-/Exportgeschäft erneut schwieriger.

Die Lage im Verkehrsgewerbe bleibt aufgrund der deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise ange­spannt. Im Güterverkehr erwartet die Branche ein höheres Volumen und steigende Beförde­rungspreise. Der schon chronische Fahrermangel hat den Wettbewerb der Arbeitgeber um neue Arbeitskräfte verschärft.

Der Klimaindikator für das Gastgewerbe ging von 125 Punkten im Herbst auf 51 Punkte im vierten Quartal zurück. Der Absturz der Umfragewerte gibt die dramatische Entwicklung seit November 2021 wieder. Nach dem guten Herbstgeschäft blieben die Gäste wieder aus, Weih­nachtsfeiern wurden abgesagt, aus der umsatzstärksten Jahreszeit wurden gähnend leere Gasträume. Die Betriebe sind zwar geöffnet, aber die Gäste größtenteils verunsichert. Immer­hin ist staatliche Hilfe zugesagt, um eine Insolvenzwelle der besonders betroffenen Branchen zu vermeiden.

Die Geschäftslage der Banken wird dagegen überwiegend als zufriedenstellend beurteilt, die Erwartungen haben sich weiter verbessert. Das Kreditgeschäft mit Privatkunden und Unter­nehmen bleibt positiv, Investitionskredite sind stark gefragt. Die ansteigende Inflation lässt die Banken auf eine allmähliche Erhöhung der Zinsen und damit auf eine Normalisierung des Geschäfts hoffen. Auch das Geschäft der Versicherungen hat sich gut entwickelt.

Personenorientierte Dienstleistungen (Veranstaltungen, Freizeitwirtschaft) unterliegen zwar wieder Kontaktbeschränkungen, der Großteil der Dienstleistungsunternehmen ist davon jedoch nur wenig betroffen. Insgesamt hat die Branche relativ stabile Geschäfte, die von der Pandemie nur wenig betroffen sind.

Ausblick

„Mit der Eindämmung der Pandemie wird die niedersächsische Wirtschaft kräftig wachsen. Bei einer Normalisierung der Lieferketten werden sich auch die Rohstoffpreise wieder abschwä­chen. Insgesamt werden wir uns allerdings wieder an steigende Preise gewöhnen müssen“, so die Einschätzung der IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt. „Insgesamt rechnen wir für Niedersachsen mit einem Wachstum von 3,5 bis 4 Prozent und 60.000 neuen Arbeitsplätzen“, so Maike Bielfeldt.

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